11.07.2019, 16:29 Uhr

Projekt der Organisation Care Die Grundschule Wörth-Wiesent ist erste Bayerns mit dem Integrationsprojekt „Kiwi“

Egal ob der kleine Kiwi Geschichten über Selbstbewusstsein erzählt oder die „magische Kachel“ nur mit Teamwork gesichert werden kann – die Kinder sind bei „Kiwi“ mit Begeisterung dabei. (Foto: Rebecca Sollfrank)Egal ob der kleine Kiwi Geschichten über Selbstbewusstsein erzählt oder die „magische Kachel“ nur mit Teamwork gesichert werden kann – die Kinder sind bei „Kiwi“ mit Begeisterung dabei. (Foto: Rebecca Sollfrank)

Die Grundschule Wörth-Wiesent ist die erste Grundschule Bayerns, die das Integrationsprojekt „Kiwi“ der Organisation Care zu sich holen konnte. Mit „Kiwi“ – „Kinder und Jugendliche Willkommen“ – leistet das Care-Team seit 2016 Integrationsarbeit in weiterführenden Schulen Deutschlands.

WIESENT Kwi richtet sich dabei an Kinder mit und ohne Flucht- und Migrationshintergrund – bis zum Sommer 2018 vor allem an ältere Schüler. Dann ging Care auch auf die Grundschulen zu. „Für interkulturelle Integration ist es nie zu früh“, versichert Leonie Kutz von Care.

Schnick-Schnack-Schnuck-Action, eine Geschichte des kleinen Kiwi über Selbstbewusstsein oder die magische Kachel, die den Kindern konzentriertes Teamwork abverlangt – Leonie Kutz und Raeid Meri von Care schafften es mit links, an den beiden Kiwi-Aktionstagen am Dienstag, 9. Juli, und Mittwoch, 10. Juli, die Deutschklasse 3/4 in Wiesent zu begeistern. Wer zuschaut, dem wird schnell klar: Obwohl die Kinder teilweise sehr unterschiedliche Sprachen sprechen, beim gemeinsamen Spielen fallen Sprachbarrieren wie Dominosteine.

Die beiden Jugendsozialarbeiterinnen Angelika Hilpert und Ulrike Aschenbrenner haben das KIWI-Projekt an ihre Schule geholt und damit auch im Kollegenkreis Interesse geweckt, kommt doch ganz spontan ihre Kollegin Aggül Mihriban von der Jugendsozialarbeit an der Grundschule Neutraubling vorbei. Sie ist sich schnell sicher, dass sie KIWI demnächst auch an ihre Schule holen möchte. Derweil freut sich, die Wiesenter Klassenleiterin Birgit Meierhofer über die seltene Gelegenheit, ihre Klasse mal aus der Ferne in Aktion zu betrachten. Ein völlig neuer Blickwinkel, den sie absolut als Bereicherung sieht. „Unsere Deutschklasse, das sind 15 Individualisten, jeder mit seiner eigenen Geschichte. Zu sehen, wie sie dennoch alle an einem Strang ziehen und zu einer echten Klassengemeinschaft werden, ist eine wunderbare Sache.“

Meierhofer sieht ihre Aufgabe in der Deutschklasse ganz klar darin, den Kindern einen „sicheren Raum mit Regeln und Regelmäßigkeiten“ zu geben, den sie aufgrund ihrer Biografie verloren hatten, sei es als Kriegsflüchtling oder weil sie mit ihren Eltern aus wirtschaftlichen Gründen von einem anderen Land nach Deutschland kamen. Die „Kiwi“-Kids-Box, die Spiele und interaktive Übungen zu Themen wie Heimat, Familie, Freundschaft oder Kinderrechte enthält, ist ein hochwertig ausgestattetes, dabei aber für die Schulen kostenloses Tool, mit dem diese weiter arbeiten können, wenn das Care-Team schon längst in die nächste Schule weitergezogen ist.


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