08.10.2020, 13:35 Uhr

Wiegenfest Die Stadt Abensberg gratuliert Hilde Martinetz zum 100. Geburtstag

Geburtstagskind Hildegard Martinetz mit von links Claudia Martinetz, Bürgermeister Dr. Uwe Brandl, Ulrike Jahn und Ingeborg Jessen. Foto: Ingo Knott, Stadt AbensbergGeburtstagskind Hildegard Martinetz mit von links Claudia Martinetz, Bürgermeister Dr. Uwe Brandl, Ulrike Jahn und Ingeborg Jessen. Foto: Ingo Knott, Stadt Abensberg

Abensbergs Bürgermeister Dr. Uwe Brandl hat Ende August Hildegard Martinetz die herzlichsten Glückwünsche der Stadt zum 100. Geburtstag überbracht.

Abensberg. Frau Martinetz ist 1999 von Kelheim zu ihrer Tochter Ulrike Jahn nach Sandharlanden umgezogen. Im dortigen großen Garten wurde bei strahlenden Sonnenschein ein schönes Fest gefeiert. Mir dabei ihr Sohn Klemens mit Ehefrau Claudia und auch ihre zweite Tochter, Ingeborg Jessen aus Kelheim. Nachbarn, Freunde und Bekannte kamen zum Gratulieren.

Es war wohl ein Tag, wie ihn sich das Geburtstagskind gewünscht hatte – die Corona-Auflagen wurden in den Tagen zuvor nicht verschärft, im Freien konnte gefeiert werden. „Ich komme mir ja gar nicht vor wie 100 Jahre“, so Frau Martinetz. Sie ist eine begeisterte Leserin, noch lieber aber hört sie Musik. „Klassik, wenn‘s geht, ein wenig traurig“, sagt sie. Und Hörbücher? „Ich fürchte, das würde meine Phantasie eher ausbremsen.“ Lieber schafft sie sich in Kürze ein E-Book an, damit kann die Schrift vergrößert werden.

Nächstes Jahr auf den Gillamoos

„Bei Ihnen“, so Frau Martinetz zum Bürgermeister, „ist heuer ja der Gillamoos abgesagt. Ich war noch nie dort. Aber ich habe die Trachten der Enkel und Urenkel bewundert, wenn die den Gillamoos besucht haben“. Dr. Uwe Brandl darauf: „Wie wäre es mit nächstem Jahr, Frau Martinetz?“ Sie will es sich überlegen ...

Ihre Schwester ist 101 Jahre

Hildegard Martinetz wuchs in Oschersleben (Sachsen-Anhalt) auf. Dort lebt auch heute noch ihre ältere Schwester Ursel mit 101 Jahren. Frau Martinetz erlebte die NS-Zeit und den Zweiten Weltkrieg, heiratete 1942 Friedrich Martinetz. 1952 übersiedelten sie nach Kelheim. „Ich habe so viel erlebt. Sehr viel. Und ich sage ihnen, nach dem Krieg mit am schlimmsten waren damals die Verhöre durch den russischen Zoll.“ Irgendwie ging es gut aus; die Familie begann in Kelheim ein neues Leben. Leider verstarb ihr geliebter Mann bereits 1992.

Die Feier ging weiter

In den letzten zwei Jahren hat sie beide Schwiegersöhne und im März diesen Jahres ihren ältesten Sohn Fritz verloren. Das sind für sie Schicksalsschläge, die „ungerecht“ sind. Schön sei es, dass ihre drei verbliebenen Kinder, sieben Enkel und elf Urenkel zum Geburtstag gratulieren konnten. Am nächsten Tag wurde mit der ganzen Familie im Gasthof Stockhammer in Kelheim gefeiert. Tochter Ulrike, Enkel und Urenkel führten zu wechselnder Musik passende Kostüme mit Tänzen aus den verschiedenen Jahrzehnten vor. Dazu wurden Fotos der Jubilarin, von der Kindheit bis heute, an die Wand geworfen.


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