23.07.2020, 11:19 Uhr

Abensberg Ein schwerer, aber sehr schöner Abschied – Rektorin Hermine Kroiß-Hillmann geht in den Ruhestand

 Foto: Ingo Knott/Stadt Abensberg Foto: Ingo Knott/Stadt Abensberg

Die Mensa der benachbarten Mittelschule war gerade noch groß genug für die Kolleginnen und Kollegen und für die Gäste aus Politik und Schulamt: Nach 42 Jahren als Vollzeit-Lehrerin wurde die Rektorin der Aventinus-Grundschule Abensberg, Hermine Kroiß-Hillmann, am, 17. Juli, in den Ruhestand verabschiedet.

Abensberg. Die „waschechte Abensbergerin“, so ihre Konrektorin Bianka Breu, hat am selben Ort ihre schulische Laufbahn gestartet – als Grundschülerin der damaligen Klosterschule! 59 Jahre später nahm Hermine Kroiß-Hillmann nun Abschied, und angesichts der liebenswerten Worte der Kollegen, einer beschwingten, theatralisch-humorigen Aufführung rund um ihre Eigenschaften und Vorlieben und vieler Geschenke stockte ihr doch etwas der Atem: „Das ist ein schwerer Abschied“, gestand sie. Seitens der Stadt Abensberg überbrachte der zweite Bürgermeister Dr. Bernhard Resch den Dank für ihre Leistung und sagte, sie sei „eine treibende Kraft in Abensbergs Schullandschaft“. Und Dr. Resch verlas die Glückwünsche des ersten Bürgermeisters Dr. Uwe Brandl: „Deine wertvolle Arbeit hat unsere Grundschule über viele Jahre hinweg bereichert. (...) Ich wünsche Dir eine erfüllte, sowohl spannende als auch entspannende Zeit bei guter Gesundheit!“

Schulamtsrätin Nicola Moritz-Holzapfel betonte ausdrücklich, wie unter Rektorin Kroiß-Hillmann anstehende Aufgaben stets im Team gelöst worden sind. Sie habe in der Grundschule Offenstetten das Ganztagsangebot eingeführt und mit nach Abensberg genommen; sie habe die Schule „mit Bravour geleitet“. Heinz Wagner, heute BLLV-Seminarrektor, kam 2007 zu ihr nach Offenstetten und erinnerte sich: „Nach der Neujahrsrede des Bürgermeisters hast Du ein Ganztagskonzept aus dem Hut gezaubert!“ Man bedenke, dass sie bis zur Rede nichts von derlei Überlegungen gewusst hätten. Wagner: „Das Konzept machte die Runde und wurde schließlich bayernweit vorgestellt.“ Wagner zeichnete – wie alle Redner – das Bild einer lebendigen Schule, in der viele Ideen für Leben sorgen. Und, wie sagte eine Lehrerin: „Die Kinder sind tatsächlich still, wenn Hermine was erklären will.“

Natürlich wurde der Rektorin auch auf den privaten Zahn gefühlt: Ob Stöckelschuhe oder Kostüme, ob Reisefieber oder die bevorzugte Parfümmarke – ihren Kollegen ist nichts entgangen. Konrektorin Breu zeichnete das Bild einer – so wörtlich – „Herzblutlehrerin: Ob Lesenacht, Schulfest oder Sportfest – nur Unterricht reicht Dir nicht.“ Sie sei ein Vorbild, nicht allein für ihre Schüler. Kroiß-Hillmann ließ das so nicht allein stehen: „Ich hatte immer Glück mit meinen Stellvertretern.“ Hermine Kroiß-Hillmann machte ihr Abitur in Ingolstadt, studierte an der Pädagogischen Hochschule in Regensburg und hatte ihren ersten Einsatzort als Lehrerin in Vilshofen. „Das gefiel mir nicht.“ Eine lange „Wanderschaft“ durch Niederbayern folgte, immer wieder auch in die Heimat. Schließlich wurde sie Konrektorin in Offenstetten, später dann Rektorin in Abensberg.

Zum Abschluss betonte Kroiß-Hillmann, wie schwer es „auf der Zielgeraden mit Corona“ geworden sei. Ihren Kollegen gestand sie ein: „Man verlangt sehr viel von euch unter diesen Bedingungen.“ Sie dankte ihren Sekretärinnen, ihrer Konrektorin, auch der Rektorin der Grundschule Offenstetten, Liane Köppl, die ebenfalls unter den Gästen war. Auch die Zusammenarbeit mit der Prälat Michael Thaller-Schule und dem Leiter Wolfgang Niemetz, mit Rektor Wolfgang Brey von der Aventinus Mittelschule, mit Robert Faltermeier vom Betreuungsverein Kai und auch mit dem Elternbeirat und dem Förderverein war für sie gut und positiv. An die Stadt Abensberg gerichtet sagte sie: „Ich bin viel herumgekommen. Unsere Schulen sind sehr gut ausgestattet. Das ist einmalig.“ Natürlich habe es auch mal „gekracht“, aber das sei stets zum Wohle der Kinder ausgegangen. Und besonders dankte sie ihrem „Prellbock“ daheim, ihrem Ehemann Dieter. „Du hast viel aushalten müssen.“ Abschließend sagte sie: „Ich habe etwas Angst vor der Zeit ohne Schule. Aber in Anbetracht dessen, was im September auf uns zukommt, bin ich auch etwas froh.“


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