30.05.2018, 22:49 Uhr

Fahrgastbegleiter Die „Coolrider“ sind bald wieder bei Konfliktsituationen in öffentlichen Verkehrsmitteln im Einsatz

(Foto: Marc Schade)(Foto: Marc Schade)

Eine Jugendliche legt ihre Füße im Bus auf einem Sitz ab. Die „Coolrider“ steigen zu und erkennen die Situation sofort. Doch die Jugendliche verweigert die Bitte, sich richtig hinzusetzen. Solche und ähnliche Situationen können schnell in öffentlichen Verkehrsmitteln entstehen.

REGENSBURG Dieses Mal ist die Szene allerdings nur gestellt. Die Schülerinnen und Schüler der Pestalozzi-Mittelschule üben hier in ihrer Ausbildung, wie sie ihre Mitschülerin davon überzeugen können, den Sitzplatz freizumachen. Kurze Zeit später folgt die nächste brenzlige Situation. Eine Schülerin macht sich am Nothammer des Busses zu schaffen. Erneut müssen die „Coolrider“ eingreifen.

Die Trainer Katrin und Marc Schade erklären den Schülerinnen und Schülern immer wieder, wie wichtig es ist, auch die anderen Fahrgäste auf solche Probleme aufmerksam zu machen. „Öffentlichkeit herstellen ist eure stärkste Waffe. Denn dann wächst der Druck auf die Leute, die Fehler begehen, und es wird ihnen so peinlich, dass sie sich doch richtig verhalten werden.“

Das „Coolrider“-Projekt gibt es seit 2002 und wurde in Nürnberg von der VAG, der ÖPNV-Akademie und der Polizei entwickelt. Schirmherr ist der bayerische Innenminister Joachim Herrmann. In Regensburg stellt der RVV als Kooperationspartner einen Bus sowie einen Busfahrer für die Ausbildung zur Verfügung. Teilfinanziert wird das Projekt durch die Fachstelle „Gewaltprävention an Schulen“ der Stadt Regensburg. Es findet bereits zum zweiten Mal an der Pestalozzi-Mittelschule statt. Während der Ausbildungszeit von 20 Stunden gibt es neben Rollenspielen auch einen theoretischen Teil. Hier werden den Teilnehmenden die 14 goldenen Regeln für das Verhalten als „Coolrider“ sowie rechtliche Hintergründe vermittelt. Eine der wichtigsten Regeln lautet beispielsweise, sich niemals selbst in Gefahr zu bringen.

Die Schülerinnen und Schüler sind sich einig, dass ihnen die Ausbildung zum „Coolrider“ Spaß macht. In der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) spielt die Gewaltprävention insgesamt eine große Rolle. Dies bestätigt auch Petra Schneider, JaS-Fachkraft der Evangelischen Jugendsozialarbeit (ejsa), die das Projekt organisatorisch betreut und pädagogisch begleitet. Die Jugendlichen ermutigt sie: „Traut euch selbstbewusster und lauter aufzutreten. In der Schule beweist ihr immer wieder, dass ihr das könnt.“ Auch die Trainer unterstreichen, dass die Schülerinnen und Schüler in der Ausbildung wichtige Fähigkeiten lernen.

Im kommenden Monat werden die „Coolrider“ noch eine Trainingseinheit absolvieren und die Leitstelle des RVV besichtigen. Bei einem weiteren Termin erhalten die Schüler dann ihre offiziellen „Coolrider“-Urkunden. Im neuen Schuljahr werden die Trainer Katrin und Marc Schade noch einmal an die Pestalozzi Mittelschule kommen, um die Ausbildung und die Erlebnisse mit den Jugendlichen zu reflektieren.


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