05.06.2018, 11:33 Uhr

Armer Kater! Kater Tiger überlebte Schuss und auch noch eine Vergiftung

Mit seinen sechs Kilo ist Kater Tiger ein wahrer Prachtkerl – was ihm möglicherweise das Leben gerettet hat. (Foto: pa)Mit seinen sechs Kilo ist Kater Tiger ein wahrer Prachtkerl – was ihm möglicherweise das Leben gerettet hat. (Foto: pa)

Treibt in Erlbach ein Katzenhasser sein Unwesen? Kater Tiger wurde schwer verletzt

ERLBACH. Googelt man im Internet „Katze beschossen“ finden sich seitenweise und deutschlandweit Berichte über derartige Tierquälereien. Offenbar ist die Zahl derer groß, die keinen Respekt und kein Mitgefühl für lebende Kreaturen haben.

Nun gibt es einen solchen traurigen Fall auch wieder aus dem Landkreis Altötting zu vermelden: In Erlbach musste Familie Konrad ein Drama um Kater Tiger erleben. Seit neun Jahren lebt der rot gestreifte Kater, der für die Konrads ein geliebtes Familienmitglied ist, in der Siedlung an der Nömaier-Straße, idyllisch am Ortsrand, zwischen Hügeln und Feldern gelegen. „Hier hat fast jeder ein Haustier, es gibt viele Hunde und Katzen“, weiß Alexandra Konrad. Sie macht sich nun Sorgen, dass auch anderen Tieren in der Siedlung so etwas wie ihrem Tiger angetan wird.

„Es war in der Nacht vom 21. auf 22. Mai, als sich Tiger massiv erbrochen und 40 Grad Fieber hatte. Uns war schon aufgefallen, dass er nichts frisst oder trinkt. Der Tierarzt vermutete zunächst, er hätte was im Hals stecken. Beim Röntgen wurde dann festgestellt, dass auf das Tier geschossen worden war. Die Kugel befand sich nahe seines Herzens“, berichtet die Katzenbesitzerin. Weil Luftgewehrkugeln eine Bleivergiftung nach sich ziehen können, veranlasste sie auch eine Blutentnahme und die brachte Ungeheuerliches zutage: Der Kater hatte auch Rattengift im Körper. „Leber und Niere waren stark angegriffen und Tiger hatte innere Blutungen. Dazu noch die Schussverletzung – sein Leben hing am seidenen Faden ...“, so die Erlbacherin.

Die Familie beschloss, den Anschlag auf ihren Kater bei der PI Altötting anzuzeigen: „Da wir aber keinen Verdacht haben, wer das gemacht haben könnte, und auch nicht glauben, dass Tiger gezielt ins Visier genommen wurde, konnten uns die Beamten wenig Hoffnung machen, dass es eine Aufklärung geben wird“, ist Alexandra Konrad, wie so viele Tierfreunde, enttäuscht von den geringen Chancen, einen Tierhasser zur Rechenschaft ziehen zu können.

Tiger ist inzwischen wieder wohlauf. „Aber er hat sich verändert, bleibt viel mehr daheim und ist sehr zutraulich. Er war neun Jahre lang ein Freigänger, und das können wir nicht plötzlich unterbinden. Wir schauen halt, dass er nachts möglichst daheim bleibt.“

Rund 500 Euro haben die Konrads mittlerweile für die Genesung ihres Katers ausgegeben: „Wir möchten die Tierbesitzer hier in der Siedlung warnen und bitten, Augen und Ohren offen zu halten“, so Alexandra Konrad. Es ist schließlich ein ungutes Gefühl, einen Tierhasser in der Nachbarschaft vermuten zu müssen ...


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