04.08.2019, 09:30 Uhr

Burghauser Ehepaar hatte Glück Baumstamm landet zwei Meter vor Cabrio


Irina und Stefan Charitos sind sicher - „Wir hatten unsere Schutzengel dabei!“

BURGHAUSEN/FRANKING. Das Ehepaar Charitos aus Burghausen fährt ganz gerne mal mit seinem Cabrio an schöne Orte. Nur so, um den Tag und die Luft in den Haaren zu genießen. So harmlos sollte es auch am Freitag, 5. Juli, sein. Aber das Schicksal hatte etwas ganz anderes mit den beiden vor.

„Wir waren bei herrlichem Wetter im offenen Cabrio auf dem Weg zum Holzöster See“, beginnt Stefan Charitos mit der Erzählung der unglaublichen Geschichte. „Auf dem Weg dahin bin ich tatsächlich falsch abgebogen und wir waren ein wenig länger als gepant unterwegs.“

Ein Baum bewegt sich, ein Geräusch ist zu hören

Als sie auf der Mühlen Bezirksstraße das letzte größere Waldstück vor dem See in gemütlichem Tempo durchquerten, passierte es. Aus dem Augenwinkel bemerkten beide, dass sich ein Baumwipfel in ihre Richtung neigte, auch ein seltsames Geräusch war zu hören.

Irina Charitos wunderte sich noch für den Buchteil einer Sekunde: „Hier werden doch keine Waldarbeiten sein, ohne Warnschilder aufzustellen“ – da war es schon geschehen.

Mit lautem Krach stürzte ein Baumstamm quer über die Fahrbahn und kam kurz vor dem Auto zu Liegen. Der Cabriofahrer konnte gerade noch bremsen und der Gefahr ausweichen.

„Der Baum lag zwei Meter vor unserem Auto“, berichtet der Burghauser. „Ich habe es berechnet. Für uns lagen nur 0,2 Sekunden zwischen Leben und Tod.“ Es war zwar kein mächtiger Stamm, aber der Durchmesser von 10 bis 15 Zentimetern und die Äste hätten bei der Wucht des Aufschlags ausgereicht, um das Ehepaar schwer zu verletzen oder im schlimmsten Fall zu erschlagen.

Zum Glück waren sie nicht mit geschlossenem Dach unterwegs. Dann hätten sie den stürzenden Baum und das Geräusch von berstendem Holz nicht wahrgenommen und wären wahrscheinlich ins Unglück gefahren.

Zitternd und mit Gänsehaut stiegen beide aus. Stefan Charitos versuchte, den Baum von der Straße zu ziehen es sollte ja kein nachfolgendes Fahrzeug gefährdet werden. Aber das abgebrochene Baumteil hing noch fest am Rest des verwurzelten Stammes und ließ sich nicht bewegen.

Da geschah etwas, über das die beiden schon nach diesem gerade überstandenen Schreckensmoment zum Lachen brachte. Als erstes Fahrzeug kam ein Laster daher, der mit einem einen Kranbagger ausgestattet war.Der Fahrer besah sich die Situation, die Charitos´ fuhren ihr Cabrio aus dem Weg und der Kranführer machte sich daran, den Baum von der Straße zu heben. Allerdings scheiterte auch dieser Versuch. Der Baum hing fest.

Und jetzt ereignete sich das Unglaubliche. Aus der Gegenrichtung kam ein Auto gefahren. Dessen Fahrer hielt an, stieg aus, ging zu seinem Kofferraum und kam wortlos mit einer Kettensäge in der Hand auf die anderen Personen am Baum zu – „als wäre es das Selbstverständlichste, dass jemand eine Kettensäge im Auto dabei hat“, lachen die Charitos.

Er warf seine Säge an, schnitt den Baumstamm durch und machte sich wieder auf den Weg zu seinem Auto. Jetzt konnte der Kranführer den Stamm zur Seite heben.

Alle setzten ihre Fahrt fort. Auch das Burghauser Ehepaar ließ sich nicht beirren und kehrte noch am Holzöster See ein, wie geplant. „Das Leben ist immer gefährlich“, sagen sie. „Aber an diesem Tag hatten wir unsere Schutzengel dabei. Was sollte noch passieren?“

Dieser schöne Tag hätte tragisch enden können. Dass sich das Unglück aber dank Kran und Kettensäge so unerwartet und versöhnlich aufgelöst hat, darüber lacht das Ehepaar noch heute.


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