07.05.2020, 15:44 Uhr

Pandemie Jugendsozialarbeit an Schulen in Corona-Zeiten – „Wir sind weiterhin für die Schulfamilie da“

Das Team der Jugendsozialarbeit setzt sich auch zu Corona-Zeiten mit voller Kraft und viel Engagement für die Schülerinnen und Schüler des Landkreises ein (das Bild wurde vor Corona aufgenommen). Foto: Daniel RuffDas Team der Jugendsozialarbeit setzt sich auch zu Corona-Zeiten mit voller Kraft und viel Engagement für die Schülerinnen und Schüler des Landkreises ein (das Bild wurde vor Corona aufgenommen). Foto: Daniel Ruff

Seit den landesweiten Schulschließungen aufgrund der Corona-Pandemie arbeiten die Jugendsozialarbeiterinnen und Jugendsozialarbeiter des Landratsamtes Regensburg teils im Homeoffice, teils in ihren Schulbüros. Trotz der veränderten Arbeitssituation stehen sie im intensiven Austausch mit Schul- und Klassenleitungen sowie Eltern, Schülerinnen und Schülern.

Landkreis Regensburg. Ihr Rat und ihre konkrete Hilfe sind gefragt, ebenso ihre Begleitung der schrittweisen Schulöffnungen. Sie haben ein konkretes Anliegen? Dann melden Sie sich! Die Kontaktdaten der Jugendsozialarbeiter finden Sie auf der Homepage der jeweiligen Schule oder auf der Webseite des Landratsamtes im Internet unter www.landkreis-regensburg.de.

Um mit den Familien auch in Corona-Zeiten im Kontakt zu bleiben, machen sich die Jugendsozialarbeiterinnen und Jugendsozialarbeiter diverse Kommunikationswege zunutze: Briefe und Mails werden verschickt, um auf die Unterstützungsangebote hinzuweisen. Und diese werden rege angenommen: So führen die Sozialberaterinnen und Sozialberater Telefonate, fahren zu hilfesuchenden Familien zu einem Gespräch am Gartenzaun oder gehen mit ihren Schützlingen spazieren. Weitere Kommunikationswege sind WhatsApp, Videokonferenzen oder, ganz klassisch, Briefe und Postkarten. „Hauptsache, der Kontakt reißt nicht ab!“, betont Janine Driessen, Teamleiterin der mittlerweile 35 JaS-Fachkräfte. Darüber hinaus wurden im Landkreis Regensburg diverse Projekte initiiert, um die Familien in dieser schweren Zeit zu begleiten. Ein schönes Beispiel ist die „Überraschungstüten-Aktion“ der Integrationsstelle und Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) für weit mehr als 80 Schülerinnen und Schüler des gesamten Landkreises. Und dennoch: Der regelmäßige, persönliche Kontakt fehlt!

Im Büro von Jugendsozialarbeiterin Carola Hanusch klingelt das Telefon. Am Apparat ist die Mutter eines Sechstklässlers. Die Frau ist verzweifelt, weil das Homeschooling die ganze Familie an ihre Grenzen bringt. „In Corona-Zeiten leider kein Einzelfall“, erzählt Carola Hanusch, seit 2012 Jugendsozialarbeiterin an der Placidus-Heinrich-Grund- und Mittelschule in Schierling. „Unser Ziel ist es, kein Kind oder Jugendlichen durch das Raster der Kinder- und Jugendhilfe fallen zu lassen. Nicht so leicht in Zeiten der Kontaktbeschränkungen. „Denn unsere Arbeit lebt vom persönlichen Kontakt“, fährt Hanusch fort. Dass die Schulen nun schrittweise wieder geöffnet werden und die Fachkräfte, wenn auch unter Einhaltung strenger Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen, an ihre Einsatzschulen zurückkehren können, freut Carola Hanusch: „Mir fehlen meine Schülerinnen und Schüler, die persönlichen Gespräche mit ihnen, die Projekte in den Klassen, der Austausch mit den Lehrkräften und nicht zuletzt die regelmäßigen Teamsitzungen im Landratsamt.“

Das Angebot der Jugendsozialarbeit an Schulen im Landkreis Regensburg wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut. Im September 2009 startete das Landratsamt Regensburg mit zwölf Fachkräften an elf Schulen, mittlerweile arbeiten 35 Fachkräfte an 28 Einsatzschulen. Über 7.900 Schülerinnen und Schüler haben dadurch direkten Zugang zu den Angeboten der JaS. Das Angebotsspektrum umfasst unbürokratische und individuelle Beratung zu den verschiedensten Problemlagen (innerfamiliäre Konflikte, Gefährdung des Schulabschlusses, Fragen zur Berufsorientierung), gruppenpädagogische Angebote zur Stärkung der Sozialkompetenzen wie Eigenverantwortung, Rücksichtnahme oder Kommunikationsfähigkeit, die Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten durch Einzelgespräche, Elternabende und Hausbesuche als auch die Kooperation mit regionalen Einrichtungen und Institutionen. 2019 feierte die Jugendsozialarbeit im Regensburger Landkreis ihr zehnjähriges Bestehen.

Mehr zur Jugendsozialarbeit an Schulen im Landkreis Regensburg findet man im Internet unter www.landkreis-regensburg.de. An folgenden 28 Schulen stehen JaS-Fachkräfte für Fragen und Anliegen zur Verfügung:

Berufliches Schulzentrum Regensburger Land

Sonderpädagogische Förderzentren Hemau, Neutraubling und Regenstauf

Realschulen Neutraubling, Obertraubling und Regenstauf

Mittelschulen Alteglofsheim, Hemau (Stelle aktuell nicht besetzt), Kallmünz, Laaber, Lappersdorf, Neutraubling, Regenstauf, Schierling, Undorf, Wenzenbach und Wörth an der Donau

Grundschulen Alteglofsheim-Köfering, Hemau, Laaber, Neutraubling, Nittendorf, Obertraubling, Regenstauf, Tegernheim, Wenzenbach und Wörth-Wiesent


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