07.02.2019, 14:27 Uhr

Tierisch Von München über Berlin nach Darjeeling – Mishmi-Takin „Ramona“ hat eine neue heimat


Im Herbst ging es für Takin-Kuh „Ramona“ zunächst von Hellabrunn in den Tierpark Berlin. Dort wurde sie auf eine ganze besondere Mission vorbereitet: Denn „Ramona“ und vier weitere Mishmi-Takine verließen vor rund drei Wochen die deutsche Hauptstadt in Richtung Indien.

MÜNCHEN Nicht nur hierzulande, auch in ihrem natürlichen Lebensraum – den Gebirgshängen des Himalayas – sind die zotteligen Hornträger bisher weitestgehend unbekannt. Doch durch den Umzug von Mishmi-Takinen aus europäischen Zoos soll sich dies nun ändern. Fünf Tiere leben seit Mitte Januar im Padmaja Naidu Himalayan Zoo in Darjeeling, der somit als aktuell einziger Zoo Indiens Takine hält.

Bevor es für die Mishmi-Takine aus Hellabrunn, Berlin und Antwerpen auf große Reise ging, lernten sich die Tiere mehrere Wochen im Tierpark Berlin kennen und verbrachten dort die nötige Quarantänezeit gemeinsam. Die Vorbereitung und Planung der großen Mission erfolgte in enger Abstimmung mit dem europäischen Zuchtprogramm für Mishmi-Takine. Mitte Januar traten die Tiere dann endlich die Reise in maßgeschneiderten Transportboxen an – natürlich bestückt mit ausreichend Heu, Möhren und frischem Wasser. Begleitet wurden die fünf Takine von zwei erfahrenen Mitarbeitern des Tierpark Berlin, die ihnen Transport und Eingewöhnung erleichterten.

Der Padmaja Naidu Himalayan Zoo konzentriert sich ausschließlich auf die Haltung von Tierarten aus dem Himalaya. So beteiligt sich der Zoo zum Beispiel seit Jahrzehnten an der Erhaltungszucht und der Auswilderung der bedrohten Kleinen Pandas und Schneeleoparden.

Mishmi-Takine werden in einigen Regionen unkontrolliert gejagt, weswegen sie laut der Roten Liste bedrohter Tierarten (IUCN) als gefährdet eingestuft sind. „Das Engagement der Kollegen in Darjeeling schafft ein Bewusstsein und Verständnis für den Schutz der Takine vor Ort – und das ist absolut wichtig und unterstützenswert“, so Tierpark-Direktor Rasem Baban.

Takine gehören wohl mit zu den unbekanntesten Huftieren der Erde. Ihr Körperbau erinnert an ein Rind, aber gleichzeitig auch an eine Ziege. Dadurch sind Takine ideal an die rauen Bedingungen ihres natürlichen Lebensraums angepasst. Mishmi-Takine kommen in den Mishmi-Bergen des Dreiländerecks Indien, China und Myanmar vor.

Takin-Kuh Ramona wurde 2017 im Tierpark Hellabrunn geboren. Aktuell besteht die Takin-Gruppe aus einem Bullen, zwei Kühen und einem Jungtier aus 2018. Der Tierpark beteiligt sich am Europäischen Zuchtprogramm für Mishmi-Takine in Zoos.


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