28.09.2019, 22:20 Uhr

Spende Nepalhilfe Beilngries hilft, Ambulanzfahrzeug für den Sindhupalchok-Distrikt zu finanzieren

Das Rettungsfahrzeug für die Region um Chautara. (Foto: Michael Rebele)Das Rettungsfahrzeug für die Region um Chautara. (Foto: Michael Rebele)

Zwei weitere Fahrzeuge der Nepalhilfe Beilngries sind seit einigen Wochen auf Nepals Straßen unterwegs. Dabei handelt es sich um ein Tata-Sumo-Ambulanzfahrzeug und einen Mahindra Scorpio.

BEILNGRIES/LANDKREIS EICHSTÄTT Was im April dieses Jahres mit der symbolischen Scheckübergabe für ein Sanitätsfahrzeug begann, ist nach fünf Monaten in die Realität umgesetzt worden. Der „Sanka“ wird künftig im Sindhupalchok-Distrikt, 80 Kilometer nordöstlich von Kathmandu, unterwegs sein und in der dortigen Kreisstadt Chautara seine Heimat haben. 15.000 Euro stammten von der Beilngrieser Hilfsorganisation. Den fehlenden Restbetrag haben Gemeinde und Kreis zur Verfügung gestellt. Der aus Indien importierte Wagen mit Allradantrieb verfügt über eine Klimaanlage und die Sauerstoffversorgungseinrichtung für die Patienten. Der Sanka kommt damit etwa 12.000 Menschen aus den umliegenden Dörfern zugute. Der Blick ins Innere des Wagens hält natürlich keinem Vergleich mit Rettungsfahrzeug hierzulande Stand. Die Alternative dazu aber sind stundenlange Fußmärsche oder nötigenfalls der Transport auf dem Rücken von Trägern. Da ist das neue Fahrzeug geradezu ein Quantensprung. Unterhalten wird der Tata Sumo durch die Gemeinden selbst, die sich dazu bereits ein Finanzpolster zugelegt haben.

Ebenfalls ein Quantensprung ist der neue Mahindra Scorpio für Sunil Shrestha und Shyam Pandit. Vorbei sind damit die Zeiten in denen sich die Mitarbeiter der NH Beilngries in dem sich zunehmend vergrößernden Aktionsradius mit dem eigenen Motorroller fortbewegten oder mit überquellenden Bussen, unzuverlässigen Mietwagenfahrern oder maroden Leihfahrzeugen „arrangieren“ mussten. Nach 27 Jahren ein eigenes Fahrzeug. „A dream came true“ wie Sunil Shrestha dazu schrieb. Hierzulande hat man sich die Entscheidung zu dessen Finanzierung nicht leicht gemacht und zwei Jahre alle alternativen Aspekte gegeneinander aufgewogen. Eigene leidvolle Erfahrungen der Gäste aus Deutschland zeigten zudem den dringenden Handlungsbedarf auf. Etwa 40.000 Euro mussten für den SUV, der Platz für neun Personen bietet investiert werden, wobei sich der nepalesische Staat in puncto Steuer maßgeblich „bedient“. Vor diesem Hintergrund galt es fürwahr Alternativen was Finanzierung und Unterhalt betrifft abzuwägen. Letztendlich rang man sich doch zum Kauf eines eigenen Fahrzeuges durch. Der 120 PS starke Diesel wird künftig den Besuch der dezentral gelegenen Einsatzorte ganz wesentlich erleichtern, sei es im Terai oder den verschiedenen Distrikten westlich und östlich von Kathmandu.

Schulsanierungen auf der Zielgeraden

Der Schwerpunkt in der Projektarbeit gilt bekanntermaßen seit mehr als vier Jahren der Sanierung der bei dem Erdbeben zerstörten bzw. beschädigten Schulen des Sindhupalchok-Distrikts. Da ist jetzt das Zielbanner schon in Griffnähe, denn bis Ende Oktober soll alles fertig sein, so die Planung des verantwortlichen Architekten und Bauleiters, Sanjay Sapkota. Trotz der derzeit heftigen Monsunregenfälle will man davon nicht abweichen, nötigenfalls wird an den verbliebenen Baustellen im Zweischichtentakt gearbeitet. Ein Großteil der Gebäude ist längst fertiggestellt und dem Schulbetrieb übergeben. Nur noch an einigen davon werden finale Arbeiten durchgeführt. So etwa in Sangachok, wo man derzeit noch hobelt, pinselt und pflastert. In dieser Gemeinde soll schließlich das Monsterprojekt „Wiederaufbau“ das letztendlich circa 1,8 Millionen Euro gekostet hat mit einer Feier abgeschlossen werden. Hält man sich vor Augen, dass nach staatlich verordneter Ruhepause erst im Herbst 2016 mit all den notwendigen Baumaßnahmen begonnen werden durfte, so kann man ermessen was in dem erwähnten Zeitraum an den vierzehn Projekten bewegt und geschaffen wurde.

Hier schließt sich einmal mehr der Kreis, der ausschließlich durch das großzügige Spendenaufkommen ermöglicht worden war. Danke dafür an Alle die hierzu ihren Beitrag geleistet haben - in welcher Form auch immer!

Schon richtet sich der Blick der Beilngrieser nach vorne wo die Finanzierung zur Errichtung einer Tagesbetreuungseinrichtung für geistig und körperlich behinderte Menschen in der Schublade liegt. Die soll in Lubhu entstehen, dem Ort an dem sich auch das Shaligram Kinderhaus befindet. Nur mit einer weiteren Spendenbereitschaft lassen sich diese Planungen in die Realität umsetzen.

Der Verkauf des im Oktober erhältlichen Kalenders „Himalaya 2020“ und anstehende Benefizveranstaltungen wie die von Peter Habeler am 10. Oktober sowie Harry und Gabriele Neumann am 19. Oktober sollen zudem Geld in die Kasse spülen. Nähere Informationen dazu finden sich auf der Homepage www.nepalhilfe.org.


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