28.03.2019, 09:19 Uhr

Gesundheit Historischer Tag – Hubschrauber der ADAC Luftrettung absolvierten Einsatz mit der Nummer 1.000.000

Rund 61.000 Mal hob „Christoph 1“ seit 1970 von München-Harlaching aus zu Einsätzen ab und belegt damit bundesweit Platz 2. (Foto: ADAC Luftrettung)Rund 61.000 Mal hob „Christoph 1“ seit 1970 von München-Harlaching aus zu Einsätzen ab und belegt damit bundesweit Platz 2. (Foto: ADAC Luftrettung)

Historischer Tag für die Luftrettung: Die gemeinnützige ADAC Luftrettung aus München ist den millionsten Einsatz seit 1970 geflogen. Die meisten Flüge absolvierten die Stationen in Bayern, „Christoph 1“ in München hob zum ersten Mal ab.

BAYERN/DEUTSCHLAND Die gemeinnützige ADAC Luftrettung aus München ist am Dienstag, 26. März, den millionsten Einsatz seit 1970 geflogen – eine im Rettungsdienst aus der Luft bisher unerreichte Zahl. Das Einsatzspektrum der fliegenden Gelben Engel reichte an diesem Tag von einem hochspezialisierten Intensivtransport in Aschaffenburg bis zu einem Kindernotfall auf den ostfriesischen Inseln. Die meisten der eine Million Einsätze flogen seit 1970 die Stationen in Bayern. Die Hubschrauber an den Standorten Ochsenfurth, Bayreuth, Dinkelsbühl, Ingolstadt, Augsburg, München, Murnau und Straubing hoben rund 234.300 Mal ab gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 144.000, Niedersachsen mit 125.000 und Rheinland-Pfalz mit 114.000 Einsätzen. In diesen Bundesländern sind auch die meisten Stationen beheimatet. Von den einen Million Einsätzen flog „Christoph 31“ in Berlin mit rund 74.200 die meisten Einsätze. Platz zwei geht an „Christoph 1“ in München mit rund 61.000, den dritten Rang belegt „Christoph 20“ in Bayreuth mit 52.000 Einsätzen.

„Für uns ist der 26. März 2019 ein Tag, der in die Geschichte unserer Organisation und auch der Luftrettung in Deutschland eingeht. So eine hohe Zahl an Rettungseinsätzen aus der Luft für Menschen in gesundheitlicher Not ist einmalig und wird für lange Zeit unerreicht bleiben. Wir sind sehr stolz auf diese herausragende Leistung“, würdigten Dr. Andrea David, Vorstand der gemeinnützigen ADAC Stiftung, und Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung, die Arbeit der Crews und aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Anforderungsgründe haben sich geändert

Der Startschuss für die öffentlich-rechtliche Luftrettung in Deutschland fiel 1970. Den ersten Einsatz flog „Christoph 1“ aus München. Bei rund 20.000 Verkehrstoten damals war der Hauptgrund für die Anforderung eines Rettungshubschraubers noch der Verkehrsunfall. Mit der erhöhten Sicherheit im Straßenverkehr hat sich dies komplett verändert. 2018 war nur in rund elf Prozent der 54.356 Einsätze ein Verkehrsunfall der Grund für schnelle Hilfe aus der Luft. Anforderungsgrund Nummer eins bei täglich rund 150 Einsätzen waren in fast jedem zweiten Fall internistische Notfälle wie akute Herz- und Kreislauferkrankungen, in 13 Prozent Freizeitunfälle (Sport- und häusliche Unfälle) und in elf Prozent neurologische Notfälle (zum Beispiel Schlaganfall).

Der Weg zur Million geht einher mit dem Aufbau der öffentlichen-rechtlichen Luftrettung. Von 1970 bis 1990 kamen die ADAC-Rettungshubschrauber daher gerade mal auf 58.000 Einsätze – so viel wie die ADAC Luftrettung heute fast in einem Jahr fliegt. Mit dem stetigen Ausbau des Stationsnetzes vervierfachte sich diese Zahl bis zum Jahr 2000 auf rund 228.000 und verdoppelte sich nochmals bis zum Jahr 2010 auf 588.000.

Die jetzt erreichte Million beinhaltet alle Einsätze der ADAC Luftrettungsstationen in Deutschland sowie Einsätze von Sonderhubschraubern wie zum Beispiel „Christoph Passau“, der beim Jahrhunderthochwasser eingesetzt wurde sowie von „Christoph Kaiser“, der zur Fußball-WM 2006 in Deutschland zur Verfügung stand. Dazugezählt wurden auch die Rettungseinsätze bei Sportveranstaltungen wie der Formel 1 oder der DTM.

Bundesweit arbeiten für die ADAC Luftrettung, die ein Tochterunternehmen der ADAC Stiftung ist, mehr als 1000 Menschen – darunter rund 160 Piloten, etwa 260 Notfallsanitäter (TC HEMS) und rund 580 Notärzte. In der Regel besteht das Team einer Station aus drei Piloten, fünf Notfallsanitätern und 15 Notärzten.


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