03.02.2020, 14:24 Uhr

Potentielle Kunden um 110.000 Euro geprellt Flughafen-Polizei schnappt Betrüger auf dem Weg nach Casablanca

Mehrmals täglich ziehen Bundespolizisten am Münchner Airport mit Haftbefehl gesuchte Männer und Frauen aus dem Verkehr. (Foto:  Bundespolizei)Mehrmals täglich ziehen Bundespolizisten am Münchner Airport mit Haftbefehl gesuchte Männer und Frauen aus dem Verkehr. (Foto: Bundespolizei)

In Frankreich geboren, in Malta wohnhaft, in Polen straffällig geworden, in Deutschland festgenommen. Dieser 52-Jährige ist zweifellos europaweit aktiv. Am Freitagnachmittag, 31. Januar, war der Franzose unterwegs nach Casablanca, als Bundespolizisten bei der Ausreisekontrolle eine internationale Fahndungsnotiz entdeckten und den Geschäftsmann festnahmen. Die Strafverfolgungsbehörden in Polen werfen dem Gesuchten Betrug vor. Jetzt wartet der Festgenommene in der Münchner Haftanstalt das durch die Generalstaatsanwaltschaft in der bayerischen Landeshauptstadt betriebene Auslieferungsverfahren ab.

FLUGHAFEN MÜNCHEN Ob der 52-Jährige Urlaub machen wollte oder geschäftlich unterwegs war, wollte er den Beamten nicht sagen. Jedenfalls klickten vor seinem Abflug aus dem Erdinger Moos nach Marokko die Handschellen. Bei der grenzpolizeilichen Ausreisekontrolle entdeckten Bundespolizisten eine internationale Fahndungsnotiz. Die polnischen Strafverfolgungsbehörden hatten die Polizeibehörden europaweit vor etwa einem viertel Jahr um die Festnahme des Mannes gebeten. Die Warschauer Justiz hatte den Franzosen bereits im April 2016 wegen Betrugs zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der Verurteilte soll zwei polnische Staatsangehörige um umgerechnet 110.000 Euro geprellt haben.

Bundespolizisten am Münchner Airport kamen der Bitte der polnischen Strafverfolger am späten Freitagnachmittag jetzt nach und nahmen den Gesuchten fest. Nach dem Haftantrag der für das Auslieferungsverfahren zuständigen Generalstaatsanwaltschaft in München haben die Grenzpolizisten den Festgenommenen tags darauf zum Haftrichter nach Landshut gebracht und anschließend auf richterliches Geheiß in die Münchener Justizvollzugsanstalt. Dort muss der 52-Jährige nun das Auslieferungsverfahren abwarten.


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