28.10.2017, 15:00 Uhr

Brückenbauer zwischen den Kulturen Elf Kulturdolmetscher ausgebildet

Die frisch gebackenen Kulturdolmetscher im Kardinal-Döpfner-Haus: Zühal Bilir-Meier, Laimyi Kathoum, Caroline Maciel Lauar, Bissirat Kusmu, Basel Tarek, Hülya Aslantas, Murtaza Ramazanzada, Faisal Rezayi, Kathrin Steger-Bordon (hintere Reihe v.li.), Niema Salman, Mira Kim Pröls, Sayed Sayedy und Rezai Khodadad (vorne v.li.) (Foto:Stiftung Bildungszentrum)Die frisch gebackenen Kulturdolmetscher im Kardinal-Döpfner-Haus: Zühal Bilir-Meier, Laimyi Kathoum, Caroline Maciel Lauar, Bissirat Kusmu, Basel Tarek, Hülya Aslantas, Murtaza Ramazanzada, Faisal Rezayi, Kathrin Steger-Bordon (hintere Reihe v.li.), Niema Salman, Mira Kim Pröls, Sayed Sayedy und Rezai Khodadad (vorne v.li.) (Foto:Stiftung Bildungszentrum)

Vermitteln, dolmetschen, Hilfestellung geben – das sind die Aufgaben der frisch ausgebildeten Kulturdolmetscher in Freising.

FREISING Von Juli bis Oktober besuchten die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer, die alle eigene Migrationserfahrungen haben, die Weiterbildung „Qualifizierungskurs Kulturdolmetscher/in“; nun sind Ihre Aufgaben, Brücken zwischen den Kulturen zu bauen, bei kulturellen Missverständnissen zu vermitteln und Migranten die Integration zu erleichtern.

Die Stiftung Bildungszentrum bot die Weiterbildung in Kooperation mit der Caritas Freising, dem Dachauer Forum und der Katholischen Erwachsenenbildung München und Freising an. Die Teilnehmer stammen aus dem Irak, Afghanistan, Südkorea, Palästina, der Türkei, Brasilien und Eritrea. Der Ansatz ist, Menschen, die selbst Migrationserfahrungen haben, dazu zu befähigen, sich in die Gesellschaft einzubringen. Denn die Kursteilnehmer haben durch ihren Hintergrund Zugang zu beiden Kulturen, der Herkunfts- und der deutschen Kultur. Sie haben durch eigene Integrationsprozesse viele Erfahrungen, die sie mit anderen teilen können. Migrationshintergrund wird nach diesem Ansatz nicht als Defizit, sondern als Gewinn an Erfahrung betrachtet.

In den Seminareinheiten wurden die Teilnehmer geschult, kulturelle Missverständnisse zu erkennen und zu vermitteln. Dabei wurde mit den Erfahrungen der Seminargruppe gearbeitet. Kathrin Steger-Bordon, Referentin für gesellschaftspolitische Bildung, und Zühal Bilir-Meier, Diplom-Sozialpädagogin und Psychotherapeutin mit eigenem Migrationshintergrund, haben die Weiterbildung geleitet. Im Verlauf des aktuellen Kurses führten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch ein Praxisprojekt durch: Von einem Bewerbungstraining über die Begleitung zum Zahnarzt inklusive der Thematisierung von Zahnhygiene bis zum Thema Frauenrechte und Gleichberechtigung wurden viele Projekte mit Gruppen aus dem einen Kulturkreis umgesetzt.

Koordiniert werden die ehrenamtlichen Einsätze nun von der Caritas Freising. Wenn Institutionen wie Schulen, Arztpraxen oder Behörden die Dienste von Kulturdolmetschern benötigen oder Projektideen zusammen mit ihnen umsetzen möchten, können sie sich unter der Telefonnummer 08161 /53879-10 an Hannah Pauer wenden, die Koordinatorin der Kulturdolmetscher.


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