14.06.2018, 11:00 Uhr

Burghauser mag´s XXL Dieses Gefährt braucht drei Parkplätze


Dieser Fahrzeugkauf war ein Abenteuer - Andreas Stahlhofer fährt einen Offroad-LKW in XXXL

BURGHAUSEN. Fans sind sich einig: Es war die geilste Szene in „Mad Max 4“, als der „Guitar Man“ auf dem „Doof Wagon“ seinen Feuerzauber abzog. Was viele nicht wissen: Eigentlich ist der „Doof Wagon“ ein MAN KAT I A1 8 x 8 aus den Beständen der Bundeswehr: Gut zehn Meter lang, rund 14 Tonnen schwer, 13.000 ccm Hubraum, acht Zylinder und an die 400 PS – kurz gesagt: ein echtes Monster. Der junge Mann, der lächelnd an der Front seines Allrad-LKW in Tarn-Lackierung lehnt, hat mit dem Guitar Man nichts gemein. Er hat auch kein Faible fürs Militär. Er wollte eigentlich nur einen Bagger kaufen, um das Grundstück seines Hauses umzugestalten: „Für den Bagger hätte ich auch einen Tieflader gebraucht – und bei der Suche danach bin ich auf den MAN Kat gestoßen ...“

Die Gelegenheit, diesen LKW zu kaufen, war einfach zu verlockend: „Ich wollte immer schon mit einem Allradreisemobil durch Afrika fahren“, erzählt der 32-jährige Burghauser. Boko Haram und Konsorten haben den Traum vom Afrika-Trip erst mal platzen lassen. Geblieben ist bei dem Tüftler und Schrauber aber die Begeisterung für technische Details – und davon hat der MAN Kat einige zu bieten: „Es gibt kein robusteres, langlebigeres Fahrzeug. Der LKW ist zwar schon 30 Jahre alt, aber unkaputtbar und mit technischen Feinheiten ausgestattet wie der Wandlerschaltkupplung, die heute gerade mal Einzug hält im zivilen LKW-Bau“, schwärmt der Wacker-Mitarbeiter.

Offroad-LKW – oder nur ein Blumentopf ...?

Besonders stolz ist Andi, dass es ihm gelungen ist, den Off-Road-LKW, der einst mit einer Patriot-Rakete bestückt war und im Gelände geschwindigkeitsmäßig mit einem Leopard II-Panzer mithalten kann, ganz legal auf die Straße zu bringen: „Das hätte auch schiefgehen können, und der Offroad-LKW hätte als ,Blumentopf‘ in meinem Garten geendet“, schmunzelt er.

Aber Hartnäckigkeit, charmantes Verhandlungsgeschick und ein gutes Argument haben Erfolg gebracht: Andis´ Kat ist der einzige in Deutschland, der mit einer Überbreite von drei Metern auf deutschen Straßen fahren darf. Kürzlich hat Andi Stahlhofer seine erste Ausfahrt unternommen, zur weltgrößten Offroad-Messe „Abenteuer & Allrad“ in Bad Kissingen. „Mein Karren hat dort schon für Interesse gesorgt, aber am meisten hat die vertretenen Kat-Clubs interessiert, wie ich ihn zugelassen bekommen habe“, freut er sich.

Nun stehe erst einmal wieder die Renovierung seines Häuschens im Vordergrund, aber die nächsten KAT-Pläne sind auch schon am Reifen: „Ich würde gern bei einem Event in Österreich teilnehmen: Beim Offroad-Treffen in Erzberg kann man nämlich auch richtig ins Gelände fahren“, verrät Andi. Für ihn heißt das einmal mehr, Überzeugungsarbeit zu leisten, denn auf österreichischen Straßen ist sein Kat (noch) nicht zugelassen. „Aber so ein Fahrzeug ist schützenswert und die Leute sollten es sehen können“, argumentiert er und weiß, das sein MAN Kat bei vielen Interesse weckt.


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