16.07.2018, 13:57 Uhr

OTH Regensburg Vom Schülerinnen-Projekt im MINT-Bereich zum Maschinenbaustudium an der OTH Regensburg

(Foto: OTH Regensburg)(Foto: OTH Regensburg)

Girls‘ Day, Forscherinnencamp, girls4tech oder MINT-Girls Regensburg – die Angebote der Jungen Hochschule der OTH Regensburg im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich explizit für Schülerinnen sind vielfältig. Dennoch ist der Anteil von Frauen an Studiengängen im MINT-Bereich (MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) in Deutschland noch immer gering.

REGENSBURG An deutschen Hochschulen insgesamt liegt der Frauenanteil an Studienanfängern im MINT-Bereich aktuell bei 28 Prozent; an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) sind es sogar nur 23 Prozent (Angaben aus dem Wintersemester 2016/2017); die OTH Regensburg liegt mit ihren 23 Prozent also genau im Durchschnitt. Die Anstrengungen, junge Frauen für technische Berufe zu begeistern, zeigen aber erste Früchte: Im Bereich Junge Hochschule der OTH Regensburg arbeiten derzeit Franziska Seidenschwarz und Robin Lauerer als Studentische Hilfskräfte (SHK) – zwei junge Frauen, die beide Maschinenbau studieren und beide durch MINT-Projekte wesentlich in ihrer Studienwahl beeinflusst worden sind.

Franziska Seidenschwarz ist 20 Jahre alt und studiert im vierten Semester Maschinenbau. Zu Schulzeiten hat sie am Forscherinnen-Camp der Jungen Hochschule teilgenommen. „Das bestärkte mich in meiner Entscheidung, etwas Technisches studieren zu wollen. Außerdem habe ich dadurch die Stadt Regensburg kennengelernt und seitdem möchte ich nicht mehr weg von hier“, sagt Franziska Seidenschwarz. „Wenn sie konstruktionsbegeistert und einigermaßen gut in Mathe sind, würde ich jeder Frau zu einem Maschinenbaustudium raten“, sagt sie. Ihre eigenen Vorbilder bei der Studienwahl waren allerdings nicht weiblich: „Meine Cousins haben beide Maschinenbau studiert und konnten mir somit einen kleinen Einblick zeigen.“ Am Fach Maschinenbau fasziniere sie das „unglaublich große Spektrum an verschiedenen technischen Tätigkeiten.“

Ihre Kommilitonin Robin Lauerer ist 18 Jahre alt und studiert Maschinenbau im zweiten Semester. Sie hat in der zehnten und elften Gymnasialklasse bei den MINT-Girls Regensburg mitgemacht. „Die MINT-Girls 2015 standen unter dem Thema „Moonwalk“. Wir konstruierten und bauten zusammen mit SHKs kleine eigene Arduino-Roboter, welche auf einer selbstgebastelten Mondlandschaft verschiedene Aufgaben erledigen konnten“, erzählt Robin Lauerer. Das habe für ihre spätere Studienwahl eine „ziemlich hohe Bedeutung“ gehabt: „Zum einen verliebte ich mich während dieser Zeit in Regensburg und zum anderen wurden uns während des Projektes viele Einblicke in verschiedene technische Studiengänge der OTH Regensburg und der Uni Regensburg gegeben.“

Noch vor Studienbeginn habe Armin Gardeia, verantwortlich für den Bereich Junge Hochschule der OTH Regensburg, bei ihr angefragt, ob sie Interesse hätte, mit ihm und seinem Team zu arbeiten. Und das hatte Robin Lauerer: Zu ihrem Aufgabenbereich als SHK zählt vor allem die Betreuung von Schülergruppen, die zu Besuch an der OTH Regensburg sind oder beispielsweise am Roboterwettbewerb „First LEGO League“ teilnehmen. Robin Lauerer würde aber nicht nur jungen Frauen ein Maschinenbaustudium ans Herz legen: „Ich würde allen Menschen, die Interesse an Naturwissenschaften, besonders an Mathematik und Physik haben, vorschlagen, Maschinenbau zu studieren“, sagt sie. „Wahrscheinlich begeistert es mich am meisten, dass uns Technik im Zeitalter der Digitalisierung die Möglichkeit gibt, innovativ an der gesellschaftlichen Entwicklung mitzuwirken.“ Und als Role-Model in Sachen MINT stehen Robin Lauerer und Franziska Seidenschwarz zudem für eine Entwicklung hin zu einem höheren Frauenanteil in MINT-Fächern.


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