11.12.2020, 15:03 Uhr

Uni Regensburg Nachwuchsphysiker erhält EU-Förderung in Millionenhöhe

Physiker Dr. Alexey Chernikov erhält ERC Consolidator Grant. Foto: privatPhysiker Dr. Alexey Chernikov erhält ERC Consolidator Grant. Foto: privat

Dr. Alexey Chernikov, Leiter einer Emmy Noether-Nachwuchsgruppe am Institut für Experimentelle und Angewandte Physik an der Universität Regensburg und Heinz-Maier-Leibnitz-Preisträger der Deutschen Forschungsgemeinschaft, erhält vom Europäischen Forschungsrat (ERC) einen ERC Consolidator Grant in Höhe von knapp zwei Millionen Euro.

Regensburg. Finanziert wird damit das Projekt „Coulomb Engineering of Quantum States in Matter“ (CoulENGINE) über einen Zeitraum von fünf Jahren. „Ich gratuliere Dr. Chernikov zu dieser Anerkennung seiner bemerkenswerten wissenschaftlichen Leistungen. Die nun mehr zehn ERC Grants an der Universität Regensburg sind ein eindrucksvolles Zeichen für die internationale Forschungsstärke unserer Universität und eine Bestätigung der herausragenden Arbeit unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“, so Prof. Dr. Udo Hebel, Präsident der Universität Regensburg.

In diesem Projekt werden sich Dr. Chernikov und sein Team mit der Entwicklung neuartiger Methoden beschäftigen, um elektronische Quanten-Zustände in nanostrukturierten Materialien auf ultra-schnellen Zeitskalen gezielt zu manipulieren. Die grundlegende Idee basiert auf den ungewöhnlich starken Wechselwirkungen von Elektronen, die in atomar dünnen Schichten bestimmter Kristalle zu finden sind. Als Folge davon fügen sich angeregte Elektronen zu neuen, ungewöhnlich robusten Quasi-Teilchen zusammen und bestimmen zum großen Teil sowohl die optischen als auch die elektronischen Eigenschaften der Materie. Besonders spannend ist dabei die Möglichkeit, diese Wechselwirkungen und alle damit verbundene Phänomene durch Einflüsse der unmittelbaren Umgebung hochpräzise zu steuern. Auf diese Art planen die Forscherinnen und Forscher einen alternativen Zugang zu entwickeln, wie man quantenmechanische Vielteilchenzustände in künstlichen Nanostrukturen schnell und effizient auf extrem kleinen Längenskalen kontrollieren kann, mit potentiell weitreichenden Konsequenzen für Grundlagenforschung und Nanotechnologie.

„Es freut mich sehr, mich diesem außergewöhnlichen Thema widmen zu können, insbesondere zusammen mit einem wunderbaren, hochmotivierten Team talentierter, junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, das mir dabei zur Seite steht“, so Dr. Chernikov. „Die breite Unterstützung am Fachbereich Physik ist für mich dabei ebenfalls extrem wertvoll, genauso wie die Einbindung unserer Arbeitsgruppe in erfolgreiche Gemeinschaftsprojekte, wie den Sonderforschungsbereich SFB 1277, der sich mit relativistischer Physik kondensierter Materie beschäftigt.“


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