29.06.2018, 11:42 Uhr

Ausbildung muslimischer Geistlicher Humboldt-Universität gründet Institut für Islam-Theologie

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Nach langer Diskussion ist es nun beschlossene Sache: Die Humboldt-Universität in Berlin gründet ein Institut für Islam-Theologie und bildet somit fortan künftige muslimische Geistliche und Religionslehrer aus.

BERLIN Die Humboldt-Universität entscheidet heute über die Gründung eines Instituts für Islamische Theologie. Konservative Islam-Verbände haben dabei viel mitzureden, wie die Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden (IGS), der Zentralrat der Muslime und die Islamische Föderation in Berlin.

Dass nur traditionell-konservative Islamvertreter als Ansprechpartner hinzugezogen werden, wird scharf kritisiert. So appellierte unter anderem Anwältin Seyran Ates, die das Kopftuchverbot für Lehrerinnen, Richterinnen und Polizistinnen erstritt und die liberale Ibn-Rushd-Goethe-Moschee gründete, dem Institut nicht zuzustimmen. Es gebe ausreichend andere Islam-Vertreter, etwa der afrikanischen oder indonesischen Gemeinden, der Gülen-Bewegung oder dem Liberal Islamischen Bund, die im Beirat eine Stimme haben könnten. 

Entschieden werden soll mit einer Zweidrittelmehrheit. Wie Forschung & Lehre berichtet, ist zum Wintersemester 2018/19 die Einrichtung von fünf Professuren geplant. Das Land Berlin stellt bis 2022 dafür 13 Millionen Euro zur Verfügung.


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