20.03.2019, 11:40 Uhr

Freisprechung der Kfz-Innung Junggesellen starten ins Berufsleben

Die Prüfungsbesten mit den Ehrengästen. (Foto: KfZ-Innung Niederbayern)Die Prüfungsbesten mit den Ehrengästen. (Foto: KfZ-Innung Niederbayern)

Junghandwerker aus ganz Niederbayern haben sich im Bürgersaal in Ergolding hochleben lassen. Sie haben erfolgreich ihre Ausbildung als Kfz-Mechatroniker abgeschlossen. Das nahm die Kfz-Innung Niederbayern erneut zum Anlass, den frischgebackenen Junggesellen im Rahmen einer Freisprechungsfeier offiziell zu ihrem Erfolg zu gratulieren.

ROTTAL-INN Unter dem lauten Applaus ihrer Eltern, Freunde, Ausbilder und zahlreicher Ehrengäste und begleitet von der Band „The Taylor Boys feat. Bugs“ zogen die erfolgreichen Absolventen in den Saal ein. Sicherlich ein einmaliger Moment, der lange im Gedächtnis bleiben wird. „Wir feiern heute einen ganz besonderen Anlass: Sie, liebe Junggesellen, haben eine erste ganz große Klippe Ihrer beruflichen Laufbahn gemeistert. Die meisten von Ihnen haben sich Ihren ersten Berufsabschluss erarbeitet. Im Namen der Kfz-Innung Niederbayern gratuliere ich Ihnen dazu recht herzlich!“, so Obermeister Michael Krammer in seiner Begrüßung.

Er stellte heraus, dass sich insgesamt 262 junge Frauen und Männer aus ganz Niederbayern über ihren Gesellenbrief zum Kfz-Mechatroniker oder zur Kfz-Mechatronikern in den fünf Fachrichtungen freuen dürfen. „Sie haben sich in Praxis und Theorie sichere Kenntnisse in der Automobiltechnik, der Wartung, Diagnose und Instandsetzung erworben. Der Gesellenbrief ist vor allem auch ein Beweis dafür, dass Sie im jeweiligen Ausbildungsbetrieb das notwendige Handwerkszeug für Ihren Beruf erworben haben.“

Lobende und bestärkende Worte richtete auch Festredner Dr. Georg Haber, Präsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, an die Junggesellen. „Sie haben sich für einen Beruf im Handwerk entschieden – herzlichen Glückwunsch dazu. Eine gute Wahl. Denn die Perspektiven im Handwerk sind so gut wie lange nicht. Den Betrieben geht es gut. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt.“ Das Handwerk sei das Herzstück des Mittelstandes. Es sichere den Erfolg der heimischen Wirtschaft. Doch es stehe für weit mehr als nur für seine Umsätze. „Die Handwerksunternehmer garantieren die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen vor Ort, sie erhalten und schaffen Arbeitsplätze nahe der Heimat und sie bieten jungen Leuten Berufsperspektiven, indem sie Ausbildungsplätze schaffen. Kurz gesagt: Sie sichern unser alltägliches Leben“, so Haber.

Er sprach aber auch Herausforderungen an, denen sich das niederbayerische Handwerk stellen muss. Allen voran: Der um sich greifende Fachkräftemangel. Der demografische Wandel und geringere Geburtenzahlen seien nur zwei Gründe für den fehlenden Nachwuchs im Handwerk. Auch der anhaltende Trend zum Studium leiste seinen Beitrag. „Im gesellschaftlichen Ansehen steht das Studium immer noch deutlich über der dualen Berufsausbildung. Es ist also kein Wunder, dass sich manche Akademikerjobs immer stärker gegenseitig verdrängen, während sich viel zu wenige qualifizierte Kandidaten für eine Berufsausbildung bewerben“, so Haber.

Doch ein Studium lohne sich nicht zwangsläufig für alle und jeden. „Auch eine ‚Karriere mit Lehre‘ ist möglich. Manchmal sogar mit besseren Aussichten. Denn ein Handwerksmeister verdient am Ende oft mehr als so mancher Akademiker – völlig zu Recht, wie ich finde.“ Leider herrsche in der Gesellschaft noch immer ein falsches, teils sogar negativ behaftetes Bild vom Handwerk. Haber appellierte deshalb an die Junggesellen, selbst zu Botschaftern für das Handwerk zu werden. Schließlich seien die erfolgreichen Prüflinge auch der Grund, warum er sich trotz allem keine Sorgen um die Zukunft des Handwerks macht. „Sie sind die Fachkräfte, die wir so dringend brauchen. Sie sind die Kompetenz von morgen. Deshalb freue ich mich ganz besonders, Sie heute hier in Ergolding offiziell freisprechen zu dürfen“, so Haber.

Das tat der Präsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz schließlich auch – doch nicht, ohne die Junggesellen daran zu erinnern, stolz auf sich und ihren Erfolg zu sein. „Sie haben dreieinhalb Jahre die Ärmel hochgekrempelt und etwas Großartiges getan: einen soliden Handwerksberuf gelernt. Heute ist der Höhepunkt Ihrer Ausbildungszeit. Heute ist ein großer Tag für Sie. Heute sind die Lehrjahre offiziell vorbei“, führte er aus. Sein Appell: „Lassen Sie sich feiern!“ Anschließend überreichte Haber gemeinsam mit Obermeister Krammer den Junggesellen ihre Zeugnisse und Gesellenbriefe.

Besondere Ehre wurde den besten Absolventen zuteil. 19 junge Frauen und Männer, die in ihren jeweiligen Fachrichtungen Top-Leistungen abgeliefert hatten, wurden als Prüfungsbeste gesondert ausgezeichnet, darunter auch Sandra Klinglbrunner (Solcher F. X. GmbH, Eggenfelden)

und Melinda Spreitzer (Betrieb Peter Mikschl, Eggenfelden). Wie sehr sich die frischgebackenen Junggesellen über das Erreichte freuen, brachte stellvertretend für seine Mitstreiter Gesellenvertreter Wolfram Zilch, der seine Ausbildung bei der Firma Sieber GmbH in Landshut absolviert hat, zum Ausdruck. „Das Blatt hat sich gewendet. Wir sind nun nicht mehr die jungfräulichen Lehrlinge, sondern in den Betrieben die gefragten Gesellen“, so Zilch. Im Namen aller Junggesellen dankte er sämtlichen Ausbildungsbetrieben, der Lerhrerschaft in den Berufsschulen sowie den Eltern und Freunden für die tatkräftige Unterstützung. „Wir haben nun selbst in der Hand, was wir mit unserem Abschluss machen wollen. Der Weg wird sicher nicht immer gerade verlaufen, doch wichtig ist, dass wir an unser persönliches Ziel kommen“, so der Gesellenvertreter abschließend.

Weiteres Highlight der Freisprechungsfeier: Eine Verlosung unter allen Absolventen. Dank der Unterstützung vieler Sponsoren konnte die Kfz-Innung als besonderes Schmankerl hochwertige Preise unter den Junggesellen verlosen.


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