30.05.2018, 09:17 Uhr

Asylbetrug Hauptverdächtiger hatte 14 Identitäten

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Einer nigerianischen Schleuserbande wird zur Last gelegt, seit 2014 Scheinehen arrangiert zu haben, um Aufenthaltsgenehmigungen für die EU zu erhalten. Der Hauptverdächtige soll dieses illegale Geschäft unter 14 Identitäten betrieben haben.

BERLIN Die nigerianische Schleuserbande soll im Dezember 2014 angefangen haben, Scheinehen zu organisieren und bis dato Einnahmen in Höhe von einer Million Euro gemacht haben. Der Haupttäter soll dieses Geschäft unter 14 Identitäten betrieben haben und das meiste Geld kassiert haben.

Die Masche: Heiratswillige Portugiesinnen wurden in Portugal angeworben und nach Berlin gebracht. Gleichzeitig besorgte die Bande laut Ermittlern gefälschte Eheurkunden aus Nigeria. Dann gingen der Nigerianer und die Portugiesin mit der Urkunde zur Berliner Ausländerbehörde, um sich eine Aufenthaltsbescheinigung für die EU ausstellen zu lassen, die in der Regel auf fünf Jahre befristet ist. Dafür zahlten die nigerianischen Männer nach Erkenntnissen der Ermittler bis zu 15.000 Euro.

Anschließend reisten die Portugiesinnen wieder nach Hause zurück - mit nur ein paar Hundert Euro mehr in der Tasche. Das meiste Geld sollen die Schleuser rund um den Hauptverdächtigen Oscar Manuel P. verdient haben.

Ermittler des Berliner Landeskriminalamtes sollen laut der Berliner Morgenpost die Scheinehen-Bande seit November 2016 im Visier gehabt haben. Die Überwachungsmaßnahmen liefen ein Jahr, bis man sich für einen Zugriff entschied. Das Kalkül der Ermittler: Sie wollten das System hinter den Scheinehen offenlegen.

Vorwürfe, dass die Berliner Ausländerbehörde die Scheinehen trotz Hinweisen zugelassen habe, weist man in der Innenverwaltung zurück. Nach eigenen Aussagen habe man sofort gehandelt, als diese Informationen offengelegt wurden. So sollen die Beamten ab August 2016 nigerianische Eheurkunden überhaupt nicht mehr anerkannt haben. Außerdem habe man sogenannte Scheinehen-Befragungen durchgeführt.

Das Verfahren ist so komplex, dass für den Prozess mindestens 20 Verhandlungstage angesetzt sind. Es wird voraussichtlich bis zum November dieses Jahres laufen.


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