11.12.2017, 08:20 Uhr

Pilotprojekt Insassen sollen Internetzugang und Computer erhalten

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Die JVA Heidering in Brandenburg startet Anfang 2018 das Pilotprojekt „Resozialisierung durch Digitalisierung“. Damit gehören die Häftlinge bundesweit zu den Ersten, die einen Zugang zum Internet erhalten.

HEIDERING/BRANDENBURG Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) läutet mit dem Pilotprojekt „Resozialisierung durch Digitalisierung“ Anfang 2018 eine Testphase ein, in der er Gefängnisinsassen die Möglichkeit geben will, mit der Zeit zu gehen. 

Der Zugang zum Internet und die Bereitstellung von insgesamt 35 Tablets sowie einigen Computern soll ein erster Schritt sein, damit Häftlinge nach ihrer Haftstrafe leichter ins Leben zurückfinden. 

„So können sie schon aus der Haft heraus auf Wohnungssuche gehen, sich auf dem Arbeitsmarkt umsehen, Bildungsangebote nutzen und Nachrichtenportale besuchen“, begründet Behrendt die Vorteile des Pilotprojektes, von dem zunächst nur etwa 70 Insassen einer Gefangenenstation profitieren werden. Auch ein Fernstudium könnte so in Betracht gezogen werden. 

Laut der Berliner Morgenpost werde es natürlich einige Sicherheitsbarrieren geben. Außerdem dürften pädophile Kinderschänder oder Internet-Betrüger das Angebot nicht nutzen. 

Finanziert wird das Pilotprojekt mit 250.000 Euro pro Jahr aus dem Doppelhaushalt für 2018 und 2019. Würde es auf alle Berliner Justizvollzugsanstalten ausgeweitet, müsse man mit rund 600.000 Euro pro Jahr kalkulieren, schätzt der Justizsenator. Überlegt wird auch - wenn sich das Projekt als erfolgreich herauskristallisieren sollte - die Insassen mitbezahlen zu lassen. 


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