16.05.2019, 15:47 Uhr

Unterschätzte Ausbildung Kochen, Putzen und Waschen: Infotag zum Studiengang Hauswirtschaft

(Foto: Privat)(Foto: Privat)

Hauswirtschafterinnen sind dringend gesucht. Und zwar nicht nur zum Kochen und Putzen. Wie vielfältig die Einsatzgebiete des Berufs sind, zeigen die Pläne der Absolventinnen des Studiengangs Hauswirtschaft. Der kostenlose Kurs startet im September. Noch sind Plätze frei.

REGENSBURG Modern, kompetent, mitten im Leben: So sehen sich die Studierenden des Studiengangs Hauswirtschaft. Das Motto haben die Schülerinnen im Rahmen eines Projekts zur Neueröffnung des Grünen Zentrums ins Leben gerufen. Denn für sie sei die Hauswirtschaft kein verstaubter Beruf, sondern ein Beruf mit einem verstaubten Image. Und das vollkommen zu Unrecht.

Ernährung im Fokus. Das Thema Ernährung ist eine der Säulen der Ausbildung. Auf dieses Gebiet hat sich Rosi Koller aus Lappersdorf spezialisiert. Die Krankenschwester möchte ihr Wissen künftig weitergeben, Kochkurse halten und kleine Abnehmgruppen betreuen. Ein enger Bezug, eine familiäre Umgebung und gemeinsame Bewegungseinheiten sollen für die Erfolge der Teilnehmer sorgen.

Mehr als Kochen und Putzen. Melanie Müller ist alleinerziehende Mutter einer pflegebedürftigen Tochter. „Ich habe mich gut organisiert, so waren die Unterrichtzeiten für mich machbar“, erklärt die Sekretärin. Zu Beginn der Ausbildung schwebte der Wahl-Regensburgerin die Eröffnung eines inklusiven Cafés vor. In den anderthalb Jahren Ausbildung hat sie eine andere Nische für sich entdeckt. Die Absolventin arbeitet gerne mit älteren Menschen. Als geprüfte Hauswirtschafterin darf sie Senioren betreuen und ihre Leistungen über das neue Pflegestärkungsgesetz abrechnen. „Das kann ich mir gut zusätzlich zu meinem Teilzeitjob vorstellen.“

Abwechslungsreicher Job. Schon immer Hauswirtschafterin werden wollte Martina Graf aus Hohenfels. Sie hatte die hauswirtschaftliche Ausbildung vor 20 Jahren abgebrochen und sich stattdessen zur Groß- und Außenhandelskauffrau ausbilden lassen. Später hat sie diesen Schritt bereut. Der Bürojob bot ihr zu wenig Abwechslung. Inzwischen führt sie mit ihrem Mann einen landwirtschaftlichen Betrieb. Vor sieben Monaten hat sie einen Sohn auf die Welt gebracht: „Ich habe meinen Haushalt nun trotz Kind besser organisiert.“ Außerdem hat die Schule die 36-Jährige zum Gartenbau gebracht. „Ich hatte vor der Ausbildung keinen Bezug zum Garten. Das Hochbeet für dieses Jahr ist schon in Planung.“

Hauswirtschaft trotz Diplom? Warum sie zum Hochschul-Diplom noch das „Knödeldiplom“ brauche? Das wurde Lena Adlhoch häufig gefragt. Die Diplom-Wirtschaftsingenieurin antwortete, dass sich viele Inhalte mit ihrem Studium decken würden: „Zwar nicht in der Tiefe, aber alles, was wichtig ist, um ein Unternehmen aufzubauen und erfolgreich zu führen, war dabei.“ Kochen konnte die Lappersdorferin schon zuvor. In der Ausbildung hätte sie gelernt, weniger chemische Reinigungsmittel einzusetzen und vor allem die Hausarbeit effizienter zu erledigen.

Der Studiengang dauert anderthalb Jahre und wird in Teilzeit durchgeführt. Der Unterricht findet familienfreundlich an zwei Vormittagen statt jeweils von 8.30 Uhr bis 12 Uhr statt. Die Teilnahme am Unterricht ist kostenlos. Nähere Auskünfte erhalten Sie am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bei Juliane Sichelstiel unter der Telefonnummer 0941/ 20830.


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