19.08.2020, 14:13 Uhr

Kooperation Straubing als „bayerisches Zentrum der Bioökonomie“

Haben sich erst zur Abschlusspräsentation persönlich am BioCampus im Hafen Straubing-Sand getroffen: (von links) Prof. Alexander Hübner (TUM Campus Straubing), Ann-Kathrin Kaufmann (BioCampus Straubing GmbH), Stefan Wiesheu (Student), Layla Roche (Studentin), Fabian Lorson (Projektbetreuer TUM Campus Straubing), Victoria Hunnenbart (Studentin), Jakob Eisfelder (Student) sowie Claudia Kirchmair (BioCampus Straubing GmbH).  Foto: TUMCSHaben sich erst zur Abschlusspräsentation persönlich am BioCampus im Hafen Straubing-Sand getroffen: (von links) Prof. Alexander Hübner (TUM Campus Straubing), Ann-Kathrin Kaufmann (BioCampus Straubing GmbH), Stefan Wiesheu (Student), Layla Roche (Studentin), Fabian Lorson (Projektbetreuer TUM Campus Straubing), Victoria Hunnenbart (Studentin), Jakob Eisfelder (Student) sowie Claudia Kirchmair (BioCampus Straubing GmbH). Foto: TUMCS

Eine Projektarbeit von Studierenden des Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit der Technischen Universität München (TUM) mit dem Biocampus im Hafen Straubing-Sand zeigt die große Bedeutung von Nachwachsenden Rohstoffen in der Region sowie potentielle Synergieeffekte.

Straubing. Seit Jahren genießt die Stadt Straubing weit über Ostbayern hinaus einen hervorragenden Ruf als Region der Nachwachsenden Rohstoffe. Nun bestätigen Studierende des Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit der Technischen Universität München (TUM) in einer Projektarbeit die große Bedeutung stofflicher oder energetischer Nutzung von Biomasse für den Wirtschaftsstandort Straubing. Die Studierenden haben dazu in Zusammenarbeit mit der BioCampus Straubing GmbH im Hafen Straubing-Sand eine Marktanalyse zu Nachwachsenden Rohstoffen durchgeführt.

Die Technische Universität und der BioCampus hatten es sich zur Aufgabe gemacht, den Markt für Nachwachsende Rohstoffe im Hinblick auf Branchen, Lücken und Potentiale zu untersuchen – passend zum Wissenschaftsjahr 2020/21, das im Zeichen der Bioökonomie steht. Anders als sonst fand das Modul im Rahmen des BWL-Studiums dieses Semester pandemiebedingt digital statt – mit Videoanrufen aus den eigenen vier Wänden statt Meetings an Konferenztischen. Sieben Wochen lang suchten die Studierenden Victoria Hunnenbart, Layla Roche, Jakob Eisfelder und Stefan Wiesheu nach Akteuren mit Bezug zu Nachwachsenden Rohstoffen weit über Niederbayern hinaus; im Mittelpunkt stand dabei Straubing. Unterstützt wurden sie von Ann-Kathrin Kaufmann und Claudia Kirchmair vom BioCampus sowie den TUM-Campus-Betreuern Prof. Alexander Hübner und Fabian Lorson.

Die Studierenden erstellten im Rahmen ihrer Marktanalyse eine Datenbank mit Unternehmen aus Niederbayern und Umgebung, die mit Nachwachsenden Rohstoffen arbeiten, und kategorisierten diese Firmen anhand verschiedener Faktoren wie Branche, Schlüsseltechnologie oder Position in der Lieferkette. In der Region Straubing verorteten die Studierenden 128 Akteure für ihre Analyse – fast so viele wie in Passau und Landshut zusammen. Straubing stellt laut der Studierenden somit den „Spross der Bioökonomie“ in Ostbayern dar. Vor allem Holz ist in Straubing und Umgebung den Ergebnissen zufolge ein Schlüsselrohstoff.

Die Datenbank bietet nun die Möglichkeit, Synergieeffekte zwischen Unternehmen zu schaffen. So kann es gelingen, die Nutzung von Nachwachsenden Rohstoffen zu fördern und auf weitere Unternehmen mit Hilfe von sogenannten „Matching-Konzepten“ in Form von Forschungskooperationen oder Umweltinnovationsprogrammen auszuweiten. Die BioCampus Straubing GmbH kann diese Instrumente und Erkenntnisse nun in ihrer täglichen Netzwerkarbeit einsetzen.

„Dass Straubing die Region der Nachwachsenden Rohstoffe genannt wird, habe ich in erster Linie immer auf das Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (KoNaRo) und den Hafen Straubing-Sand zurückgeführt. Wie viel mehr hinter dem Begriff steckt, ist mir dann im Laufe der Analyse bewusstgeworden“, sagt Studentin Layla Roche.

Sowohl der Hafen Straubing-Sand als auch der TUM Campus wollen nach diesem erfolgreichen gemeinsamen Projekt ihre Zusammenarbeit weiter intensivieren. „Die Kooperation mit den wissenschaftlichen Einrichtungen vor Ort ist für unser Ziel, Straubing insgesamt und vor allem den BioCampus im Hafen zum bayerischen Zentrum für Bioökonomie und industrielle Biotechnologie zu entwickeln, auf vielen Ebenen essentiell“, sagt Ann-Kathrin Kaufmann, Teamleiterin Biobasierte Wirtschaft am BioCampus Straubing. „Daher ist die Option, für dieses Ziel relevante Fragestellungen in Zusammenarbeit mit Studierenden intensiv zu bearbeiten, für uns eine tolle Möglichkeit, diese Symbiose auszubauen. Dass die Studierenden uns und wir sie dabei besser kennenlernen, ist ein schöner Nebeneffekt“, sagt Kaufmann.


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