12.06.2020, 09:16 Uhr

Fernunterricht Mehr Datenschutz, mehr Leistung – Aventinus-Mittelschule Abensberg nutzt Open-Source-Software

Achim Shaukat bei der Lehrerfortbildung; Rektor Wolfgang Brey und Konrektor Dietmar Freyberger sind mit im Bild. Foto: Knott, Stadt AbensbergAchim Shaukat bei der Lehrerfortbildung; Rektor Wolfgang Brey und Konrektor Dietmar Freyberger sind mit im Bild. Foto: Knott, Stadt Abensberg

An der Aventinus-Mittelschule Abensberg werden die Lehrkräfte derzeit von zwei Kollegen über die Möglichkeiten des Fernunterrichts informiert. Denn Achim Shaukat und Andreas Reichinger waren mit den bisher üblichen und weit verbreiteten Lösungen nicht zufrieden. „Schwache Server, hochsensible Daten bei Privatunternehmen – nein danke“, sagt Shaukat.

Abensberg. Auf Anregung von Konrektor Dietmar Freyberger haben er und sein Kollege inzwischen einen Server in Deutschland gemietet und sich in die Open-Source-Software „Jitsi meet“ eingearbeitet – und die wird nun im Schulzentrum an der Römerstraße verwendet.

Die Vorteile: „Nur wir haben Zugriff, niemand sonst“, sagt Shaukat. Die Software läuft auf allen Endgeräten, die Bedienung ist buchstäblich kinderleicht, der Standard-Start läuft ohne Mikro und Kamera – das spart manche Peinlichkeit aus. Durch den angemieteten Server ist die Leistung so hoch, dass bis zu 200 Personen gleichzeitig aktiv sein können: Videokonferenzen, chatten in der Gruppe, Fernunterricht mit Tafelblick, die Kommunikation stets unter Aufsicht eines Lehrers/einer Lehrerin – „und wenn nötig, können wir auch einen Schüler oder eine Schülerin rauswerfen“, sagt Shaukat. Man muss sich eben auch online benehmen können.

Der Serverstandort Deutschland steht für höchsten Datenschutz und beim Betrieb steht die Datensparsamkeit an erster Stelle; das Einloggen ist mit Vor- oder Spitzname möglich, keine weiteren Angaben sind nötig. Migranten haben zudem die Möglichkeit, die Benutzeroberfläche in ihrer Sprache zu wählen.

Rektor Wolfgang Brey ist ziemlich begeistert von der Aktion und dem leistungsfähigen und sicheren Weg, der an seiner Schule beschritten wird. Und wendet sich dankend an den Schulverband: „Wir sind hervorragend ausgestattet, und deshalb ist diese Variante auch möglich.“ Auch dankt er seinen beiden Lehrern, die sich derzeit um die Kolleginnen und Kollegen kümmern und in Extrastunden erklären, wie das Ganze funktioniert und welche Vorteile der eigene Server und das Open-Source-Programm haben. Brey erklär: „Ich wäre nicht erstaunt, wenn das Kultusministerium die Möglichkeiten des Fernunterrichts erkennt und auch nach Corona nutzt.“


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