09.11.2018, 17:33 Uhr

Bildung Internationale Biologie-Olympiade – JAS-Schüler sind dabei

Elena Meier (10d, vorne links) und Lea Bernhard (10b, vorne rechts) zeigten großes Engagement bei der Teilnahme an der ersten Runde zur Auswahl der deutschen Mannschaft für die 30. Internationale Biologie-Olympiade. (Foto: A. Fröhlich)Elena Meier (10d, vorne links) und Lea Bernhard (10b, vorne rechts) zeigten großes Engagement bei der Teilnahme an der ersten Runde zur Auswahl der deutschen Mannschaft für die 30. Internationale Biologie-Olympiade. (Foto: A. Fröhlich)

Am Dienstag, 6. November, erhielten Lea Bernhard (10b) und Elena Meier (10d) die Auszeichnung für die Teilnahme an der ersten Runde zur Auswahl der deutschen Mannschaft für die 30. Internationale Biologie-Olympiade.

NABBURG Elena Meier qualifizierte sich mit einer sehr guten Leistung für die zweite Runde. Lea Bernhard scheiterte mit 38,25 Punkten nur ganz knapp an der 40 Punkte-Hürde. Christian Schwab überreichte beiden Schülerinnen eine Urkunde und bedankte sich für ihr Engagement bei der Teilnahme dieses anspruchsvollen Wettbewerbs. Herr Schwab und Betreuungslehrer Michael Sontheim wünschen Elena für die zweite Runde viel Erfolg.

Hierzulande wird ein vierstufiges Auswahlverfahren durchgeführt, bei dem aus mehr als tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmern schließlich die vier besten deutschen Schülerinnen und Schüler im Fach Biologie eines Schuljahres gefunden werden. Mitmachen können alle Jugendlichen, die im Jahr der IBO eine weiterführende Schule besuchen, in der Regel Schülerinnen und Schüler der Sek. II, die nicht älter als 20 Jahre sind. Die Leistung von Lea und Elena ist daher besonders hervorzuheben, da sie in der zehnten Jahrgangsstufe die biologischen Grundkenntnisse zu den abgefragten Themen noch gar nicht in der Schule gelernt haben. In jeder erreichten Runde werden Urkunden, in der dritten Runde Büchergutscheine oder Forschungspraktika im Ausland, in der vierten Runde Geldpreise (500 Euro) oder die Förderung der Studienstiftung vergeben.

In der ersten Runde der IBO müssen vier offen gestellte Aufgaben aus allen Bereichen der Biologie bearbeiten. Die anspruchsvollen Aufgaben der ersten Runde dürfen mit Fachliteratur zu Hause bearbeitet werden. Praktische Anteile, wie die Durchführung und Auswertung von Experimenten, werden auch abverlangt. Für die Qualifikation zur zweiten Runde muss man nicht alle Aufgaben richtig gelöst haben.Die Aufgaben liegen über dem Niveau des Schulstoffes der elften und zwölften Jahrgangsstufe. Man muss bei Weitem nicht alles richtig haben, um weiterzukommen. Die Arbeiten der ersten Runde werden von einem Lehrer der jeweiligen Schule korrigiert. Die Lehrkraft meldet die Ergebnisse unter Verwendung des Ergebnismeldebogens bzw. unter Angaben aller erforderlichen Daten bis zum vorgegebenen Stichtag an einen Landesbeauftragten. In der zweiten Runde wird Elena bis 30. November in zwei Zeitstunden (120 Minuten) 30 Aufgaben als Multiple-Choice-Fragen und circa sechs komplexe Aufgaben aus den Bereichen Anatomie und Physiologie von Tier und Mensch, Cytologie, Genetik und Evolution, Botanik, Ökologie, Systematik und Verhalten lösen. Diese Verteilung entspricht nicht den Lehrplaninhalten, sondern dem IBO-Reglement. In aller Regel kommen Teilnehmer mit mehr als 50 Prozent richtiger Antworten weiter. Die Anforderungen in der dritten Runde der IBO steigen erneut, besonders im Hinblick auf die Praxis. In einem theoretischen Teil müssen 80 Aufgaben als MC-Fragen und bis zu 16 komplexe Aufgaben aus denselben Bereichen der Biologie wie in der zweiten Runde bearbeitet werden und zwar in vier Zeitstunden. Im praktischen Bereich durchlaufen einzelne Schüler drei Labore (entsprechen drei Gebieten der Biologie) mit bis zu drei Aufgaben je 75 Minuten am IPN in Kiel. In der viertenRunde muss eine komplexe mehrstündige praktische Aufgabe auf der Basis theoretischen Wissens (in Form einer Studienarbeit) gelöst werden. Zehn komplexe theoretische Aufgaben aus allen Bereichen der Biologie und weitere praktische Laboraufgaben mit je drei Zeitstunden werden bearbeitet. Daneben findet für jeden einzelnen Schüler ein integratives Auswahlverfahren der Studienstiftung statt, und zwar auf der Basis eines mündlichen Seminars.

Die Ziele des Wettbewerbes sind, aktives Interesse an biologischen Arbeiten und kreatives Denken beim Lösen biologischer und ökologischer Fragestellungen zu fördern, Kontakte zwischen biologisch besonders interessierten Schülerinnen und Schüern herzustellen und freundschaftliche Beziehungen zwischen jungen Menschen verschiedener Länder zu entwickeln, um dadurch zur internationalen Zusammenarbeit und zum Verständnis verschiedener Nationen beizutragen. Die Internationale Biologieolympiade (IBO) wurde 1989 von sechs Nationen gegründet und im Jahre 1990 zum ersten Mal ausgetragen. Sie ist ein jährlich wiederkehrender Schülerwettbewerb, der der Förderung biologisch interessierter und talentierter Schülerinnen und Schüler insbesondere der Sekundarstufe II dient. Der Wettbewerb wird auf nationaler und internationaler Ebene vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert. Er zählt zu den von der Kultusministerkonferenz empfohlene Schülerwettbewerben und ist im Begabungslotsen, dem Informationsportal zur Talentförderung vertreten. Die Organisation des nationalen Wettbewerbs, bei dem vier Kandidaten für die Olympiamannschaft ausgewählt werden, liegt beim IPN. Die internationale Biologieolympiade findet jeweils im Sommer in einem der teilnehmenden Länder statt. 2019 findet die nächste IBO in Szeged, Ungarn statt.


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