12.12.2018, 15:23 Uhr

Resonanz und Interesse waren enorm Von der Bildungsregion zur digitalen Bildungsregion - Erfolgreiche Premiere „Fachtag Digitale Bildung“

(Foto: Landratsamt Mühldorf)(Foto: Landratsamt Mühldorf)

Die voranschreitende Digitalisierung erfasst unser gesamtes gesellschaftliches Leben und beeinflusst immer mehr auch den Schulalltag. Mit einem ersten Fachtag Digitale Bildung hat sich der Landkreis Mühldorf a. Inn diesen Herausforderungen gestellt und einen entscheidenden Schritt gemacht, um die Schulen zu informieren und Chancen der digitalen Bildung aufzuzeigen.

MÜHLDORF Dazu hat Lernen vor Ort gemeinsam mit dem Netzwerk Digitale Bildung an Schulen im Ruperti-Gymnasium Mühldorf, der Referenzschule für Medienbildung, zu einem pädagogischen Fachtag „Digitale Bildung an Schulen“ eingeladen, um praxisnah Schulleitungen und Lehrkräfte für dieses Thema zu gewinnen. Die Resonanz und das Interesse waren enorm: Die rund 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden mit der professionellen Moderation von Regina Pötke von der Roland Berger Stiftung durch die Veranstaltung geführt. Pötke war zudem maßgeblich an der Gestaltung des Fachtages beteiligt, da sie bereits mehrere Arbeitstreffen des Netzwerkes Digitale Bildung an Schulen moderiert und mit Vertretern aller Schularten das interessante Konzept erarbeitet hat. Unterstützt wurde der Fachtag von der Sparkassenstiftung Altötting-Mühldorf.

Landrat Georg Huber betonte in seinem Grußwort, dass es dem Landkreis Mühldorf ein großes Anliegen sei, als zertifizierte Bildungsregion seine Schulen bei der Digitalisierung zu unterstützen: „Es geht dabei nicht nur um die Hardware-Ausstattung, sondern auch die jungen Menschen fit zu machen für die Herausforderungen der digitalen Welt.“

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Impulsvortrag von Prof. Dr. Rudolf Kammerl. Der Inhaber des Lehrstuhls für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Medienpädagogik an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen stellte in den Mittelpunkt seines Vortrages die Fragstellungen Digitalisierung der Schule oder Bildung für eine zunehmend digitale Welt? Wie können wir den digitalen Wandel im Bildungssystem nachhaltig gestalten? Dabei erläuterte Prof. Dr. Kammerl das Potential digitaler Medien für das Lernen, welches aus Sicht von Prof. Dr. Kammerl in Deutschland bislang nur wenig genutzt werde. Er betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Lehrerbildung im Bereich der Digitalisierung. Als zukünftige Aufgabe für die Bildung sieht Prof. Dr. Kammerl die Vermittlung von Kompetenzen, die für eine aktive, selbstbestimmte Teilhabe in einer digitalen Welt erforderlich sind. Wobei viele Herausforderungen bewältigt werden müssen, wie eine zunehmende einseitige Orientierung auf beruflich verwertbare Fähigkeiten, der Schutz von Schülern als Datenquelle für Internetkonzerne oder die unreflektierte Verwendung von Medien.

Im Anschluss an den Eröffnungsvortrag hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit, in praxisnah gestalteten Workshops und Vorträgen Ideen und Informationen für die Unterrichtsgestaltung zu sammeln. Die Referenten dieser Workshops kamen aus verschiedenen schulspezifischen Institutionen. So hat unter anderem eine Referentin der TU München einen Programmierkurs für Grundschulkinder vorgestellt. Eine Vertreterin der helliwood media & education aus Berlin hat den Teilnehmern eine Wetterstation mit einem Mikrocontroller programmiert. Das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) aus München stellte zwei Referenten zur Verfügung, die zum einen mit den Lehrkräften auf der mebis-Lernplattform des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus aktiv arbeitet und zum anderen die Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) referiert. Zudem haben Lehrkräfte aus verschiedenen Schulformen über den Gebrauch von Tablets im Unterricht, das Programmieren in der Grundschule oder das Erstellen von Arbeitsblättern mit speziellen Internet-Tools referiert.

Die Veranstaltung war mit ihrer unerwartet hohen Teilnehmerzahl ein voller Erfolg. Mit dieser guten Grundlage baut der Landkreis Mühldorf a. Inn seine Bewerbung zu einer digitalen Bildungsregion weiter aus.


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