08.12.2017, 15:33 Uhr

Experiment Schüler und Schülerinnen der Mittelschule Neustadt bekommen Nachwuchs – zum Üben!

(Foto: LRA Neustadt an der Waldnaab)(Foto: LRA Neustadt an der Waldnaab)

Die neunte Klasse der Mittelschule Neustadt an der Waldnaab hat Nachwuchs bekommen – und das gleich fünf Mal! Einige Schüler und Schülerinnen durften nämlich vier Tage lang am eigenen Leib erfahren, was es heißt, Mutter oder Vater eines Säuglings zu sein.

LANDKREIS NEUSTADT AN DER WALDNAAB Natürlich mussten für dieses Experiment keine echten Babys herhalten, sondern Babysimulatoren, die der Schule vom Gesundheitsamt Neustadt zur Verfügung gestellt wurden. Initiiert und begleitet wurde das Projekt von Michaela Santl, der Jugendsozialarbeiterin der Mittelschule.

Von Montag bis Donnerstag mussten die Jugendlichen rund um die Uhr ihren Nachwuchs betreuen und natürlich auch nebenbei den Schulalltag meistern. Da kann es schon mal vorkommen, dass während des Mathematikunterrichts Fläschchen gegeben oder Windeln gewechselt werden. „Man lernt nach der Zeit, wenn es nörgelt, was das Baby braucht. Zum Beispiel hustet es immer ein bisschen, wenn es das Fläschchen möchte.“ Vor allem zu Beginn des Praktikums war es für die frisch gebackenen Eltern eine Herausforderung. „Ich war auf dem Weg zur Schule und eh schon müde, weil ich nachts mehrmals das Baby versorgen musste. Dann hat es plötzlich angefangen zu schreien und ich musste herausfinden, was das Baby braucht.“ Vor neugierigen Passanten blieb keiner verschont. „Ich musste mit dem Bus fahren. Ausgerechnet an dem Tag sind viele Leute da gewesen. Alle haben einen Blick in den Kinderwagen geworfen und waren neugierig.“ Schon nach kurzer Zeit stellen die Jungen und Mädchen fest, dass Elternsein nicht nur Spaß macht, sondern auch große Verantwortung mit sich bringt. „Ich würde Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Kinderwunsch raten, sich das vorher gut zu überlegen. Man muss viel Zeit investieren können und vor allem erstmal die Schule fertig machen.“

„Es war ganz gut, dass wir diese Erfahrung machen durften. Wir haben gesehen, dass Babys nicht nur süß sind, sondern auch Arbeit und Zeit in Anspruch nehmen.“ Auch wenn am Ende des Experiments viele erleichtert waren, das Baby wieder abgeben zu dürfen, so war es doch eine wertvolle Erfahrung, die keiner bereut. „An meinem Kinderwunsch hat sich durch das Praktikum nichts geändert. Ich will später selbst mal Kinder und fand das Praktikum war eine interessante und wertvolle erste Erfahrung. Ich möchte aber noch warten, bis ich älter bin, Geld verdiene und das Kind gut versorgen kann.“

Gefördert wird dieses Projekt aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familien und Integration.


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