01.03.2018, 12:06 Uhr

Anerkennung Amerikanische Fachgesellschaft prämiert UKR-Forschung

(Foto: UKR/Vincent Schmucker )(Foto: UKR/Vincent Schmucker )

Dr. Daniela Weber, Assistenzärztin am Universitätsklinikum Regensburg (UKR), hat für eine Forschungsarbeit zu den Folgen der Antibiotikagabe für stammzelltransplantierte Patienten den mit 5.000 USD dotierten „George Santos Clinical Award For New Investigators“ erhalten. Den Preis nahm Professor Dr. Ernst Holler, Leitender Oberarzt am UKR, stellvertretend am Freitag, 23. Februar, in Salt Lake City (Utah, USA) entgegen.

REGENSBURG In der prämierten Arbeit konnte Dr. Daniela Weber von der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III des UKR erstmals den Einfluss des Zeitpunkts einer Antibiotikagabe auf die Spender-gegen-Empfänger-Erkrankung (Graft-versus-Host-Disease, GvHD) beschreiben. Die GvHD ist eine schwere Komplikation, die bei Patienten mit Leukämie oder Lymphdrüsenkrebs nach einer allogenen Stammzelltransplantation auftreten kann. Dabei greift das Gewebe des Stammzellspenders verschiedene Gewebe des Patienten an. Im schlimmsten Fall führt diese Abstoßungsreaktion zum Tod des Patienten. Dennoch ist eine Stammzelltransplantation für viele Leukämie- oder Lymphompatienten oft die einzige Heilungsmöglichkeit. Die Wissenschaftler in Regensburg arbeiten deshalb mit Hochdruck daran, die GvHD als Nebenwirkung so weit wie möglich einzudämmen.

Große Anerkennung für UKR-Forscher

Immunmediziner wissen mittlerweile, dass ein Zusammenhang zwischen Auftreten und Schwere der GvHD und der Bakterienbesiedlung im Darm besteht. Ein Grund für den Verlust der schützenden Bakterienvielfalt im Darm ist die Gabe von Breitbandantibiotika. Dr. Daniela Weber hat in einer breit angelegten Studie gemeinsam mit Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Regensburg und des Memorial Sloan Kettering Cancer Centers (New York, USA) herausgefunden, dass Patienten, die vor der Stammzelltransplantation mit einer antibiotischen Therapie begannen, mit 65 Prozent die schlechteste Überlebensrate aufwiesen. Eine Antibiotikagabe nach der Transplantation resultierte in einer mittleren Überlebensrate von 83 Prozent. Patienten, die keine Antibiotikatherapie benötigten, überlebten zu 93 Prozent. Für die Studie hat die Forschergruppe rückwirkend Daten von 621 Patienten analysiert, die an beiden Krankenhäusern stammzelltransplantiert wurden. Die Studienergebnisse stellen einen neuen Ansatz zur GvHD-Prophylaxe und -Therapie dar.

Das wissenschaftliche Fachjournal „Biology of Blood and Marrow Transplantation“ publizierte die Studienergebnisse im Mai 2017. Die Redakteure des Journals haben die Arbeit von Dr. Weber und ihren Co-Autoren nun mit dem „George Santos Clinical Award for New Investigators 2017“ prämiert. „Diese Auszeichnung ist eine riesige Anerkennung für Dr. Weber und die gemeinsame Arbeitsgruppe zur Mikrobiomforschung mit Professor Dr. Dr. André Gessner und Dr. Andreas Hiergeist. Es war eine große Ehre für mich, den Preis stellvertretend in Salt Lake City entgegenzunehmen und hier unsere Ergebnisse zu präsentieren“, freut sich Professor Dr. Ernst Holler, Leitender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III, Leiter des allogenen Stammzelltransplantationsprogramms am UKR und Letztautor der prämierten Publikation. Übereicht wurde der Award am Freitag, 23. Februar 2018, im Rahmen des BMT Tandem Meetings, der jährlichen Konferenz des Zentrums für Internationale Forschung zur Blut- und Knochenmarkstransplantation (CIBMTR) und der Amerikanischen Gesellschaft für Blut- und Knochenmarkstransplantation (ASBMT). Der Preis wird jährlich von der ASBMT für den besten klinischen Artikel eines Nachwuchsforschers in „Biology of Blood and Marrow Transplantation“ verliehen.


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