14.12.2017, 16:47 Uhr

Bierdeckel-Posse „Tschüss an die Pedanten und die dekadenten Moralapostel“

v. l.: Bräu Maximilian Sailer, Katharina Gaßner (Marketing), Geschäftsführer Josef Schumacher und Seniorbräu Bernhard Sailer zeigen „bayrisch-schneidig Flagge“. (Foto: Hofbräuhaus Traunstein)v. l.: Bräu Maximilian Sailer, Katharina Gaßner (Marketing), Geschäftsführer Josef Schumacher und Seniorbräu Bernhard Sailer zeigen „bayrisch-schneidig Flagge“. (Foto: Hofbräuhaus Traunstein)

Der Werberat droht wegen dem „Busen-Bierfuizl“ eine Rüge an. Lesen Sie, wie das Hofbräuhaus Traunstein jetzt kontert.

TRAUNSTEIN/BERLIN Vor 16 Jahren entworfen, millionenfach in Gebrauch: das „Busen-Bierfuizl“ des Hofbräuhauses Traunstein. Wenn es nach dem Deutschen Werberat geht, soll damit bald Schluss sein. In einer Sitzung am 30. November kam das Entscheidungsgremium zu dem Ergebnis, dass der Deckel mit den zwei Maßen vor einem gut gefüllten Dirndl gegen Ziffer 5 der Verhaltensregeln des Werberates (Herabwürdigung und Diskriminierung von Personen) verstoße.

Deutscher Werberat droht mit öffentlicher Rüge

Diese Entscheidung flatterte dem Hofbräuhaus Traunstein jetzt ins Haus, und die Verantwortlichen um Geschäftsführer Josef Schumacher oder Bräu Maximilian Sailer verstehen, ob der Begründung, die Welt nicht mehr. Der Werberat betont, dass er „selbstverständlich nichts gegen Frauen in Dirndln hat und auch – in Anspielung auf den Artikel „S‘ Dirndl ist doch keine Burka“ – kein „Vermummungsverbot in der Werbung fordere.

Die alleinige Abbildung einer weiblichen Oberweite ohne den restlichen Körper sei aber nicht akzeptabel, da die Frau auf die Brüste reduziert würde. Der Werbetext „Was darf‘s sein?“ ist nach Ansicht des Deutschen Werberates darauf angelegt, eine Doppeldeutigkeit zu erzeugen. Dass Frauen mit Produkten gleichgesetzt werden, sei herabwürdigend und frauendiskriminierend.

Das Schreiben schließt mit der Frage an das Hofbräuhaus, Traunstein, ob die Werbung trotz der Beanstandung auch künftig geschaltet wird und dem Hinweis: Falls dem so sein sollte, droht der Werberat nach Artikel 12, Absatz 2 seiner Verfahrensordnung damit, die Bevölkerung über seine Entscheidung zu informieren, was einer öffentlichen Rüge gleichkäme.

Für das Hofbräuhaus Traunstein ist die Entscheidung trotz Werberat oder „Emanzipationspäpstin“ Alice Schwarzer längst gefallen:

Finito, basta, Schluss, aus ganz aus. Und mit einem Tschüss an die „Pedanten und dekadenten Moralapostel“: Das „Bier-Fuizl“ bleibt und wird die Kunden des Hofbräuhauses auch die nächsten Jahre und Jahrzehnte treu begleiten, wie Geschäftsführer Josef Schumacher, Seniorbräu Bernhard Sailer und Bräu Maximilian Sailer in ihrem „in gebotener Kürze“ verfassten Antwortschreiben an den Deutschen Werberat betonen.

Bayrisch Flagge gezeigt: das „Bier-Fuizl“ bleibt

Die Reaktionen auf ein Online-Voting oder aber auch die Kommentare auf den Artikel im Chiemgau/BGL Wochenblatt, die zu über 95 Prozent positiv sind, freuen uns sehr und bestärken uns in unserer Ansicht“, so Josef Schumacher.

Man würde das Ergebnis gleichsam als Auftrag der Bevölkerung verstehen, nicht das Fähnlein nach dem Wind „überzogener moralistischer Forderungen“ zu richten, sondern bayrisch-schneidig Flagge zu zeigen.

Für die Brauereifamilie sei die Farce erledigt. Man darf gespannt sein, welche Pfeile der Werberat jetzt noch aus dem Köcher zieht ...


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