27.11.2018, 15:21 Uhr

99 Bewerbungen Bezirk Oberpfalz zeichnet herausragende Inklusionsprojekte aus

Bezirkstagspräsident Franz Löffler, Barbara Göttler, Leiterin der Kita sowie Karl Bley, Bürgermeister der Stadt Nittenau und dem Team der KiTa. (Foto: Bezirk Oberpfalz)Bezirkstagspräsident Franz Löffler, Barbara Göttler, Leiterin der Kita sowie Karl Bley, Bürgermeister der Stadt Nittenau und dem Team der KiTa. (Foto: Bezirk Oberpfalz)

99 Bewerbungen, und aktuell 18 Preisträger: „Der Inklusionspreis des Bezirks wird in der Oberpfalz wahrgenommen“, stellte Bezirkstagspräsident Franz Löffler bei der diesjährigen Preisverleihung im Festsaal der Neumarkter Residenz fest. Die seit 2013 für vorbildliche Inklusionsarbeit ausgezeichneten Projekte haben eine wichtige Gemeinsamkeit: „Ob der Mensch behindert ist oder nicht, spielt keine Rolle“, machte Löffler die Qualität der Projekte in der Umsetzung des Inklusionsgedankens deutlich.

NITTENAU Mit dem Preis will der Bezirk Oberpfalz Best-Practice-Beispiele bekannter machen, auch um Nachahmer zu motivieren. „Inklusion gibt es aber nicht zum Nulltarif“, stellte der Bezirkstagspräsident fest und verwies auf die jährlich steigenden Ausgaben des Bezirks für Menschen mit Behinderung.

Löffler vergab den mit jeweils 3.000 Euro dotierten Inklusionspreis an die drei von der mit Vertretern aus Sozialverbänden und des Bezirkstags der Oberpfalz besetzten Jury ausgewählten Preisträger. Ausgezeichnet wurde die Katholische Kindertagesstätte St. Josef aus Nittenau. Vor circa Jahren hat sich die Kindertagesstätte mit insgesamt 107 Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren, davon rund ein Drittel mit Migrationshintergrund entschlossen, Inklusion als Leitbild in der Kindertagesstätte umzusetzen. Zum einen haben die Kinder die Möglichkeit, sich während der Freispielzeit im Gang, Garten und Turnraum frei zu bewegen. Außerdem gibt es die Laufgruppe der KiTa unter dem Motto „Inklusion läuft“. 2017 hat die Gruppe beim Regentallauf in Nittenau und 2018 beim Charity-Lauf in Schwandorf teilgenommen und dort als drittstärkste Gruppe einen Pokal gewonnen. „Das Projekt vereint vorbildlich Inklusion und Integration mit Gesundheitsförderung“, so Bezirkstagspräsident Löffler.

Mit der sehr gelungenen musikalischen Umrahmung des Festakts zeigte der zweite Preisträger, das Orchester Kunterbunt der Sing- und Musikschule der Stadt Neumarkt, seine Stärke im generationenübergreifenden Zusammenspiel von Menschen mit und ohne Behinderung. Das seit 2005 bestehende Orchester hat 26 Mitgliedern, 15 davon sind geistig behindert. „Jeder Musiker darf auf seinem Niveau mitspielen“, stellte die Leiterin Evelyn Ebert heraus. Mit dem Repertoire von klassischer Musik über Volkslieder aus aller Welt bis hin zu Schlagern bestreitet das Orchester eigene Konzerte und tritt in Seniorenheimen oder beim Tag der Oberpfälzer Musikschulen auf. „Da geht einem das Herz auf“, fasste Präsident Löffler die gute Laune, die das Orchester den Festgästen vermittelte, zusammen. Das Preisgeld soll für die Anschaffung weiterer Instrumente und eines Notenschreibprogramms verwendet werden.

Für ein deutschlandweit einzigartiges und innovatives Projekt wurde das Bayerische Rote Kreuz, Kreisverband Cham ausgezeichnet. Das BRK-Bergwacht Mitglied Alexander Brandl, seit seiner Geburt gehörlos, hat eine Erste Hilfe Ausbildung für gehörlose Mitmenschen entwickelt. Gehörlose Menschen, die meistens in ihrem Leben auf Unterstützung angewiesen sind, werden so selbst zu Helfern. Seit Ende 2011 hat er bis heute 60 gehörlose Menschen ausgebildet. Sein Wissen und sein Engagement sind von Berufsgenossenschaften anerkannt, sodass er auch bundesweit im Einsatz ist. Mit dem Preisgeld soll das Projekt fortgeführt und weiterentwickelt werden, zum Beispiel soll eine Erste-Hilfe-DVD mit Untertiteln und Schulungsmaterial für Gehörlose entstehen und ein barrierefreier Notruf vorangebracht werden.


0 Kommentare