26.06.2018, 14:29 Uhr

Herz einer Ex-Deggendorferin schlägt bei der WM für Island


Ehemann Sebastian ist Athletiktrainer der isländischen Nationalmannschaft.

DEGGENDORF/ST. GALLEN Zwei Herzen schlagen derzeit in der Brust von Anja Boxleitner: das deutsche und das isländische, denn der Mann der Wahl-Schweizerin trainiert seit der letzten Fußball-EM das Nationalteam der Wikinger. Beim ersten Spiel der isländischen Mannschaft gegen Argentinien war die 38-Jährige zusammen mit ihrer Schwester Katharina in Moskau, um der Mannschaft vor Ort die Daumen zu drücken.

1:1 ging das Spiel aus, aber für die „kleinen“ Isländer war das Unentschieden fast wie ein Sieg. „Die Mannschaft und die Fans haben sich voll gefreut, weil sie auf Augenhöhe mit den Argentiniern waren“, erzählt Anja noch voller Begeisterung von dem Spiel. „Wir waren total aufgeregt!“

Island ist dieses Jahr zum allerersten Mal überhaupt bei einer WM dabei. Das allein ist für die Mannschaft schon ein Riesenerfolg. Großen Anteil an diesem Erfolg hat freilich der Ehemann von Anja: Sebastian Boxleitner. Er gehört dem Trainerstab der isländischen Nationalmannschaft an und kümmert sich als Athletiktrainer um die Fitness der Spieler, um die Verletzungsprophylaxe und um die Regeneration nach dem Spielen. Rund 80 Tage im Jahr verbringt der Sportwissenschaftler mit der isländischen Nationalmannschaft, den Rest des Jahres ist er beim Schweizer Erstligisten FC St. Gallen tätig.

Seit Sebastian den Job bei den Isländern angenommen hat, hat auch Anja die Wikinger in ihr Herz geschlossen. „Die Isländer sind ein so herzliches, weltoffenes Volk. Man gehört sofort voll dazu“, sagt die 38-Jährige, die während der Vorbereitungszeit mit ihrem Mann und den beiden Kindern für rund vier Wochen in Island war. Und auch nach Russland folgte sie ihrem Ehemann. „Eine Woche war ich in Russland und ich war total begeistert. Es ist der Wahnsinn, wenn man bei so einem Großereignis live dabei sein und auch mal einen Blick hinter die Kulissen werfen kann“, erzählt Anja stolz.

Derzeit ist die studierte Grafikerin wieder bei ihren zwei Töchtern in der Schweiz, doch das Fußballfieber dauert an und natürlich hofft sie, dass „ihre“ Isländer weiterkommen. „Verlieren können wir ohnehin nicht. Für das Team und das Land war die WM-Quali schon ein Wunder. Da können die Jungs völlig ohne Druck weiterspielen“, sagt die ehemalige Deggendorferin.

Und wenn sie weiterkommen (Anm. der Redaktion: Das Ergebnis der Vorrunde stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest) sitzt Anja sicher bald wieder im Flieger Richtung Russland, um ihr „Herzensteam“ anzufeuern!


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