18.10.2018, 09:07 Uhr

Vortrag in Dingolfing Faszination Jakobsweg – so kämpfte sich Helmut Hopf zurück ins Leben


Trotz Schlaganfällen wanderte der 62-Jährige 12.000 Kilometer auf dem Jakobsweg

Dingolfing. „Er läuft und läuft und läuft …“ Der Kult-Slogan eines bekannten deutschen Autoherstellers trifft auch auf Helmut Hopf zu. Gesundheitliche Rückschläge haben den heute 62-Jährigen nicht aufhalten können. Im Gegenteil: Das Wandern wurde seine große Leidenschaft, unglaubliche 18.000 Kilometer auf Schusters Rappen hat er inzwischen zurückgelegt!

Das Jahr 1996 bedeutet eine Zäsur in Helmut Hopfs Leben: Er erleidet einen Schlaganfall. Seinen Beruf als Kfz-Meister kann er fortan nicht mehr ausüben. Es ist eine schwere Zeit für den verheirateten Familienvater. Doch er lässt sich nicht unterkriegen. „Ich habe mich zurückgekämpft“, erinnert er sich. Als es seine Konstitution wieder zulässt, nimmt Helmut Hopf zunächst ambitionierte Radtouren in Italien oder Norwegen in Angriff. Seine wahre Passion entdeckt er jedoch im Jahr 2004, als er erstmals auf dem weltberühmten Jakobsweg unterwegs ist. Das Erlebte lässt ihn nicht mehr los. „Mich hat der Jakobs-Virus gepackt“, schmunzelt er. Es beginnt mit „kleineren“ Teilstücken von maximal 1.000 Kilometern. Darunter der „Camino Francés“ vom Norden Spaniens bis zum Wallfahrtsort Santiago de Compostela oder der Via de la Plata (von Sevilla nach Santiago).

Seine Wanderlust ist damit längst nicht gestillt. 2009 startet er zum ersten „großen Weg“. Aus seiner niederbayerischen Heimat – Helmut Hopf wohnt im Landkreis Landshut – marschiert er bis Santiago de Compostela – etwa 3.000 Kilometer! Gut drei Jahre später eine weitere Mammut-Tour über dieselbe Distanz. Die Begegnungen mit faszinierenden Menschen, die Schönheit und Vielfalt der verschiedenen Wegstrecken haben Helmut Hopf nie wieder losgelassen. Das Erlebte hat er später in einem Buch mit dem Titel „Der Weg meines Lebens“ aufgeschrieben.

Doch das Schicksal meint es nicht gut mit Helmut Hopf. 2014 der zweite Schlaganfall, der seine Bewegungsfreiheit weiter einschränkt. Seine Touren sind jetzt kürzer, jedoch nicht weniger eindrucksvoll. Bestes Beispiel: Er bewältigt die Tour „Deutschland Nord – Süd“, wandert dabei von der Ostsee bis zum Bodensee.

Von seinen Erlebnissen auf dem Jakobsweg erzählt Helmut Hopf am 19. Oktober im Hofbräuhaus Dingolfing (19 Uhr, Bräuhausgasse 12). Sein Vortrag trägt den Titel „Best of Camino – das Beste aus 12.000 Kilometern Jakobsweg“. Der Eintritt ist frei.

Helmut Hopf will andere an der Faszination Jakobsweg teilhaben lassen, aber gleichzeitig auch die eigene Erinnerung bewahren. Der 62-Jährige sagt: „Durch meine Schlaganfälle ist das Vergessen ein Teil meines Lebens geworden. Ich halte diese Vorträge auch, damit ich nicht vergesse, wie wunderbar und erfüllend diese Erlebnisse waren.“


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