29.08.2018, 12:36 Uhr

Start ins neue Schuljahr Zahlen, Daten, Fakten zur Schulsituation in der Oberpfalz

(Foto: contrastwerkstatt/123rf.com)(Foto: contrastwerkstatt/123rf.com)

Für 53.665 Schülerinnen und Schüler in der Oberpfalz (36.271 Grundschüler und 17.394 Mittelschüler) beginnt am Dienstag, 11. September, der Unterricht an den Grund- und Mittelschulen. Für 9.198 Schülerinnen und Schüler wird der Tag besonders spannend: Sie starten als Erstklässler in einen neuen Lebensabschnitt. Zum Beginn des neuen Schuljahres hat die Regierung Oberpfalz die wichtigsten Zahlen und Fakten für Interessierte zusammengetragen.

OBERPFALZ Besonders erfreulich ist, dass die Einschulungszahlen im Vergleich zum Vorjahr mit einem Anstieg um 210 Schüler (2,34 Prozent) deutlich zugelegt haben. Insgesamt bleibt der Trend an Grundschulen mit einem Plus von 250 Schülern (das entspricht 0,69 Prozent der Gesamtschülerzahl) positiv, während die Gesamtschülerzahl an Mittelschulen mit einem Minus von 214 Schülern (das entspricht 1,21 Prozent) leicht zurückgeht. Trotz steigender Schülerzahlen konnte an den Grundschulen eine Zunahme der Klassenstärke verhindert werden. So ist der erfreulich günstige Schnitt an Grundschülern pro Klasse auf 21,08 sogar noch leicht gesunken. An den Mittelschulen ist der Durchschnitt nach wie vor geringer und liegt bei 19,52 Schülern pro Klasse.

Zum kommenden Schuljahr verfügen die Oberpfälzer Grund- und Mittelschulen über 4.745 Lehrer und Lehrerinnen, davon 2.497 Grundschullehrkräfte, 1.446 Mittelschullehrkräfte und 802 Förderlehrkräfte. Die Förderschulen verfügen über 936 Lehrkräfte, darin beinhaltet sind alle Voll- und Teilzeitkräfte. Um eine gute Unterrichtsversorgung zu Schuljahresbeginn zu gewährleisten, stellte das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus für die Oberpfälzer Schulen sowohl für die Klassenbildung als auch für die Bildung der Mobilen Reserve wieder Lehrerstunden in ausreichendem Maße zur Verfügung. Diesbezüglich konnten den Berechnungen die Budgetwerte des vergangenen Jahres zugrunde gelegt werden. Neben den Lehrerstunden für die Grundversorgung und die Mobile Reserve wurden zusätzlich auch Lehrerstunden für die Grundversorgung der Deutschklassen, regionalspezifische Zuschläge, zweckgebundene Angebote, Inklusionsangebote, Sprachförderangebote und besondere Unterrichtsangebote zur Verfügung gestellt. So erhielten 291 Lehrkräfte neu freigewordene Planstellen. Zusätzlich treten 201 Lehramtsanwärter aus dem Grundschul-, Mittelschul-, Fachlehrer- und Förderlehrerbereich den zweiten Teil ihrer Ausbildung an. Aufgrund dieser guten Lehrerversorgung können die Schulämter über das Mindestmaß von 5.234 Lehrerstunden hinaus Lehrkräfte als mobile Reserve einsetzen, um mögliche Unterrichtsausfälle zu kompensieren. Insgesamt werden am ersten Schultag 262 Lehrkräfte in der Mobilen Reserve zur Verfügung stehen.

Neu im kommenden Schuljahr ist die Weiterentwicklung der Übergangsklassen zu Deutschklassen für Kinder mit Migrationshintergrund. So soll eine intensive Deutschförderung in allen Fächern anhand der jeweils fachspezifischen Inhalte gewährleistet werden. Darüber hinaus sind in diesen Klassen vier Unterrichtsstunden für das neue Fach „Kulturelle Bildung und Werteerziehung“ sowie eine weiterführende Sprach- und Lernpraxis in ganztägigen Angeboten vorgesehen. Hier variieren die zur Verfügung gestellten Wochenstunden je nach Jahrgangsstufe von vier bis acht Stunden in der Grundschule bis zu zwei bis sechs Stunden in der Mittelschule. Im Regierungsbezirk Oberpfalz konnten so 65 Deutschklassen gebildet werden, damit Schüler mit Migrationshintergrund gut und möglichst schnell integriert werden können.

Auch der Ausbau der offenen und gebundenen Ganztagsschulen schreitet weiterhin gut voran. So sind für das neue Schuljahr 62 Grund- und Mittelschulen mit 292 gebundenen Ganztagsklassen gemeldet. Die bekannten Stärken der gebundenen Ganztagsklassen, also die zusätzliche Versorgung mit zwölf Lehrerstunden pro Klasse und die dadurch mögliche intensive unterrichtliche und pädagogische Betreuung der Schüler, kommen inzwischen zunehmend im Bereich der Deutschklassen - ehemals Übergangsklassen - zum Tragen. So werden oberpfalzweit im neuen Schuljahr bereits elf Deutschklassen im gebundenen Ganztag angeboten. Dies ergibt einen erneuten Zuwachs um 40 Prozent. Derzeit sind in der Stadt und im Landkreis Regensburg sechs gebundene Übergangsklassen eingerichtet. Zwei Klassen werden an der Ganztagsschule in der Stadt Teublitz, eine an der Kreuzbergmittelschule Schwandorf und jeweils eine Klasse an der Dreifaltigkeitsmittelschule Amberg und an der Grundschule Hahnbach angeboten.

Im Bereich der offenen Ganztagsschulen konnten erneut alle Anträge der 52 Mittelschulen und 19 Förderschulen auf Einrichtung von Ganztagsgruppen bewilligt werden. In insgesamt 122 Gruppen wird an diesen Standorten im kommenden Schuljahr eine qualifizierte Nachmittagsbetreuung bis 16 Uhr angeboten. Diese umschließt sowohl ein ausgewogenes und kostengünstiges Mittagessen als auch die Aufsicht und Hilfe bei den Hausaufgaben. Im Rahmen der betreuten Freizeit dürfen jedoch auch Spiel und Spaß bei diesem Angebot nicht zu kurz kommen. Vor allem aber der Ausbau der offenen Ganztagsangebote im Grundschulbereich verzeichnet enorme Zuwächse. Im kommenden Schuljahr stehen bereits an 65 Grundschulen und 20 Förderschulen mit Grundschulstufe diesbezügliche kostenfreie Betreuungsangebote bis 14 oder bis 16 Uhr zur Verfügung. Insgesamt werden im Regierungsbezirk Oberpfalz an nahezu 190 Grund-, Mittel- und Förderschulen bedarfsgerechte Ganztagsangebote kostenfrei zur Verfügung stehen. Die ganztägige rhythmisierte Betreuung und Unterstützung im Lernprozess ist ein Konzept, das die Eltern in ihrer Erziehung unterstützt und ihnen Möglichkeit zur Erwerbstätigkeit bietet und sich bei Schülern immer größerer Beliebtheit erfreut.


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