18.09.2019, 07:45 Uhr

Diese Tätowierung kann Leben retten Landshuter Studio sticht „Lebensretter-Tattoos“ für Diabetiker - kostenlos!

Peter Ink Floyd hat die „Lebensretter Tattoos“ jetzt auch in Landshut etabliert (Foto: Casdorf)Peter Ink Floyd hat die „Lebensretter Tattoos“ jetzt auch in Landshut etabliert (Foto: Casdorf)

Neues Studio in Landshut sticht „Lebensretter-Tattoos“ für Diabetes-Patienten – und zwar kostenlos

LANDSHUT Ob exotische Schriftzeichen, witzige Comicfiguren oder das Logo vom Lieblingsclub – als Körperschmuck werden Tätowierungen immer beliebter. In einem Landshuter Studio jedoch werden seit Kurzem Tattoos gestochen, die Leben retten können!

Diabetes ist eine Volkskrankheit. Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung zählt hierzulande sechs Millionen Patienten. Dazu kommt schätzungsweise dieselbe Anzahl, bei denen die Stoffwechselstörung bislang nicht erkannt wurde oder die ein hohes Risiko für eine Erkrankung haben. Tendenz steigend.

Bei Patienten kann akute Über- oder Unterzuckerung zu schweren Komplikationen (z.B. Sehstörungen, motorische Ausfälle oder Bewusstlosigkeit) führen. Im schlimmsten Fall droht sogar der Tod. Um im Notfall wirkungsvoll helfen zu können, ist Tempo gefragt. Hier setzt die Idee des „Lebensretter Tattoos“ an, das im neuen Landshuter Studio „Rock Tattoo“ in der Jodoksgasse gangeboten wird – kostenlos!

Die Tätowierung wird gut sichtbar an der Innenseite des Handgelenks gestochen. Veronika Maturicz von „Rock Tattoo“: „Das Symbol wird sofort gesehen, wenn der Puls gemessen wird.“ Und mit dem Wissen über die Vorerkrankung können Ärzte oder Sanitäter, aber auch Ersthelfer effizienter helfen.

Die Lebensretter-Tattoos sind in Ungarn weit verbreitet. Nicht selten, dass Tätowierer den Service nach Deutschland und in andere Länder exportieren. Wie bei „Rock Tattoo“ in Landshut, das erst vor wenigen Wochen eröffnet hat. Studiochef Balu Rock und sein gesamtes Team stammen aus Ungarn. Mitarbeiter Peter Ink Floyd hat nun die Aktion auch in der Dreihelmenstadt etabliert. Der 53-Jährige ist selbst Diabetiker, trägt das Symbol am Handgelenk. „Es ist eine Bewegung, die von Ungarn aus viele Länder erreicht“, erzählt er. Er oder Kollege Imre Orosz stechen das Diabetes-Tattoo (Typ I oder Typ II) – die Sitzung dauert nur eine halbe Stunde.

Die Tattoos werden am Handgelenk gestochen, damit sie im Notfall schnell bemerkt werden (Foto: privat)

Allerdings ist gerade hierzulande noch viel Aufklärungsarbeit nötig, um das Symbol und seine Bedeutung bekannter zu machen. „Je mehr Menschen das Symbol kennen, umso besser“, sagt Veronika Maturicz. Im Internet unter www.LifeGuardTattoo.com gibt es eine Übersicht über die beteiligten Studios.


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