01.10.2018, 11:00 Uhr

Ehrung fürs Ehrenamt Drei EmS-Schüler des Treffpunkt Ehrenamt beim Bürgerfest des Bundespräsidenten


Rund 4.000 Gäste, darunter jede Menge Prominenz beim Bürgerfest des Bundespräsidenten – und mittendrin drei Vorzeige-Schüler aus dem Landkreis Cham, die im vergangenen Schuljahr erfolgreich am Projekt „Ehrenamt macht Schule“ (EmS) teilgenommen hatten.

CHAM Diese Ehre wurde auf Vermittlung von MdB Karl Holmeier in diesem Jahr Lena Janker (Mittelschule Roding), Lisa Korherr (Mittelschule Neukrichen bei Heiligen Blut) und Matthias Heller (Franz-Xaver-Witt-Mittelschule Walderbach) zuteil. Sie wurden damit für ihre herausragenden Leistungen in dem Ehrenamtsprojekt belohnt und stellvertretend für rund 220 Schülerinnen und Schüler von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seiner Gattin Elke Büdenbender nach Berlin eingeladen.

Das Bürgerfest bot ein umfangreiches Programm mit Musik- und Theateraufführungen, sportlichen Betätigungen und kulinarischen Genüssen, sowie die Gelegenheit, die vielen Facetten des ehrenamtlichen Engagements kennenzulernen. Mit diesem Fest unterstreicht der Bundespräsident die hohe Bedeutung des Ehrenamts für die Zivilgesellschaft, möchte aber auch dazu ermutigen, selbst ehrenamtlich aktiv zu werden und die Gesellschaft damit mitzugestalten.

Nach der individuellen Anreise per Bahn oder Auto und dem Zimmerbezug im Hotel machten sich die drei Schüler mit ihren Begleitungen auf den Weg ins Schloss Bellevue. Dort mussten sie nur noch intensive Sicherheitskontrollen durchlaufen und dann waren sie schon mittendrin – statt nur dabei!

„Ehrenamtliches Engagement stiftet Zusammenhalt in unserer Gesellschaft, und es bringt Leben in unsere Demokratie – in Ihrer Heimat, in Ihrem Bundesland, in Deutschland und in ganz Europa. Der Einsatz für andere und unser Gemeinwesen bedeutet manchmal auch zusammenstehen zu müssen gegen Angriffe auf die Grundwerte unserer Demokratie“, so hieß der Bundespräsident seine geladenen Gäste willkommen. Deshalb lautete das Motto des diesjährigen Bürgerfestes auch „Zusammenstehen“.

Mit bester Verpflegung, einem reichlichen kulturellen Angebot – aber vor allem mit der Kontaktfreude anderer Ehrenamtlicher aus ganz Deutschland hatten sie nicht gerechnet. „Eine große Freude und Ehre war schon die Einladung. Allerdings hat uns eine derartige Dimension überwältigt. Allein schon deshalb hat sich die Teilnahme an EmS gelohnt und gibt uns Ansporn für weiteres Engagement“, so lautete das übereinstimmende Schilderung der drei Schüler.

Schüler nehmen viele Erinnerungen mit Nachhause

In Erinnerung wird auch bleiben, dass mit Gianna Nannini, Sebastian Krumbiegel von den Prinzen oder den Lochis auch bekannte Künstler der Musikszene auftraten. Vor allem die Begegnungen mit den Lochis haben es Teenagern angetan. Aber auch Fernsehgrößen wie Willi Weitzel („Willi wills wissen“), Sonja Zietlow (Dschungelcamp), der ehemalige Nationalspieler Cacau (Integrationsbeauftragter des DFB) und der eine oder andere Ministerpräsident zu sehen waren. „Das Bürgerfest 2018 in Berlin war für alle ein sehr schönes Erlebnis und wird unvergesslich bleiben“, resümierte Lisa Korherr freudestrahlend. Besonders hat es ihr das Schloss Bellevue angetan und war vom Blumenschmuck ebenso begeistert, wie von der gedeckten Tafel. „Man hätte meinen können, jetzt kommt gleich eine Königin zum Empfang“. Auch für Lena Janker ist es eine großartige Belohnung für ihren ehrenamtlichen Einsatz, fügt aber gleich noch an: „Das ist ein richtiger Ansporn, weiter zu machen, auch wenn ich vermutlich nicht nochmals nach Berlin eingeladen werde.“

Natürlich stand eine persönliche Begegnung mit dem Bundespräsidenten ganz oben auf der Wunschliste der drei Schüler. „Leider klappte es nicht mit einem persönlichen Erinnerungsfoto, aber unserem Staatsoberhaupt auf drei, vier Armlängen begegnet zu sein, ist schon was ganz Besonderes“, meinte Matthias Heller. Matthias nutzte die Gelegenheit und blieb mit seinem Vater noch drei Tage länger in Berlin. Kaum eine Sehenswürdigkeit ließen sie aus und waren von der Hauptstadt total begeistert. Natürlich durfte dabei auch die Besichtigung des Reichstages, eine Spreefahrt oder das Wachsfigurenkabinett nicht fehlen. Besonderen Eindruck aber hinterließ „Little Big City“, eine neue Attraktion, die große Momente und kleinen Geschichten Berlins aus fast 750 Jahren Stadtgeschichte detailgetreu auf eine ganz besondere Art zum Leben erweckt.

Für die drei Schüler wird Berlin allgemein und das Bürgerfest des Bundespräsidenten im Besonderen in positiver Erinnerung fest mit dem Projekt „Ehrenamt macht Schule“ verbunden bleiben. Nur deshalb ist ihnen diese außergewöhnliche Einladung zuteil geworden.

Ehrenamt macht Schule ist ein Projekt des Treffpunkt Ehrenamt, das sich an Schülerinnen und Schüler im Jahr vor ihrem eigentlichen Schulabschluss richtet. In diesem vorletzten Schuljahr sollen sie mindestens 80 Stunden ehrenamtlich tätig sein. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielschichtig und reichen beispielsweise von den klassischen Einsatzfeldern bei den Feuerwehren und kirchlichen Einrichtungen bis hin zu Besuchsdiensten in Seniorenheimen, die Nachmittagsbetreuung in Kindergärten und Umweltschutz. Bei erfolgreicher Teilnahme erhalten sie am Schuljahresende aus der Hand von Landrat Franz Löffler ein sogenanntes „Ehrenamtszeugnis“, das sie dann ihren Bewerbungen auf einen Ausbildungsplatz beifügen können. Das Projekt geht im gerade angelaufenen Schuljahr in seine neunte Runde und wurde bisher von rund 2.200 Schülern erfolgreich durchlaufen.

Schulen, die sich im kommenden Schuljahr an EmS beteiligen möchten, können sich mit Karin Zollner unter der Telefonnummer 09971/ 78590 vom Treffpunkt Ehrenamt in Verbindung setzen. Karl Holmeier wird sicher wieder alles daran setzen, damit auch nächstes Jahr wieder drei erfolgreiche EmS-Schüler eine Einladung von Bundespräsident Steinmeier erhalten.


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