21.12.2017, 14:25 Uhr

Jugendsozialarbeit an Schulen Baby auf Probe – Schülerinnen und Schüler stellten sich der Herausforderung

(Foto: LRA Landkreis Neustadt an der Waldnaab)(Foto: LRA Landkreis Neustadt an der Waldnaab)

Wieder einmal durften die Schülerinnen und Schüler der Pfalzgraf-Friedrich-Mittelschule Vohenstrauß für ein Wochenende ausprobieren, wie es wäre, frisch gebackene Eltern zu sein. Acht Jugendliche der neunten Klasse stellten sich diesmal dieser Herausforderung mit Windeln wechseln, füttern, Bäuerchen machen, herumtragen und nächtlichem Aufstehen.

LANDKREIS NEUSTADT AN DER WALDNAAB Begleitet wurden sie dabei von Frau Schuster von der Schwangerschaftsberatung der Caritas in Weiden, die auch die Simulatoren zur Verfügung stellte, und von der Jugendsozialarbeiterin der Mittelschule, Nadine Gehlert. Besonders überraschend war für die Teilnehmenden, dass das Baby so oft und so lange Hunger hatte. „So viel kann doch kein Baby essen!“, meinten sie. Dabei hatten sie noch die Light-Version: circa fünf bis zehn Minuten essen und Windeln wechseln und Bäuerchen ohne die üblichen „Nebenprodukte“. Dennoch mussten sie ihren Tagesablauf umstrukturieren. Fußballtraining – wohin mit dem Baby? Duschen –hoffentlich fängt es nicht das Schreien an. Einige haben es als Paar durchgeführt, andere alleine. Zu zweit sei es wesentlich einfacher gewesen, seinen eigenen Bedürfnissen nachzugehen. Es wurde dabei aber auch festgestellt, dass man mehr Diskussionen und manchmal sogar Streit mit seinem Partner hatte.

Besonders das lang andauernde Schreien und das Schreien während der Nacht, befanden die Schüler und Schülerinnen als sehr anstrengend und teilweise nervenaufreibend. „Einmal habe ich sogar geweint“. „Ich bin schon richtig sauer auf das Kind geworden“, berichteten Schülerinnen. Trotz allem gab es aber auch schöne Seiten am Mutter- und Vater-Sein. Die Mädchen fanden es besonders toll, dass man die Babys so schön anziehen konnte. Mit der Zeit konnten die „frisch gebackenen Eltern“ sogar die unterschiedlichen Schreigeräusche unterscheiden, sodass sie schneller wussten, was das Baby braucht, was es leichter machte.

Bei der Abgabe am Montagmorgen waren sich alle sicher: Ein Baby zu versorgen, ist anstrengender als gedacht und benötigt viel Zeit und Planung. Trotzdem würden es alle weiterempfehlen, weil man einen guten Einblick bekäme und auch schon ein bisschen „trainieren“ könne. Einig waren sich auch alle darin, dass sie später mal Kinder bekommen wollen – aber erst, wenn sie genügend Zeit für das Baby hätten und älter seien und vor allem erst, wenn sie ihre Schule und Ausbildung abgeschlossen hätten.

Das Projekt Jugendsozialarbeit an Schulen an der Mittelschule in Vohenstrauß wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration gefördert.


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