20.12.2017, 15:22 Uhr

Wissenschaft Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Regensburg

(Foto: armpannawat/123RF)(Foto: armpannawat/123RF)

Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt neues und verlängert bestehendes Graduiertenkolleg.

REGENSBURG Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat in ihrer Sitzung am Dienstag, 19. Dezember, die Einrichtung des neuen Graduiertenkollegs GRK 2339 „Interfaces, Complex Structures and Singular Limits in Continuum Mechanics“ unter Federführung der Universität Regensburg (Sprecher: Prof. Dr. Harald Garcke, Lehrstuhl für Mathematik an der Universität Regensburg) bewilligt. Der Forschungsverbund der Universität Regensburg und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (stellvertretender Sprecher: Prof. Dr. Günther Grün, Lehrstuhl für Angewandte Mathematik eins) wird für viereinhalb Jahre im Volumen von 3,5 Millionen Euro finanziert. Verlängert hat die DFG auch das Graduiertenkolleg GRK 1910 „Medizinische Chemie selektiver GPCR-Liganden“. Das Graduiertenkolleg ist ebenfalls ein Forschungsverbund der Universität Regensburg (stellvertretender Sprecher: Prof. Dr. Joachim Wegener vom Institut für Analytische Chemie, Chemo- und Biosensorik) und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Sprecher: Prof. Dr. Peter Gmeiner, Lehrstuhl für Pharmazeutische Chemie). Die DFG fördert das Graduiertenkolleg in den kommenden viereinhalb Jahren im Volumen von 4,8 Millionen Euro.

„Die Einrichtung des neuen Graduiertenkollegs in der Mathematik und die Verlängerung des erfolgreichen GRKs in der Chemie beweist die hohe Leistungsfähigkeit  der Universität Regensburg in der Nachwuchsförderung.  Wir freuen uns auch besonders über die erfolgreiche und gute Zusammenarbeit mit der FAU Erlangen-Nürnberg“, betont Prof. Dr. Udo Hebel, Präsident der Universität Regensburg. Die am Graduiertenkolleg „Interfaces, Complex Structures and Singular Limits in Continuum Mechanics“ beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nutzen neuartige mathematische Methoden, um komplexe Strukturen und Phänomene in der Natur besser zu verstehen. Es zeigt sich, dass wenige abstrakte Konzepte in der Mathematik es erlauben, ganz unterschiedliche Phänomene beschreiben zu können. Beispiele sind das Entstehen von Blutgerinnseln, das Wachstum von Tumoren, die Schadstoffausbreitung im Boden, die Züchtung von Kristallen oder die Optimierung von Formen wie die eines Flugzeugflügels. Ziel des Graduiertenkollegs ist es, zum einen abstrakte mathematische Konzepte zu entwickeln und konkrete Computersimulationen durchzuführen, um Naturphänomene besser zu verstehen, und zum anderen Doktorandinnen und Doktoranden auf ein Karriere in der Spitzenforschung vorzubereiten.

Im Zentrum des Graduiertenkollegs Medizinische Chemie selektiver GPCR-Liganden“ stehen sogenannte G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPCRs). Dabei handelt es sich um eine Familie von Proteinen, die auf der Oberfläche der Zellen zu finden sind. Ihre Aufgabe besteht darin, unterschiedliche äußere Signale ins Zellinnere weiterzuleiten. Fehlfunktionen können eine Vielzahl schwerster Krankheiten auslösen. Etwa 30  Prozent der derzeit zugelassenen, verschreibungspflichtigen Arzneistoffe wirken über ihre Bindung an GPCRs. Die Arbeit im Rahmen des Forschungsverbundes zielt auf die Entwicklung neuer selektiver Wirkstoffe und molekularer sowie analytischer Werkzeuge zur Untersuchung von GPCRs ab. Neben der Aufklärung der molekularen Mechanismen wollen die Forscher einen Beitrag zur rationalen Entwicklung funktionell selektiver GPCR-Wirkstoffe für therapeutische und diagnostische Zwecke leisten.


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