31.10.2019, 11:27 Uhr

Projektwoche bei ZF „Das 3D-Programm hat mega Spaß gemacht“

(Foto: Neele Leske)(Foto: Neele Leske)

Mädchen lernen Berufsalltag und Karriereverläufe von Ingenieurinnen kennen

PASSAU. An technischen Problemen tüfteln, bis man zu einer Lösung kommt – ein gutes Gefühl! Eines, das zwölf Schülerinnen diese Woche im „Forscherinnen-Camp“ im Rahmen der Bildungsinitiative Technik – Zukunft in Bayern 4.0 bei der ZF Friedrichshafen AG und der Universität Passau erlebt haben.

Das Thema der Projektwoche lautete „Von der Virtualisierung zur Realisierung – Potentiale des 3D-Drucks“. Die 15- bis 18-jährigen Teilnehmerinnen haben ein kaputtes Maschinenteil digital erfasst und ein 3D-Modell sowie das Ersatzteil im 3D-Druck erstellt. Dabei erhielten sie Unterstützung von Dozent*innen, Studierenden und Ingenieur*innen, mit denen sie auch über deren Arbeit und Karriereverläufe von Frauen in technischen Berufen sprachen. Beim Besuch der Universität bekamen die Mädchen zudem Einblick in verschiedene Studiengänge.

Voller Engagement haben die Schülerinnen bei der heutigen Abschlussveranstaltung ihre Ergebnisse präsentiert. Das Projekt hat sein Ziel erreicht: Das Camp des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft (bbw) e. V. und der bayerischen Metall- und Arbeitgeberverbände bayme vbm soll Mädchen Einblick in den Berufsalltag einer Ingenieurin verschaffen – und so das Interesse an technischen Berufen fördern.

„Junge Frauen für IT und Technik begeistern“

„Damit unsere bayerischen Unternehmen innovativ und wettbewerbsfähig bleiben, brauchen sie hochqualifizierte Nachwuchskräfte in den Bereichen Technik und IT. Wir möchten junge Frauen für diese Berufe begeistern und so wertvolles Potenzial ausschöpfen“, sagte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer von bayme vbm, anlässlich der Abschlussveranstaltung des Camps. Am gleichen Strang zieht auch bayerische Wirtschaftsministerium: Es fördert das Forscherinnen-Camp seit Jahren.

Für eine Karriere von Frauen in den bayerischen Metall- und Elektro-Unternehmen sprechen laut Brossardt „vielfältige Tätigkeiten, sehr gute Verdienstmöglichkeiten sowie sehr gute Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“ Das kann Roland Biebl, Ausbildungsleiter bei ZF in Passau, nur bestätigen: „Wir fördern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie aktiv. Uns ist es wichtig, den Frauenanteil auch in den technischen Berufen zu steigern. Das Forscherinnen-Camp ist nur ein Beispiel für unser Engagement dafür.“

„So viele Mädchen getroffen, die sich für Technik interessieren“

Wie sehr die Camps bei der beruflichen Orientierung helfen, zeigt eine Studie des bbw: Rund 75 Prozent der Teilnehmerinnen wollen nach dem Camp-Besuch ein technisches oder naturwissenschaftliches Studium beginnen. Das können sich auch die Teilnehmerinnen des aktuellen Camps vorstellen: „Das 3D-Programm auszuprobieren hat mir mega Spaß gemacht“, sagte die 15-jährige Theresa. „Ohne das Camp wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass ein MINT-Studium ein Weg für mich wäre.“

Valentina, ebenfalls 15, hat sich gefreut, im Camp „so viele Mädchen zu treffen, die sich auch für Technik interessieren. Sonst redet man so wenig darüber. Hier kommen keine blöden Sprüche, wenn man Fragen stellt.“

„Für die Schülerinnen ist das Camp eine tolle Möglichkeit, sich mit anspruchsvollen Fragestellungen aus der Praxis auseinanderzusetzen und so erste Eindrücke zu bekommen, was man mit einem Studium im MINT-Bereich alles anfangen kann“, sagte Prof. Dr. Tomas Sauer vom Lehrstuhl für Mathematik mit Schwerpunkt Digitale Bildverarbeitung, der das Camp seitens der Universität Passau begleitet. „Die Tätigkeitsfelder für Informatikerinnen und Mathematikerinnen sind sehr vielfältig und weit mehr als nur Rechnen oder Programme schreiben.“

2019 beteiligen sich sieben Unternehmen und acht Hochschulen

Noch immer ist der Frauenanteil in der Metall- und Elektro-Industrie gering, nur jeder vierte Arbeitnehmer in Bayern ist weiblich. Das soll sich ändern, darum richtet sich das Forscherinnen-Camp gezielt an junge Frauen: Die Zeit typischer Männerberufe ist vorbei, Erfolg im technischen Beruf hängt von der Einstellung und Begeisterung ab – nicht vom Geschlecht.

Die Forscherinnen-Camps sind 2007 gestartet. In diesem Jahr beteiligen sich sieben Unternehmen und acht Hochschulen und Universitäten. Die Camps sind, bis auf An- und Abreise, kostenfrei. Weitere Informationen gibt es unter www.tezba.de.

Über Technik – Zukunft in Bayern 4.0

Die Bildungsinitiative Technik – Zukunft in Bayern 4.0 verfolgt seit dem Jahr 2000 ein Ziel: Kinder und Jugendliche für Technik zu begeistern. In vielen Projekten – vom Kindergarten- und Schulalter bis zum Übergang in Ausbildung oder Studium – soll das Interesse der Teilnehmer*innen für technische, naturwissenschaftliche und digitale Zusammenhänge geweckt werden. Möglich machen das die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber bayme vbm (Hauptförderer) und ‚Wirtschaft im Dialog‘ im Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) e. V. (Träger). Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie fördert ebenfalls die Initiative. Weitere Informationen: www.tezba.de


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