22.04.2019, 21:31 Uhr

Reise Vertreter der Nepalhilfe Beilngries überzeugten sich vor Ort vom Fortschritt einzelner Maßnahmen

Die Fundamente des neuen Distrikt Hospitals in Kawasoti stehen bereits. (Foto: Michael Rebele)Die Fundamente des neuen Distrikt Hospitals in Kawasoti stehen bereits. (Foto: Michael Rebele)

Vielfältig gestreut war das Programm für die Vertreter der Nepalhilfe Beilngries bei deren Aufenthalt in Nepal Anfang dieses Monats. Die Finanzverwalterin Claudia Thumann sowie Michaela und Michael Rebele nutzten den zehntägigen Aufenthalt, um zahlreiche ihrer Projekte zu besuchen. Sei dies im Terai, der Region in und um Kathmandu oder dem Sindhupalchok-Distrikt, dem seit dem schweren Erdbeben 2015 das besondere Augenmerk der Hilfsorganisation gilt.

BEILNGRIES/NEPAL In Kawasoti/Terai erfolgte die Übergabe der Dokumente zur gemeinsamen Finanzierung des künftigen Distrikt-Hospitals. Die nepalesische Regierung, die Nepalhilfe Beilngries und der Verwaltungsdistrikt Nawalpur werden die auf fünf Jahre ausgelegte Bautätigkeit finanziell stemmen. Die Grundmauern des letztendlich aus fünf Geschossen bestehenden Gebäudes stehen bereits. Das dann 70 mal 30 Meter große Krankenhaus grenzt an das bestehende Midpoint-District-Hospital an, das man bereits seit dem Jahr 2014 maßgeblich unterstützt. Daneben übergaben die Gäste aus Bayern eine dem Roten Kreuz angeschlossene Blutbank. 35.000 Euro waren dafür aufzubringen. Sie stand schon seit Langem auf der lokalen Bedarfsliste, wird sie doch die bestehende Versorgungslücke zwischen den beiden Großstädten Bharatpur und Butwal schließen.

Sanierte Schulen übergeben

Die Übergabe zweier durch das Erdbeben zerstörter und neu errichteter Schulen in Kadambas und Melchaur bildete den Schwerpunkt des zweitägigen Aufenthalts im Sindhupalchok Distrikt, 80 km nordöstlich von Kathmandu. Sowohl die Shree Kali Devi School (Michl-Dacher-Schule) als auch die Gyan Mandir Higher Secondary School weckten bei Michaela und Michael Rebele Erinnerungen, waren sie doch schon bei deren ersten Eröffnungen in den Jahren 1995 und 2013 zugegen. Zudem besuchte das Trio fünf weitere schulische Einrichtungen, die bereits seit geraumer Zeit fertiggestellt oder zumindest auf der baulichen Zielgeraden sind. Laut dem verantwortlichen Bauingenieur Sanjay Sapkota werden alle 14 beschädigten Schulgebäude nach den neuesten Sicherheitsrichtlinien bis zum Jahresende saniert sein. Gleichzeitig gilt es jetzt alle Schulen mit dem nötigen Inventar zu bestücken, um einen adäquaten Unterricht gewährleisten zu können.

Den Aufenthalt nutzte man ferner, um an die Krankenstation von Melchaur einen Scheck über 13.000 Euro zur Beschaffung eines Sanitätsfahrzeuges zu übergeben.

Armenapotheke und Computerraum

Zurück zu den Wurzeln der Nepalhilfe ging es bei den Besuchen der Armenapotheke des Bir-Hospitals in Kathmandu und den Ordensschwestern der Englischen Fräulein in Lubhu. Diese Verbindung zu den beiden Einrichtungen hatte der frühere Vorsitzende Karl Rebele hergestellt. Nach wie vor gilt ihnen das unterstützende Augenmerk. Im Gegensatz zu den Anfängen beschränkt sich dieses nunmehr ausschließlich auf den finanziellen Bereich. Für Claudia Thumann, im Hauptberuf pharmazeutisch-technische Assistentin, war es aufschlussreich, einen Blick in die Lagerräume der Apotheke zu werfen. Annähernd 100 Patienten werden hier täglich mit Medikamenten versorgt. Nicht zu vergessen die im monatlichen Turnus durchgeführten Health Camps in der Umgebung, die damit für bis zu 700 Patienten der Ansprechpartner und Versorger im medizinischen Bereich sind.

Auch zu den Ordensschwestern der Englischen Fräulein kamen die Vertreter der Nepalhilfe nicht mit leeren Händen. So gab es die Zusage zur weiteren Finanzierung der täglichen Schulspeisung für das neue Unterrichtsjahr. Ermöglicht wird dies auch durch die Unterstützung großzügiger Sponsoren.

Daneben übergaben Michaela Rebele und Claudia Thumann an die Ordensschwestern einen neu eingerichteten Computerraum mit 30 PC-Einheiten. Bereits vor zwölf Jahren hatte die Nepalhilfe Beilngries die Installation finanziert. Bei der technischen Fortentwicklung war er definitiv in die Jahre gekommen.

Das Shaligram Kinderhaus in unmittelbarer Nachbarschaft zu „Saint Marys“ war einmal mehr ein fester Anlaufpunkt der Projektreise. Sportartikel für die Buben, T-Shirts, Schminkutensilien und Sonnenbrillen für die Mädchen waren ebenso begehrte Mitbringsel wie Hochdruckreiniger und Werkzeugkasten für den täglichen Arbeitsablauf.

Ausblick

Die Sanierung eines Wasserleitungsprojektes in Chunikhel am südlichen Talkessel von Kathmandu oder der Neubau einer Schule in Lubhu, jenem Ort, in dem das Shaligram Kinderhaus und die Hans Kammerlander Schule liegen, stehen auf der derzeitigen Agenda um einige davon zu nennen. Sie waren weitere Ziele für die Gäste aus Bayern. Nachhaltig beeindruckend waren die Besuche in zwei Einrichtungen für geistig und körperlich behinderte Mitmenschen – ein Aufgabenfeld dem man sich annehmen sollte, betrachtet man die Versorgungs- und Betreuungssituation.

Realisiert werden kann dies aber nur durch die dafür nötige Spendenbereitschaft. Denn nach wie vor gilt der endgültigen Fertigstellung der zerstörten Schulen das Hauptaugenmerk der Beilngrieser Hilfsorganisation. Details dazu und zu den weiteren Projekten findet der Interessierte unter www.nepalhilfe.org.


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