27.02.2019, 09:40 Uhr

„Rockys“ letzter Kampf Burghauser erntet Preise für seinen Film mit Rocky Rocchigiani


„TNT – Eine Boxerstory“ holt bei internationalen Filmfestivals Preise am laufenden Band

BURGHAUSEN/WIEN. „TNT´s Geschichte beginnt wenige Stunden vor einem Kampf. TNT hat vor, den Kampf zu verlieren, um an etwas Geld zu kommen. Dafür wurde er geschmiert. Kurz vor dem Kampf resümiert er, wie es dazu kam. In Rückblenden erzählt er vom Scheitern seiner großen Liebe, seinen Ängsten vor dem Kampf und seinem Wunsch, sich bei einem Betrüger zu rächen.“ (Quelle: facebook.com/ pg/tntboxerstory/about)

Für seinen Kurzfilm mit dem zweifachen Boxweltmeister Graciano „Rocky“ Rocchigiani in der Hauptrolle hat der aus Burghausen stammende Regisseur Mark Gerstorfer gerade wieder zwei Preise geholt – beim 39. Palermo Sportfilm Festival, dem ältesten Festival seiner Art der Welt.

In Gerstorfers Film – zugleich seine Abschlussarbeit an der Filmakademie Wien – gab der Boxer sein Schauspiel-Debüt. „Er musste Schauspielen lernen und das machte er ganz passabel“, erinnert sich der Regisseur.

„Die Arbeit mit Graciano war sehr anstrengend“

Zwar habe es zu Beginn des Drehs noch zwischen ihm und seinem Hauptdarsteller gekracht, doch die Unstimmigkeiten waren schnell bereinigt: „Graciano hat seinen Film bei einer Teamvorführung in Wien gesehen. Anfangs war es ihm ein wenig unangenehm, einen Loser zu spielen. Er ging in seiner Karriere nie k.o., aber er war sehr glücklich mit dem filmischen Ergebnis.“

Die besondere Tragik des Films: Graciano „Rocky“ Rocchigiani selbst durfte die große Deutschland-Premiere im Oktober und die Erfolge nicht mehr erleben. Er starb am 1. Oktober letzten Jahres bei einem Unfall auf einer sizilianischen Schnellstraße.

Dieses Unglück hat Gerstorfer schwer getroffen: „Wir haben uns beim Dreh angefreundet, ich war sehr stolz auf ihn und bin mir sicher, er hätte noch weitere Rollen bekommen. Sein Tod war für mich und mein Team sehr schmerzlich.“

In Palermo/Sizilien war die „TNT Boxerstory“ im Dezember gleich in drei Kategorien nominiert: Bester Fiction Film, Bester Hauptdarsteller und beste Regie. Geholt hat sich der Wahl-Wiener schließlich die „Goldenen Paladine“ für „Best Direction“ und „Best Short Film“. Auch auf Filmfestivals in Montreal, England und Mexiko fand „TNT“ größte Beachtung. In New York gab es für den Streifen den Preis als „Bester ausländischer Film“.

Der Film läuft bald auch auf Festivals in Istanbul, Berlin, Venedig und sogar im bayerischen Landshut. Mark hofft, dass „TNT“ auch in Burghausen zu sehen sein wird.

Für Mark Gerstorfer (39), der mit diesem Film sein Studium in der Meisterklasse von Oscar-Gewinner Michael Haneke krönen konnte, sind die Preise für „TNT“ werbewirsame Prädikate. Auch frühere Filme hatten ihm schon Auszeichnungen eingebracht.

Derzeit arbeitet er schon wieder an neuen Projekten: „Ich schreibe gerade an zwei Drehbüchern. Eines handelt von einer Abschiebung, die komplett aus dem Ruder läuft.“


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