31.01.2018, 17:00 Uhr

Noch mehr Blutspender gewinnen Blutspendedienst und DAV wollen Leben retten

(Foto: BSD / Andi Mayr)(Foto: BSD / Andi Mayr)

Auch Kletterprofi und DAV-Mitglied Sebastian Halenke hat seine erste Blutspende abgegeben

BAYERN. Der Blutspendedienst geht ab sofort Hand in Hand mit dem Deutschen Alpenverein (DAV). Ziel ist es, auf die große gesellschaftliche Bedeutung der Blutspende aufmerksam zu machen. Dazu gehört es, langfristig möglichst viele Blutspender zu gewinnen und dabei insbesondere DAV-Mitgliedern aufzuzeigen, wie einfach sie sich als Lebensretter auszeichnen können. Denn: Freiwilliges Blutspenden rettet Leben und ist ein sozialer Dienst für die Gemeinschaft aller.

Als gemeinnützige Organisationen leisten sowohl DAV wie auch BSD in ihren jeweiligen gesellschaftlichen Bereichen wichtige Beiträge, die größtenteils auf ehrenamtlicher Arbeit basieren. Der DAV ist als weltgrößter Bergsportverband Ansprechpartner Nummer eins für rund 1,2 Millionen berg- und outdoorsportinteressierte und aktive Menschen, unter ihnen sind über 300.000 Mitglieder im Alter bis 27 Jahre, die in der Jugend des DAV organisiert sind. Der Zugang zu einer neuen Zielgruppe bedeutet für die Arbeit des Blutspendedienstes mit Blick auf dessen Versorgungsaufgabe eine wirkungsvolle Chance. Aktuell kann der BSD auf rund 250.000 aktive Blutspender in Bayern vertrauen, die durchschnittlich zweimal im Jahr ihr Blut für andere Menschen geben. So gewährleistet der BSD im Freistaat eine umfassende und sichere Versorgung mit überlebenswichtigen Blutprodukten und fördert das Gesundheitswesen.

Mit gutem Beispiel voran geht einer aus dem Mitgliederkreis der DAV-Jugend: Sebastian Halenke spendete zum ersten Mal Blut und ist damit neuer Lebensretter! Nicht nur augenscheinlich besitzt der junge Mann Charisma. Normalerweise trifft man den Nationalkaderathleten und Weltcupsieger hängend an der Kletterwand. Für die Blutspende hat er sich aus Überzeugung von ihr losgeeist und einfach mal hingelegt. „An die Spenderliege könnte ich mich glatt gewöhnen“, sagt der 22-Jährige. Wie es war, warum er Blut spendet und es wieder tun will, erzählt Sebastian Halenke im Interview.

Sebastian, wie war`s das erste Mal auf der Spenderliege?

Grundsätzlich ist es ja immer ungewohnt, neue Dinge zu tun. Aber ich muss sagen, ich war sehr entspannt auf der Liege, auch weil das Umfeld sehr nett und aufgeschlossen war. Dementsprechend war das Ganze halb so schlimm und ging zu meinem Erstaunen auch ziemlich schnell.

War Dir das Thema Blutspenden völlig neu?

Ich habe mich ja bewusst dafür entschieden, Blut zu spenden. Auch wenn ich mich vorher noch nicht tiefgreifender damit auseinandergesetzt hatte, weiß ich dennoch um die andauernde Problematik, genügend Spender zu finden, auch in Bezug auf seltene Blutgruppen. Deshalb sehe ich es auch als unheimlich nützlich an, dass der Blutspendedienst und der DAV jetzt gemeinsame Wege gehen, um die Blutspende anzukurbeln. Ab jetzt bin auch ich mit meinem Herzblut dabei und werde mit Sicherheit wieder spenden.

Und fernab der Spenderliege - wie sieht Dein Leben als Kletterer aus?

Ich bin professioneller Wettkampfkletterer. Dementsprechend besteht meine Freizeit zu 95 Prozent aus Training. Aufgrund der vielen Wettkämpfe, die ich im Jahr bestreite, ist auch die Reisetätigkeit nicht unerheblich. Wenn ich mal zu Hause bin, bin ich sehr gern draußen in der Natur. Ich wohne im Schwarzwald und genieße dort gern die Zeit zum Durchatmen, um Ruhe und Kraft zu tanken.

Du hast Dir eine Sportart ausgesucht, die stark auf dem Vormarsch ist – warum gerade Klettern?

Ich bin hier bei der für mich richtigen Sportart angekommen. Meinen Eltern sei Dank! Wir haben alle zusammen angefangen, als ich noch klein war, und uns alles selber beigebracht. Mittlerweile ist Klettern für mich viel mehr als nur ein Sport, den man betreibt. Es ist eine ganze Lebensart – eine Art zu denken, zu fühlen, sein Leben zu gestalten. Und meine persönlichen Erfahrungen, mein mittlerweile großes fachliches Know-how und meine Motivation will ich gerne weitergeben, insbesondere an junge Leute.

Nachwuchs und Motivation braucht im Übrigen auch die Blutspende…

Genau deshalb habe ich mich auch entschieden, dieses gesellschaftliche Thema zu unterstützen. Die Blutspende ist ein enorm wichtiger humanitärer Einsatz – eine lebenswichtige Sozialleistung, die einfach mehr Aufmerksamkeit braucht. Ich möchte nicht nur möglichst viele fürs Klettern begeistern, sondern auch für die Blutspende. Nicht zu vergessen ist, dass man selber unter Umständen auch einmal Blut brauchen könnte.


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