25.10.2018, 09:15 Uhr

Feierstunde in Dingolfing „Sie waren ein Glück für die Bayerischen Motorenwerke“


Feierstunde zum 90. Geburtstag von Eberhard v. Kuenheim im BMW-Werk Dingolfing

DINGOLFING Mit einer Feierstunde ehrte die BMW Group das Lebenswerk ihres ehemaligen Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzenden Eberhard v. Kuenheim, der am 2. Oktober seinen 90. Geburtstag feierte. Neben Wegbegleitern, Investoren, Vorständen, Aufsichts- und Betriebsräten gratulierten ihm stellvertretend für die gesamte Belegschaft auch 100 Mitarbeiter des BMW Werks Dingolfing. Der niederbayerische Standort gilt als historischer Ort der Ära v. Kuenheim und wurde deshalb für die Feierlichkeiten gewählt. 1973 eröffnete Eberhard v. Kuenheim in der damaligen Kleinstadt in Niederbayern das bis heute größte europäische Werk des Unternehmens. Mitten in der Ölkrise, von vielen kritisiert, ein mutiger und zukunftsorientierter Schritt. Wenn 2021 in Dingolfing der erste BMW iNEXT vom Band rollen und für die BMW Group eine neue Ära der Mobilität einläuten wird, dann setzt sich an diesem Ort die von Kuenheim geprägte Tradition „Zukunft“ fort.

„Sie waren ein großes Glück für die Bayerischen Motorenwerke“, würdigte Stefan Quandt das Leben und Wirken Eberhard v. Kuenheims. Quandts Vater Herbert holte den Maschinenbauingenieur 1965 in seine Unternehmensgruppe, in der dieser zunächst deren Gesellschaften technisch beriet und koordinierte. Er war stellvertretender Vorstandsvorsitzender der zur Quandt-Gruppe gehörenden Industriewerke Karlsruhe Augsburg (IWKA), als ihn Herbert Quandt 1970 nach München schickte und er zum Vorstandsvorsitzenden der BMW AG berufen wurde. Nach über 23 Jahren an der Spitze des Vorstands des Autobauers wechselte er 1993 in den Aufsichtsrat, dessen Vorsitz er weitere fast sieben Jahre innehatte. „Mit dem höchsten Respekt vor Ihrer beeindruckenden Lebensleistung gratuliere ich im Namen unserer Familie von Herzen und wünsche Ihnen alles Gute!“, so Stefan Quandt weiter.

Als er am 1. Januar 1970 in der BMW AG den Vorsitz des Vorstands übernahm, war er der jüngste Unternehmenslenker in der deutschen Großindustrie. Als er am 13. Mai 1993 in den Aufsichtsrat wechselte, war er der dienstälteste Vorstandsvorsitzende in der Geschichte des Münchner Autobauers. „Sie haben mutige und weitblickende Entscheidungen getroffen und das Unternehmen nachhaltig geprägt“, würdigte Norbert Reithofer, Aufsichtsratsvorsitzender der BMW AG, die Leistungen seines Vorgängers. „Und dabei haben Sie sich und das Unternehmen immer auch gesamtwirtschaftlich und gesellschaftlich in der Verantwortung gesehen“, so Reithofer weiter.

Dingolfing, Regensburg, Wackersdorf und Eisenach: Unter der Führung von Eberhard v. Kuenheim wurde der Grundstein für eine breite Produktionsbasis in Deutschland gelegt. Gleichzeitig öffnete er das Unternehmen und führte es auf neue Weltmärkte, in einem mutigen Schritt beispielsweise nach Japan. Produktionsstandorte in Südafrika, USA und Österreich folgten. „Der Wert der Langfristigkeit und die Fähigkeit, die eigene Zukunft zu gestalten, waren für Sie immer Grundlage eines erfolgreichen unternehmerischen Handelns“, hob Harald Krüger, Vorstandsvorsitzender der BMW AG, hervor. „Das ist bis heute der viel zitierte BMW Weg, den wir entschlossen weiter gehen“, so Krüger anlässlich der Feierstunde in Dingolfing.

Unter der Ägide Eberhard v. Kuenheims stieg der Umsatz des Unternehmens von 1,7 Mrd. DM im Jahr 1970 auf 31 Mrd. DM – das mehr als 18fache – im Jahr 1992. Die Zahl der Arbeitsplätze hat sich von anfangs 23.000 auf fast 74.000 in seinem letzten vollen Geschäftsjahr mehr als verdreifacht. Dadurch hielten nicht nur Beschäftigung und Wohlstand Einzug in den zuvor strukturschwachen Osten Bayerns. Mit seinen antizyklischen Entscheidungen und im engen Schulterschluss mit den Arbeitnehmervertretern sorgte v. Kuenheim auch in schwierigen Zeiten für eine Zukunftsperspektive der Menschen im Unternehmen. „Unsere Zusammenarbeit war stets geprägt von gegenseitigem Respekt und Vertrauen“, erinnert sich Manfred Schoch, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der BMW AG. „Auch in anspruchsvollen Zeiten, ich erinnere an die Rover Krise im Jahre 1999, haben wir immer einen Weg gefunden, der für beide Seiten tragbar war. Diese Eigenschaft, das Ringen um konstruktive, machbare Lösungen, habe ich immer sehr geschätzt“, würdigt Manfred Schoch.

Jubilar Eberhard v. Kuenheim zeigte sich angesichts der Glückwünsche und des überraschenden Empfangs durch die Dingolfinger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichtlich gerührt. Zum Produktionsanlauf des autonom fahrenden BMW iNEXT im Jahr 2021 versprach er wieder zu kommen.


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