06.03.2018, 10:06 Uhr

Altöttinger Familie verzweifelt 32.000 Euro in nur drei Jahren! Hohe Stromkosten plagen Familie

Die Stromrechnungen der Familie Hamann für 2016 und 2017 sind schier unbezahlbar.  (Foto: Christa Latta)Die Stromrechnungen der Familie Hamann für 2016 und 2017 sind schier unbezahlbar. (Foto: Christa Latta)

Die sechsköpfige Familie sucht mit Hund und Katze ein neues Zuhause mit bezahlbarem Energieverbrauch

ALTÖTTING. Im Durchschnitt verbrauchte 2017 in Deutschland ein Haushalt mit sechs Personen 6.000 Kilowattstunden im Jahr. Unglaubliche 69.333 kWh soll die sechsköpfige Altöttinger Familie Hamann 2016 verbraucht haben. Mehr als das Zehnfache des normalen Durchschnittverbrauchs.

Bei einem Stromverbrauch von 69.330 kWh steigt sogar der Online-Strom-Check aus: „Ihr Stromverbrauch ist ungewöhnlich hoch und erscheint unplausibel“, heißt es da. „Haben Sie sich vielleicht verschrieben? Bitte überprüfen Sie Ihre Eingaben.“

Stromverbrauch stieg plötzlich um 50.000 kWh

In den zwei Jahren zuvor lag der Stromverbrauch der Hamanns um die 17.000 kWh. Weil das Haus mit zwei Nachtspeicheröfen beheizt wird, schien der jungen Familie das noch normal – aber auch schon enorm teuer. Wie der Verbrauch allerdings von einem Jahr auf das andere um mehr als 50.000 kWh ansteigen konnte, ist ungeklärt. Der Stromversorger pocht auf den korrekten Betrieb des Stromzählers und auf Bezahlung. Um den Betrag einzutreiben, wird der Lohn des Familienvaters gepfändet. Das Rädchen des Stromzählers rast weiter, die Hamanns sind ratlos.

Die Abrechnung für das Jahr 2017 schlägt noch mit rund 27.000 kWh zu Buche. Aktuell beträgt der monatliche Abschlag der Hamanns 817 Euro. Ein Betrag, der allmonatlich ein tiefes Loch in die Familienkasse reißt.

Dazu kommt, dass die Wohnqualität des alten Mietshauses nicht die beste ist. „Einen Energieausweis haben wir beim Einzug 2013 nicht bekommen“, zählt das Ehepaar auf. „Nach dem Einzug wurde die Fassadenverkleidung abgenommen, seither ist das Haus ungedämmt. In Bad und WC bildet sich Schimmel, die Fenster sind undicht.“ Das und noch mehr hat die Familie lange in kauf genommen, weil die Lage des Hauses in Altöttings Zentrum gut ist und keine Alternative zu finden war.

„Im Winter wohnen wir zu sechst im ersten Stock des Hauses“, erzählen Agnes und Andreas Hamann. „Im Erdgeschoss gibt es für Küche und Wohnzimmer keine Heizung, nur einen Holzofen. Im Kinderzimmer ist gar keine Heizmöglichkeit.“

Im Winter leben die sechs in zwei Zimmern

Im Obergeschoss gibt es einen Heizlüfter im Bad und in Schlaf- und Kinderzimmer je einen Nachtspeicherofen – die Hamanns wissen nicht, wie alt die sind. Laut Vermieterin sind sie aber korrekt gewartet.

Die vier Kinder von fünf bis 17 Jahren teilen sich zum Spielen, Schlafen und für die Hausaufgaben ein Zimmer. Die meiste Zeit halten sich aber alle zusammen im Elternschlafzimmer auf.

Die Mahlzeiten bereitet Agnes Hamann unten, in der kalten Küche zu, gegessen wird – mangels anderer Sitzgelegenheit – auf dem Elternbett. Mit im Haus sind noch ein Hund und eine Katze.

Der Mutter tut es weh, dass ihre Kinder keine Freunde mit nach Hause bringen können. Es wäre ihr zu peinlich, wenn andere sehen, wie sie wohnen. Auch Besuche der eigenen Verwandtschaft wiegeln die Hamanns aus Scham ab.

Die sechsköpfige Familie sucht schon lange nach einem neuen Zuhause, einem Häuschen oder einer Wohnung. Am liebsten in oder rund um Altötting, weil hier die Kinder zur Schule gehen und der Bahnhof für den Weg zur Arbeit nah ist.

„Wir könnten pro Monat bis zu 1.000 Euro Miete bezahlen, nur eine Kaution wäre schwierig für uns“, hat Andreas Hamann durchgerechnet. Auch renovierungsbedürftig dürfte die neue Heimat sein, denn der Familienvater ist handwerklich geschickt.

Die Eltern haben beschlossen, dass sich etwas ändern muss. Die Stromschulden werden abgestottert, doch neue wollen sie nicht mehr anhäufen müssen. Nach einiger Überwindung haben sie sich beim Wochenblatt gemeldet, um vielleicht auf diesem Weg ein neues Zuhause zu finden.

Agnes und Andreas Hamann hoffen auf Hilfe: „Liebe Leser des Wochenblatts, falls Sie unserer Familie ein Haus oder eine große Wohnung zur Miete anbieten können, melden Sie sich bitte beim Wochenblatt. Wir möchten es doch nur warm und gemütlich haben.“

Wenn Sie der Altöttinger Familie Hamann helfen können, melden Sie sich beim Wochenblatt, Tel. (08677) 963-0 oder schreiben Sie eine E-Mail an redaktion-bgh@wochenblatt.de


0 Kommentare