26.04.2018, 08:52 Uhr

Im Zeichen der Suchtprävention Wochen der Prävention am Gymnasium Freyung

Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b sitzen im Innenkreis der Ausstellung „Klang meines Körpers“. (Foto: Tanja Wagner)Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b sitzen im Innenkreis der Ausstellung „Klang meines Körpers“. (Foto: Tanja Wagner)

Die letzten Schulwochen standen am Gymnasium Freyung im Zeichen der Suchtprävention. Die Schüler der Unter- und Mittelstufe durften bei mehreren Veranstaltungen mit Experten etwas über Mobbing lernen, konnten sich in einer Ausstellung über Essstörungen informieren und bekamen im direkten Gespräch mit Betroffenen Einblicke in die Probleme des Drogenkonsums.

FREYUNG Los ging es bereits im Februar für die 6. und 8. Klassen. Sie bekamen Besuch von Erstem Polizeihauptkommissar Bernd Deutscher von der Polizeiinspektion Freyung. In jeweils einer Doppelstunde nahm er sich die Zeit, die Schüler nicht nur über die Gefahren im Internet aufzuklären, sondern ihnen auch praktische Tipps zu geben und auf Fragen einzugehen. Dabei kam er sowohl auf die Problematik des Cybermobbings als auch auf rechtliche Aspekte zu sprechen, beispielsweise welche Art Fotos nicht in sozialen Medien wie Facebook geteilt werden dürfen, weil sie Persönlichkeitsrechte verletzen.

Auch wer Beiträge liked, in denen verfassungsfeindliche Symbole vorkommen, macht sich strafbar. Der Polizist machte die Schüler insbesondere darauf aufmerksam, dass das Internet nichts vergisst und es heute Standard sei, dass sich Unternehmen die Online-Profile ihrer Bewerber anschauen würden. Er gab ihnen daher Hinweise, wie man seinen Account bereinigen kann und wie man WhatsApp und Co. in seinem Alltag sinnvoll und rechtlich einwandfrei nutzt.

Mobbing gibt es jedoch nicht nur im Internet, sondern auch im realen Miteinander. Daher organisierte die Schule zusätzlich einen Workshop zur Mobbingprävention, den Schulpsychologin Karin Ittlinger mit den 8. Klassen durchführte.

Im März wurde das Präventionsprogramm fortgesetzt mit einem besonderen Termin für die 9. Klassen, den Matthias Gottschalk, Vertrauenslehrer und Beauftragter für die Suchprävention, organisiert hatte: Jugendliche, die derzeit auf Entzug sind und in der Jugendhilfeeinrichtung Freedom in Lackenhäuser leben, kamen zusammen mit einem ihrer Betreuer an das Gymnasium Freyung und sprachen über ihre Drogensucht. Die Schüler konnten in kleinen Runden zudem ganz persönliche Fragen an die abhängigen Jugendlichen stellen. Gerade dieser persönliche Kontakt öffnete den Freyunger Schülern die Augen, welch fatale Wirkung Drogenkonsum hat.

Dass Drogen, wozu auch Alkohol zählt, nicht nur zur Abhängigkeit führen, sondern auch bei einmaligem Konsum schon fatale Folgen haben können, erläuterte Günter Obermüller, 1. Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Freyung-Grafenau, der die 10. Klassen über die Gefahren von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr aufklärte. Der ehemalige, langjährige Freyunger Polizeichef machte den interessierten Zuhörern die Auswirkungen von Alkohol und Drogen auf die Wahrnehmung und das Bewusstsein klar. Er berichtete von Fällen aus seiner Zeit als Polizist, bei denen häufig Restalkohol, aber auch Selbstüberschätzung zu teils verheerenden Unfällen geführt hatten.

Zum Abschluss der Präventionswochen am Gymnasium Freyung waren die Klassen der Mittelstufe eingeladen, die Ausstellung „Klang meines Körpers“ zu besuchen. Diese von Betroffenen zusammen mit ihren Therapeuten entwickelte Ausstellung möchte über Ess-Störungen informieren und Auswege aus Magersucht, Bulimie und Binge-Eating aufzeigen. In einem jeweils 90 Minuten dauernden Programm wurden die Schüler von ihren Lehrern, die zuvor eine Fortbildung zu diesem Themenbereich absolviert hatten, durch die Ausstellung begleitet und konnten viel lernen über die Symptome der Krankheit, aber auch über ihre Ursachen und welche Möglichkeiten es gibt, Betroffenen zu helfen.

Die Ausstellung „Klang meines Körpers“ basiert auf einem musiktherapeutischen Ansatz bei dem Jugendliche über Musik, Bilder, Collagen und Texte von Betroffenen einen persönlichen, unmittelbaren Zugang zur Problematik der Ess-Störung bekommen. Denn diese Medien sprechen neben dem Verstand vor allem die emotionale Ebene an. Somit lernten die Schülerinnen und Schüler auch, wie man über Gefühle sprechen kann, wenn fehlende Worte das Problem sind. Man kann mit Kreativität die eigene Geschichte erzählen. Die von Biologielehrer Michael Behringer an die Schule geholte Ausstellung stand am Tag der offenen Tür auch interessierten Besuchern offen.

Die Rückmeldungen der Schüler zu den Wochen der Prävention waren überwiegend positiv, so dass auch im nächsten Schuljahr ein ähnliches Programm aufgelegt werden soll.


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