14.01.2020, 19:06 Uhr

Industrie 4.0 IT-Logistikcluster initiiert Förderprojekt – rund 700.000 Euro Förderung für intelligente und sichere Lösungen in der Fertigung

Projektpartner des Förderprojekts „SISSeC“ (Secure Industrial Semantic Sensor Cloud). (Foto: TechBase)Projektpartner des Förderprojekts „SISSeC“ (Secure Industrial Semantic Sensor Cloud). (Foto: TechBase)

Die Technische Hochschule Deggendorf, die Universität Regensburg sowie die Unternehmen Hofmann Leiterplatten GmbH, EasyLogix – Schindler & Schill GmbH, ProtectEM GmbH und Segusoft GmbH trafen sich am Donnerstag, 9. Januar 2020, in der TechBase in Regensburg zum Kick-off des Förderprojekts „SISSeC“. Gemeinsam arbeiten die Partner an einer zentralen Cloud-Umgebung für fertigende mittelständische Unternehmen, die es ermöglicht, Daten aus industriellen Sensoren aufzunehmen, zu verarbeiten und gewinnbringend zu verwerten.

REGENSBURG Angestoßen wurde das Projekt mit Kurztitel „SISSeC“ (Secure Industrial Semantic Sensor Cloud) im Netzwerk „SeDiPeT“ (Secure Digital Performance Twin) des IT-Logistikclusters. Das Projekt wird gefördert im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi). Für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der Industrie wird entscheidend sein, wie gut die Intelligenz der Maschinen der Produktion mit Wissen von Menschen verknüpft, verarbeitet und abgerufen werden kann. Viele Daten aus dem Produktions-, Unternehmensumfeld oder aus IoT-Geräten und Sensoren sind schon jetzt in Unternehmen verfügbar, werden jedoch nicht ausreichend genug oder gar nicht genutzt. Wichtige Potentiale zur Weiterentwicklung digitaler Geschäftsmodelle bleiben so ungenutzt oder werden Wettbewerbern überlassen. „Mit dem Förderprojekt ‚SISSeC‘ wollen die am Projekt beteiligten Partner eine Technologie entwickeln, die diese Lücke füllt und es ermöglicht, Daten aus industriellen Sensoren sicher aufzunehmen und in einer geschützten Cloud-Umgebung zu verarbeiten und bereitzustellen“, erklärt Andrea Hofmann vom IT-Logistikcluster. Durch die Auslagerung der Informationen in eine geschützte Cloud-Umgebung ergeben sich handfeste Vorteile: Daten werden aggregiert und zentral abgespeichert, können jederzeit und ortsunabhängig abgerufen werden sowie gewinnbringend mit Methoden Künstlicher Intelligenz verarbeitet und analysiert werden, um Produktionsabläufe zu optimieren. Weiterhin soll die Möglichkeit geschaffen werden, über die digitale Abbildung der Geräte in der Sensor Cloud Infrastruktur Prozesse zu simulieren und dadurch vorab zu optimieren.

Die Projektpartner richten sich mit der Lösung vor allem an kleine und mittelständische Unternehmen (KMU). Europa, insbesondere Deutschland, ist bekannt für seinen starken Mittelstand, vor allem im Bereich der industriellen Fertigung. Diese KMU sollen durch die Sensor Cloud Lösung in ihren Bestrebungen hin zur Industrie 4.0 unterstützt werden. Bisherige Lösungen großer Anbieter sind für viele KMU nicht rentabel, da die Einrichtungs- und Wartungskosten nicht im Verhältnis zum Nutzen stehen. Die Ergebnisse des Projekts sollen deshalb genutzt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit global agierender KMU zu sichern.

Forschungseinrichtungen

Das Institut ProtectIT der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Schramm hat seinen Forschungsschwerpunkt im Bereich der Absicherung (Protection) von vernetzten eingebetteten Systemen, dem Auffinden (Detection) von Anomalien im Netzwerkverkehr mittels künstlicher Intelligenz sowie der Entwicklung und Implementierung geeigneter Reaktionsmaßnahmen auf IT-Sicherheitsvorfälle (Reaction). Der Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik 1 der Universität Regensburg unter der Leitung von Prof. Dr. Günther Pernul befasst sich in Forschung und Lehre mit unterschiedlichen Fragestellungen der IT-Sicherheit, insbesondere in datenintensiven Umgebungen. Derzeitige sicherheitsbezogene Forschungsthemen sind Autorisierung und Zugriffskontrollsystemen, SIEM-Systeme, strukturierter Austausch von Sicherheitsinformationen, Digitale Forensik.

Das Netzwerk „SeDiPeT“ – Secure Digital Performance Twin

Das Ziel des Netzwerks „SeDiPeT“ ist es, sichere Lösungen für das digitale Produktgedächtnis zu entwickeln und somit ein wichtiges Teilgebiet der Digital Twin Technologie zu erschließen. Im Projektzeitraum 2019 bis 2021 sollen F&E-Projekte konzipiert und umgesetzt werden. Das Netzwerk leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Mittelstandes im Kontext der Industrie 4.0. Projektträger ist die VDI/VDE Innovation + Technik GmbH, gemanagt wird „SeDiPeT vom IT-Logistikcluster“.

Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)

Das ZIM ist ein bundesweites, technologie- und branchenoffenes Förderprogramm für mittelständische Unternehmen und kooperierende wirtschaftsnahe Forschungseinrichtungen. Ziel ist es, die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nachhaltig zu unterstützen und damit einen Beitrag zu deren Wachstum verbunden mit der Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen zu leisten. Das ZIM bietet Fördermöglichkeiten für eine breite Palette an technischen Innovationsvorhaben.


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