11.12.2019, 11:23 Uhr

Erweiterungsbau für neue Unterrichtsformen Landkreis will 26 Millionen Euro für die Realschule Dingolfing ausgeben

Landrat Heinrich Trapp mit den Teilnehmern der Besichtigungsfahrt und der Freisinger Schulleiterin Andrea Weigl. (Foto:  LRA Dingolfing-Landau)Landrat Heinrich Trapp mit den Teilnehmern der Besichtigungsfahrt und der Freisinger Schulleiterin Andrea Weigl. (Foto: LRA Dingolfing-Landau)

Der geplante Erweiterungsbau für die Herzog-Tassilo-Realschule in Dingolfing soll dem erhöhten Raumbedarf ebenso gerecht werden wie aktuellen Tendenzen in der Pädagogik. Die vom Kreistag favorisierte Planungsvariante sieht vor, den Anbau nach dem zukunftsweisenden Lernhausprinzip zu gestalten, um Raum für neue Unterrichtsformen zu schaffen. Wie dies in der Praxis pädagogisch umgesetzt werden kann, darüber haben sich Landrat Heinrich Trapp, Kreisräte, Mitarbeiter des Landratsamtes und Planer zusammen mit Vertretern der Realschule Dingolfing bei einer Besichtigungsfahrt informiert.

DINGOLFING/FREISING Ziel war die Realschule Gute Änger Freising II. Dort hat man die baulichen Voraussetzungen für das Lernhausprinzip bereits geschaffen und Erfahrung gesammelt. Bei einem Rundgang erläuterte Schulleiterin Andrea Weigl das Konzept. Auf allen Geschossen gibt es pro Gebäuderiegel einen sogenannten Cluster – vier Klassenräume, die sich mittels Glaswänden zu einem Marktplatz hin öffnen. Der Marktplatz ist mit Stühlen, Tischen und Computern ausgestattet und bietet Raum zum individuellen Lernen für Gruppenarbeiten, Aufenthalt und Austausch. „Alle Lehrer und Schüler sind begeistert von dem Konzept der Lernlandschaften und unterrichten sehr gerne an dieser Schule“, sagte Direktorin Andrea Weigl. Einen entscheidenden Vorteil biete die flexible Unterrichtsgestaltung, die durch die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten aller Räume möglich sei.

Dorothée Becker, Architektin beim Landkreis Freising, und Florian Plajer, Leiter der Abteilung „Kommunaler Hoch- und Tiefbau“ beim Landkreis Freising, beantworteten ihren Gästen aus dem Landkreis Dingolfing-Landau Fragen zur baulichen Umsetzung des zukunftsweisenden Unterrichtsprinzips. Teilnehmer der Besichtigungsfahrt waren Landrat Heinrich Trapp, Mitglieder des Kreisbauausschusses und des Kreisausschusses, Kreisbaumeister Jürgen Hagn, Hochbau-Sachgebietsleiterin Natalie Orf, die Architekten Joachim Wagner und Matthias Ferwagner sowie von Seiten der Schulleitung Elfriede Brunner, Barbara Gagel, Manfred Bauer, weitere Lehrer und eine Schülervertreterin.

„Es ist uns wichtig, dass wir in der nun laufenden Planungsphase alle Beteiligten ins Boot holen und gemeinsam die beste Lösung finden“, sagte Landrat Heinrich Trapp. Er freute sich deshalb sehr, dass Kreisräte, Lehrer und Planer so zahlreich an dieser Besichtigungsfahrt teilnahmen.

Das Konzept des Architekturbüros Wagner für die Erweiterung der Herzog-Tassilo-Realschule sieht vor, die Schule nach dem zukunftsweisenden „Lernhausprinzip“ zu gestalten, das beispielsweise bei der Sanierung der Grund- und Mittelschule Pilsting zugrunde gelegt wurde. Neben dem klassischen Frontalunterricht sind hier auch andere Unterrichtsformen möglich.

In einem dreigeschossigen Erweiterungsbau werden die Klassenzimmer mit den angegliederten Lernlandschaften untergebracht. Im bestehenden Hauptgebäude sind keine größeren Umbaumaßnahmen erforderlich: Die Fachräume (Biologie, Chemie usw.) bleiben, wo sie sind. Nach dem Bezug des Erweiterungsbaus kann die Aula vergrößert werden. Die Innenhöfe will man miteinander verbinden. Um dem Bedarf an Parkplätzen gerecht zu werden, soll eine Tiefgarage errichtet werden.

Die Kosten für den Erweiterungsbau und die Tiefgarage werden sich laut aktuellen Planungen auf 18 Millionen Euro belaufen. Weitere acht Millionen Euro sind für die Sanierungsbereiche des bestehenden Gebäudes veranschlagt, wobei dieses Vorhaben in den kommenden Monaten von dem Planungsteam noch genauer untersucht wird. Ergebnisse sollen im Frühjahr vorliegen.


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