25.06.2019, 19:29 Uhr

Kinder durften selbst Lärm messen Von einer Expertin alles über das Hören erfahren – Kinderhort Deuerling erforscht das Ohr

(Foto: Andrea Schmitt )(Foto: Andrea Schmitt )

Unsere Ohren sind immer wach. Wir können sie nicht schließen, so wie unsere Augen oder unseren Mund. Deshalb sind sie Lärm immer ausgesetzt. Doch es ist wichtig, dass wir auf die Gesundheit unserer Ohren und den Lärmpegel achten. Das und einiges mehr haben die Kinder des Johanniter-Kinderhorts „Fuchsbau“ in Deuerling in den letzten Wochen gelernt.

DEUERLING Seit Februar beschäftigten sich Betreuerinnen und Kinder mit dem Thema „Lärm im Alltag“, da die Lautstärke, zum Beispiel beim gemeinsamen Mittagessen, dauerhaft zu hoch und für viele belastend war. „Wir haben deshalb eine Lärmampel sowie einen Lärmkoffer angeschafft“, so Einrichtungsleitung Andrea Schmitt, „Die Lärmampel half, die Lautstärke beim Mittagessen zu senken.“ Mit den Materialien aus dem Lärmkoffer konnten die Kinder viele Versuche starten: Sie experimentierten mit Stimmgabeln, fanden heraus, was Schall ist und wie er übertragen wird. Auch konnten sie mit dem enthaltenen Schallpegelmessgerät die Lautstärke im Hortalltag und im Ort messen. Ab und zu knackten die Kinder tatsächlich die Grenze von 85 Dezibel. Dann ist es so laut, dass sogar dauerhafte Hörschädigungen möglich sind!

Wie gefährlich es wirklich sein kann, wenn es auf Dauer immer so laut im Hort ist haben die Mädchen und Jungen schließlich von einer Expertin erfahren. Dr. med. Katharina Dalles, HNO-Ärztin in Regensburg, besuchte den Johanniter-Hort für einen Nachmittag und erklärte anhand von Modellen nochmal alles zum Aufbau des Ohres und wie das Hören funktioniert. Dr. Dalles gab ihnen den Tipp, dass sie sich unbedingt die Ohren zuhalten sollen, wenn es einmal zu laut ist. Auch sollen Grundschüler darauf achten, sich im Hortalltag immer wieder Ruheinseln zu schaffen. Denn man darf ruhig sagen, wenn es zu laut ist und dann mit einer kleineren Gruppe im anderen Raum spielen. Auch das Lesen oder Musikhören in der Kuschelecke kann entspannend sein – aber natürlich nur mit angemessener Lautstärke!

„Unser Projekt wurde nun durch eine Vorstellung für alle Eltern abgeschlossen“, so Andrea Schmitt. „An verschiedenen Stationen haben auch sie viel zum Thema gelernt. Auch wenn die Projektarbeit jetzt vorbei ist, werden wir das Thema nicht so schnell vergessen – unsere Ohren brauchen wir schließlich ein Leben lang.“


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