23.11.2017, 10:32 Uhr

Am European Campus Kinderuni bot einen Blick in die Sterne

Prof. Dr. Robert Geigenfeind erklärt das Weltraumteleskop. (Foto: ECRI)Prof. Dr. Robert Geigenfeind erklärt das Weltraumteleskop. (Foto: ECRI)

Prof. Dr. Robert Geigenfeind zeigte 99 Kindern, wie weit man mit einem Weltraumteleskop schauen kann.

PFARRKIRCHEN Es soll mehr Sterne im Universum als Sand am Meer geben – Bei einem Blick in den Himmel kann man sich das kaum vorstellen. Tatsächlich sind nur etwa 6.000 Sterne mit bloßem Auge erkennbar. Allerdings lassen sich die für uns zunächst unsichtbaren Himmelskörper mit Teleskopen beobachten. Wie genau dieses optische Instrument funktioniert hat Prof. Dr. Robert Geigenfeind den 99 Kindern während der 3. Kinderuni am European Campus Rottal-Inn (ECRI) nähergebracht. Er ist kurzfristig als Vertretung für Kerstin Wommer eingesprungen, die krankheitsbedingt nicht über das geplante Thema Bionik referieren konnte.

Warum brauchen wir eigentlich ein Teleskop?“ fragte Prof. Geigenfeind in die Runde, um gleich über den Zweck eines solchen Werkzeuges zu sprechen: Es sammelt das Licht von Himmelskörpern und macht sie damit erst für das menschliche Auge sichtbar. Dies bezeichnet man auch als Lichtsammelvermögen. Je größer der Durchmesser eines Teleskopes ist, umso höher ist das Lichtsammelvermögen und umso genauer das zu sehende Bild. Ursprünglich wurde das Teleskop einst für die Seefahrt erfunden, einer der ersten Erbauer war Galileo Galilei.

In der Atacama Wüste in Chile stehen 4 große Teleskope mit Durchmessern von jeweils 8 Metern. Aktuell wird an einem E-ELT gearbeitet, ein sog. European Extremely Large Telescope. Der geplante Durchmesser liegt bei 39m, was somit höher als die Allianz-Arena in München sein wird. Man rechnet mit Kosten von ca. einer Milliarde Euro, um dieses Projekt zu realisieren. Nach seiner Inbetriebnahme 2024 sollen auf dem Mond z.B. Objekte erkennbar sein, die gerade einmal zehn Meter groß sind. Man schaut übrigens nicht mehr mit dem Auge durch die größeren und modernen Teleskope. Vielmehr wird das Licht auf einen lichtempfindlichen Chip geworfen, wie er beispielsweise auch in Digitalkameras steckt.

Wie weit die Sterne und anderen Galaxien von der Erde entfernt sind, ist für das menschliche Verständnis kaum greifbar. Gemessen wird hier in Lichtjahren anstatt in Kilometern. Ein Lichtjahr misst rund 10 Billionen Kilometer und beschreibt die Entfernung, die ein Lichtstrahl innerhalb eines Jahres zurücklegt. „Übrigens benötigt das Licht rund eine Sekunde vom Mond zur Erde und acht Minuten von der Sonne zur Erde“, so Geigenfein. Zudem erklärte er, dass man nur jene Entfernungen wirklich verstehen kann, welche man tatsächlich auch zu Fuß überwinden könne. Abschließend warteten noch viele Kinderfragen auf ihn.


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