02.07.2018, 21:42 Uhr

Schulen zukunftsfähig machen Mangelnde Digitalisierung an Schulen

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Nicht weniger als 100 Mbit/s sollte die Internetgeschwindigkeit in Schulen idealerweise betragen – so die Empfehlung des Bildungsministeriums in seinem Positionspapier 2017.

NIEDERBAYERN Diese Anforderung erfüllen derzeit gerade einmal 2,4 Prozent der staatlichen und städtischen Schulen in Niederbayern (Bayern: 3,6 Prozent). Das geht aus einer Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervor. Der Passauer Abgeordnete Bernhard Roos sieht darin ein klares Indiz für den mangelhaften Breitbandausbau in Bayern und für die fehlende Bildung hinsichtlich Digitalisierung.

Fast drei Viertel der niederbayerischen Schulen müssen mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von maximal 16 Mbit/s Vorlieb nehmen, etwa ein Viertel sogar mit einer Geschwindigkeit von unter 9 Mbit/s. „Das ist inakzeptabel!“, kritisiert MdL Roos. „Schlechte Internetverbindungen erschweren Lehrerinnen und Lehrern die Nutzung von digitaler Hilfs- und Verwaltungssoftware, wie beispielsweise die mebis-Mediathek. Gleichzeitig können Schülerinnen und Schüler nicht schon in frühen Jahren den verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet erlernen.“

Roos sieht hier die Staatsregierung in der Pflicht, für entsprechende Bandbreiten zu sorgen und Anträge von Kommunen rascher zu bearbeiten. „Gerade ländliche Regionen bleiben wieder einmal zurück. So kommen Schulen im Landkreis Freyung-Grafenau maximal auf Geschwindigkeiten von 50 Mbit/s. Auch Stadt und Landkreis Passau können nicht mit Bandbreiten von mehr als 100 Mbit/s punkten“, entnimmt der Abgeordnete aus der Datentabelle.

Nur der Landkreis Rottal-Inn verfügt über drei Schulen, die die Empfehlungen des Positionspapiers erfüllen. Das entspricht einem Anteil von 5,2 Prozent aller Rottaler Schulen. Der Staat müsse die Rahmenbedingungen für digitale Bildung schaffen. Dazu gehöre neben entsprechenden Bandbreiten auch die Ausbildung von Lehrkräften im digitalen Bereich. Insgesamt zählt Niederbayern 532 (Bayern: 4.718) staatliche und städtische Schulen. Davon sind 392 (Bayern: 3.391) mit einer Internetgeschwindigkeit von bis zu 16 Mbit/s ausgestattet. Lediglich 13 Schulen (Bayern: 170) verfügen über maximale Übertragungsraten von mehr als 100 Mbit/s.

Roos abschließend: „Seit 10 Jahren beschäftigt sich die SPD im Bayerischen Landtag mit Forderungen an die Staatsregierung, die Breitbandversorgung den modernen Zeiten anzupassen. Kultusminister Bernd Sibler darf bei seinen Kabinettskollegen Albert Füracker (Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat) und Georg Eisenreich (Digitales, Medien und Europa) ruhig mehr Druck machen – dabei unterstütze ich ihn gerne!“


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