18.12.2017, 09:37 Uhr

Empathie schulen Menschen mit Einschränkungen besser verstehen können

(Foto: Georg Kluge)(Foto: Georg Kluge)

Getreu nach dem Motto „auf andere Menschen achten“ führte die Abteilung Wirtschaft am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Kelheim (BSZ) über eine Woche lang das Projekt „Empathie SCHULEn – Bewegungseinschränkungen trotz Bewegungshilfen“ durch.

KELHEIM Um nachempfinden zu können, wie schwierig der Alltag für Menschen mit Bewegungseinschränkungen oft zu meistern ist, stellte das Sanitätshaus Seitz GmbH aus Kelheim einen aus dem Alltag nachempfundenen Parcours – samt Rollstühlen und Rollatoren – zur Verfügung, der in der Aula des BSZ von Schülerinnen und Schülern aus verschiedenen Berufsschulklassen passiert werden musste. Aber damit noch nicht genug: Ferner schlüpften die Auszubildenden in einen Alterssimulationsanzug, welcher den Träger wesentliche körperliche Gebrechen nachempfinden lässt.

Hineinversetzen in Menschen mit Bewegungseinschränkungen

Nach einer kurzen theoretischen Einführung ging es auch gleich motiviert „ans Werk“. Die anfängliche optimistische Einschätzung „Der Parcours sieht ja gar nicht so schwer aus, das schaffe ich mit links“ wurde dann doch relativ schnell korrigiert, was an Aussagen wie „Oh je, das ist ganz schön anstrengend!“ oder „Das dauert ja alles doppelt so lange!“ zu hören war. Genau das sei laut Initiatorin und Lehrerin am BSZ Kelheim, Nadine Emersleben auch der Sinn des Projektes: „Den Schülerinnen und Schülern soll mit dem Durchlaufen des Parcours die Gelegenheit gegeben werden, sich in Menschen mit Bewegungseinschränkungen hineinzuversetzen, sodass sie künftig im Alltag verantwortungsvoll ihre Hilfe anbieten“, so die junge Studienrätin.

Mehr auf Menschen mit Bewegungseinschränkungen achten

Dass dieses einwöchige Projekt bei den Schülerinnen und Schülern eine durchaus positive Wirkung hinterlassen hat, belegen Aussagen wie „Sobald ich auf Menschen mit Bewegungseinschränkungen treffe, werde ich ab sofort von mir aus Hilfe anbieten“ oder „Ich werde an der Kasse beim Auflegen der Ware künftig noch mehr dazu helfen“ – Erkenntnisse, die auch den Schulleiter des BSZ Kelheim, Johann Huber, freuen: „Mit diesem Projekt können wir einen Beitrag zur Schulung von sozialen Kompetenzen, insbesondere der Solidarität und der sozialen Verantwortung im Alltag bei jungen Menschen leisten“, so Huber.


0 Kommentare