13.07.2018, 13:09 Uhr

„Regiothek“ Spin-Off der Universität Passau beim Bayerischen Gründerpreis ausgezeichnet

Simon Nestmeier (von links), Anton Kohlbauer, Alexander Treml und Bastian Kühnel sind die Köpfe hinter der „Regiothek“. (Foto: Regiothek)Simon Nestmeier (von links), Anton Kohlbauer, Alexander Treml und Bastian Kühnel sind die Köpfe hinter der „Regiothek“. (Foto: Regiothek)

Das junge Projekt „Regiothek“, das aus der Universität Passau heraus gegründet wurde, hat beim Bayerischen Gründerpreis den 3. Platz in der Kategorie Konzept erreicht. Die Auszeichnung wurde am 12. Juli im Rahmen der Unternehmerkonferenz der bayerischen Sparkassen in Nürnberg vergeben.

PASSAU Der Bayerische Gründerpreis wird für vorbildhafte Leistungen in der Entwicklung von innovativen und tragfähigen Geschäftsideen und beim Aufbau neuer Unternehmen verliehen. Aus Sicht der Jury reichte die „Regiothek“ eines der drei besten Konzepte im Freistaat ein. Seit April 2018 ist das von Anton Kohlbauer, Bastian Kühnel, Simon Nestmeier und Alexander Treml gegründete Projekt im FLÜGGE-Programm für Existenzgründer des Bayerischen Wirtschaftsministeriums, um in Kooperation mit dem Passauer Lehrstuhl für Data Science die Plattform bis zur Verselbständigung im Herbst 2018 weiterzuentwickeln.

Die enge Bindung an den Lehrstuhl von Prof. Dr. Michael Granitzer besteht seit dem Start des Unternehmensprojekts im Januar 2017, als die „Regiothek“ das EXIST-Gründerstipendium des Bundeswirtschaftsministeriums erhielt. „Das Besondere an der ‚Regiothek‘ ist, dass sie Technologie auf hohem Niveau zum Zweck der Verbesserung der ökologischen Nachhaltigkeit einsetzt – ein Gedanke hinter dem ich auch persönlich stehe“, so Prof. Dr. Granitzer.

„Viele Studierende und Absolventinnen und Absolventen unserer Universität werden zu Gründerinnen und Gründern von Unternehmen“, so die Universitätspräsidentin Prof. Dr. Carola Jungwirth. „Ich freue mich sehr über das studentische Unternehmertum, das wir gezielt unterstützen – insbesondere im Bereich der Digitalisierung. Die Auszeichnung der ‚Regiothek‘ mit dem Bayerischen Gründerpreis zeigt, dass die Universität Passau tatsächlich das von uns angestrebte, herausragende Umfeld für Gründungsaktivitäten bietet. Ich gratuliere den Initiatoren ganz herzlich zum Bayerischen Gründerpreis.“

Hinter der „Regiothek“ stecken Big Data und moderne Algorithmen, aber auch eine gesellschaftliche Vision. „Das Ziel des Projekt ist es, durch die Herstellung von Lebensmitteltransparenz hochwertiges Essen durch bewussten Konsum wieder ihren Weg in die Gesellschaft finden zu lassen – und kleinen, handwerklich arbeitenden Betrieben des Lebensmittelsektors beim Sprung ins digitale Zeitalter zu helfen“, freut sich Mitbegründer Alexander Treml, der als Informatik-Absolvent der Universität Passau für Forschung und Entwicklung verantwortlich ist. Herzstück ist die Plattform www.regiothek.de, auf der sich Anbieterinnen und Anbieter regionaler Lebensmittel der Öffentlichkeit präsentieren.

„Mit der Veröffentlichung unseres Prototypen Ende 2017 kamen wir quasi aus dem Nichts. Seitdem haben wir schon ein paar niederbayernweite Auszeichnungen gewonnen. Aber auf den dritten Platz beim Bayerischen Gründerpreis sind wir besonders stolz: Er beweist, dass Innovation auch außerhalb von München stattfinden kann und dass unser Konzept richtig Potential hat“, so Alexander Treml.

Die „Regiothek“ versteht sich dabei als Partner bei der Digitalisierung für kleine Betriebe. Der Grundgedanke: Wenn Konsumenten wissen, wie und zu welchen Bedingungen welche Lebensmittel produziert werden, können sie ihre Kaufentscheidung auf einer ganz anderen Grundlage treffen. Auf der Plattform www.regiothek.de lassen sich bereits einige ausgewählte, oft ökologisch zertifizierte Betriebe aus Ostbayern hinter die Kulissen schauen und zeigen, woher etwa das Rind auf der Speisekarte des nahen Gasthofes stammt oder wo das Mehl des niederbayerischen Dorfbäckers gemahlen wird. „Die Offenlegung der Lieferketten schafft Vertrauen zwischen Anbietern und Verbrauchern. So lässt sich die regionale Kulinarik jenseits der Supermarktregale erschließen“, sagt Mitbegründer Simon Nestmeier. Darüber hinaus können auch die Zutaten, deren Ursprung sowie (Dritt-) Anbieter von Produkten bestimmter Produzenten eingesehen werden.


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