28.06.2019, 11:05 Uhr

Positive Resonanz Wahlfach „Stärken kennenlernen“ – neue Kreativ-Gruppe an der Mittelschule in Hirschau

(Foto: Simone Yildirim)(Foto: Simone Yildirim)

Es ist Montagnachmittag an der Mittelschule Hirschau. Seit Mitte März treffen sich hier regelmäßig acht Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Klassen freiwillig, um gemeinsam ihre persönlichen Stärken auszuloten. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) und der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern. Heute trifft sich die Kreativ-Gruppe, wie sie genannt wird, zum letzten Mal in diesem Schuljahr.

HIRSCHAU Schülerinnen und Schülern im Rahmen eines gemeinsamen Gruppenprozesses die Möglichkeit geben ihre Stärken besser kennenzulernen. Das ist das Ziel der Kreativ-Gruppe „Was alles in mir steckt“. Die Idee dazu hatten Jugendsozialarbeiterin Simone Yildirim vom Jugendamt des Landkreises Amberg-Sulzbach und German Grützner von der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern. Aufgrund ihrer Erfahrungen aus Einzelfällen haben sie deshalb gemeinsam ein Konzept und Methoden erarbeitet, um in dieser Gruppe die Stärken der Kinder herauszuarbeiten und zu fördern. Premiere feierte die Gruppe im vergangenen Schuljahr an der Mittelschule Vilseck. In diesem Jahr wurde die Gruppe an der Mittelschule Hirschau eingerichtet. An beiden Schulen ist Simone Yildirim als Jugendsozialarbeiterin an Schulen, kurz JaSlerin, tätig. Die Resonanz der Hirschauer Kinder auf das Gruppenangebot war absolut positiv, berichtet Yildirim. „21 Bewerbungen für die Gruppe hatte es gegeben, daraus mussten wir acht Kinder auslosen“, berichtet die Jugendsozialarbeiterin.

Die Kinder freuen sich auf die Montagnachmittage und die Stunden mit den zwei Pädagogen. Eines der Kinder berichtet ihnen heute, dass es noch am Wochenende gedacht habe, krank zu werden, aber schließlich alles dafür getan hat, um heute in der Gruppe sein zu können. Solche Aussagen freuen Simone Yildirim und German Grützner, sind sie doch Bestätigung für ihre Arbeit. Soziales Lernen spielt in den Gruppen eine große Rolle, berichtet die JaSlerin. „Jede Stunde arbeiten wir sozialpädagogisch mit verschiedenen kreativen Methoden wie bspw. Malen, Bewegung und Entspannung“, berichtet Yildirim aus dem Ablauf. Dieser sei in jeder Stunde fest und die Stunden hätten einen thematischen Schwerpunkt. So könnten die Kinder besser lernen, was alles in ihnen steckt und wie Teamgeist funktioniert.

Dabei legen die Pädagogen großen Wert darauf, die Kinder in ihrer ganzen Persönlichkeit zu sehen. „Wir arbeiten mit den Kindern ohne Bewertung oder Leistungsdruck und es freut mich, dass es uns gelungen ist, in der Schule ein lebensnahes, sozialpädagogisches Kooperationsprojekt anzubieten, das die Kinder niederschwellig anspricht“, berichtet Grützner. Seine Kollegin sieht in dem Angebot eine „super Ergänzung zur Einzelfallarbeit an der Schule“. In diesem Schuljahr haben acht Kinder der Mittelschule Hirschau an Stärke gewonnen. Dank der Kreativ-Gruppe „Was alles in mir steckt“ und der Pädagogen Simone Yildirim und German Grützner. Im kommenden Jahr gibt es eine Fortsetzung, dann an der Mittelschule in Vilseck. Die beiden Schulen, an denen Simone Yildirim als JaSlerin tätig ist, sollen sich jedes Schuljahr abwechseln.

Hintergrund:

Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) ist eine besonders enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe. Schüler, Eltern und Lehrkräfte können sich mit Problemen, zum Beispiel Streit in der Familie oder Ärger in der Klasse, an die JaSler wenden. Diese versuchen dann, gemeinsam mit den Betroffenen eine Lösung zu finden. JaS ist ein freiwilliges, kostenfreies und vertrauliches Angebot und an nahezu allen Mittelschulen im Landkreis Amberg-Sulzbach, an der Jahn- und der Pestalozzigrundschule in Sulzbach-Rosenberg sowie am Sonderpädagogischen Förderzentrum und am Beruflichen Schulzentrum in Sulzbach-Rosenberg zu finden.

Das Team der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern berät alle Menschen, die am Entwicklungsprozess eines Kindes beteiligt sind, kann insbesondere in krisenhaften Zeiten Ansprechpartner sein und bei Entscheidungen unterstützen oder Hilfe zur Selbsthilfe sein. Kontakt kann entweder telefonisch unter 09621/ 9177330 oder persönlich in der Dreifaltigkeitsstraße 3 in Amberg aufgenommen werden. Eine Außenstelle in Auerbach ist montags und donnerstags besetzt. Terminvereinbarungen können unter 09643/ 3009790 getroffen werden. Die Beratung ist kostenfrei und vertraulich.


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